Alten Büchern neues Leben einhauchen

Europäische Bibliotheken – so auch die ULB - bewahren Millionen von Büchern aus der Zeit von 1500 bis 1900 auf. Wegen ihres Alters und Werts sind die Publikationen allerdings häufig nur vor Ort benutzbar. Mit dem EOD-Service (eBooks on Demand) werden diese verborgenen Schätze mit ein paar Mausklicks für jedermann verfügbar.
Durch eBooks on Demand werden viele Publikationen wieder für jeden zugänglich. (Foto: focus.ee)
Bild: Durch eBooks on Demand werden viele Publikationen wieder für jeden zugänglich. (Foto: focus.ee)

Auf Anfrage können urheberrechstfreie Titel aus dem Bestand der ULB innerhalb weniger Werktage vollständig digitalisiert und im PDF Format zum Download zur Verfügung gestellt werden. „Das eBook enthält sowohl das Bild der Seite als auch den automatisch erkannten Volltext (auch bei Frakturtexten) im Hintergrund. So kann innerhalb des Buches nach Textstellen gesucht oder der Volltext direkt in ein Textverarbeitungsprogramm kopiert werden. Alle Titel, die zur Digitalisierung zur Verfügung stehen, sind in den Bibliothekskatalogen mit dem EOD Bestellbutton versehen“, erklärt MMAg. Silvia Gstrein von der Abteilung für Digitale Services der ULB.

ULB koordiniert Europäisches Netzwerk

Der EOD-Service wurde als EU-Projekt im Oktober 2006 mit 13 Bibliotheken aus 8 europäischen Ländern ins Leben gerufen und lief bis Juni 2008. EOD erwies sich als ein erfolgreiches Projekt, und legte den Grundstein für den nun dauerhaft laufenden EOD-Service. Die Abteilung für Digitale Services der ULB leitet das europäische Netzwerk, in dem mittlerweile über 30 weitere Bibliotheken in 12 europäischen Ländern diesen Service auch anbieten. Von 2009 bis 2014 wird der EOD-Service im Rahmen des Kulturprogrammes der Europäischen Union als Kulturprojekt gefördert. “Die prioritären Ziele von EOD-Culture sind die Ausweitung und die Bekanntmachnung des erfolgreichen Services. Um diese Ziele zu erreichen wird der Digitalisierungsservice laufend verbessert und das Netzwerk erweitert“, so Gstrein.

Den Nachdruck des Originals fürs eigene Bücherregal

„Zusatzangebote wie „Print-on-Demand“ bereichern das Serviceangebot für die NutzerInnen. Die NutzerInnen, denen das „digitale Schmökern“ nicht liegt, können die EOD eBooks auch als Nachdruck anfordern. Derzeit bestehen Verträge mit den Print-on-Demand-Anbietern Amazon und Lulu. Auf diese Weise können bereits mehr als 300 Reprints der ULB sowie des EOD-Netzwerks über Amazon bestellt werden.

Zentrale Einstiegsstelle für Büchersuche

Mittlerweile ist die Suche nach einem bestimmten Buch in allen Katalogen der beteiligten Bibliotheken über einen zentralen Einstiegspunkt - die EOD Suchmaschine - möglich. „Zum jetzigen Zeitpunkt sind bereits mehr als 3 Millionen Datensätze aus 20 Bibliotheken über die EOD Suchmaschine auffindbar. Die bessere Auffindbarkeit der Bücher zeigt sich in den steigenden Bestellzahlen des EOD- Services. Langfristig soll search.books2ebooks.eu nicht nur ein Sucheinstieg für Bücher sein, sondern auch ein Nachweisinstrument für bereits digitalisierte Werke“, erklärt Silvia Gstrein.

(Veronika Gründhammer)