Ursula Moser erhält Ordre des francophones d'Amérique

Ursula Moser, Leiterin des Zentrums für Kanadastudien, erhält als erste Österreicherin den Ordre des francophones d'Amérique. Der renommierte Orden wird vom Conseil de la langue française du Québec an Personen verliehen, die sich besonders um den Erhalt und die Entfaltung der Sprache des „französischen Amerikas“ verdient gemacht haben.
Präsident des Conseil supérieur de la langue francaise, Ordensträgerin, Ursula Moser, Diane de Courcy, Ministre de l’Immigration et des Communautés culturelles et ministre responsable de la Charte de la langue francaise, Alexandre Cloutier, Sous-ministre aux Affaires intergouvernementales canadiennes et à la Gouvernance souverainiste.
Bild: links nach rechts: Conseillère de la ville de Québec, Robert Vézina, Präsident des Conseil supérieur de la langue francaise, Ordensträgerin, Ursula Moser, Diane de Courcy, Ministre de l’Immigration et des Communautés culturelles et ministre responsable de la Charte de la langue francaise, Alexandre Cloutier, Sous-ministre aux Affaires intergouvernementales canadiennes et à la Gouvernance souverainiste.

30 Jahre im Dienst der Frankophonie – mit besonderem Fokus auf der Frankophonie in den Amerikas –, so sieht eines der möglichen Resümees des beruflichen Lebens von Univ.-Prof. Dr. Ursula Moser aus. Als Anerkennung ihres unermüdlichen Einsatzes für den "fait français" wurde ihr am 26.9.2012 vom Präsidenten des Conseil supérieur de la langue française, Robert Vézina, und der Ministre de l'Immigration et des Communautés culturelles et ministre responsable de la Charte de la langue française, Diane de Courcy, im Parlament von Québec der Ordre des francophones d'Amérique (catégorie: Autres continents) verliehen.

Der ORDRE DES FRANCOPHONES D'AMÉRIQUE wird seit 1978 an ausgewählte Personen vergeben, die sich in ihrem Beruf und darüber hinaus um die französische Sprache, Kultur und Literatur in den Amerikas verdient gemacht haben. Die Ehrung ist bislang nur sehr wenigen europäischen WissenschaftlerInnen und noch keinem/r WissenschaftlerIn aus Österreich zuteil geworden. Unter den frankophonen Ordensträgern finden sich so große Namen wie Aimé Césaire und Édouard Glissant, Gabrielle Roy, Anne Hébert, Gaston Miron und Antonine Maillet.

Ursula Moser hat seit den frühen 1980er Jahren zu den verschiedensten Bereichen der amerikanischen Frankophonie geforscht und zahlreiche längere Auslandsaufenthalte absolviert. Stationen waren Louisiana, dann lange und intensiv Québec, die Karibik, seit 2000 der Westen Kanadas und in den letzten Jahren die Acadie. Ein beachtliches wissenschaftliches Oeuvre zeugt von einem nachhaltigen Forschungsinteresse, das bereits zweimal mit internationalen Auszeichnungen honoriert wurde: Für ihre Monographie Dany Laferrière. La dérive américaine (Montréal, vlb, 2003) wurde ihr 2004 mit dem Prix Jean Éthier-Blais de critique littéraire ein bedeutender Preis für Literaturkritik zugesprochen. Dieselbe Monographie wurde ein Jahr später als eines der "30 livres les plus notables au cours des derniers 30 ans dans le domaine des études canadiennes" ausgezeichnet. Von 2008 bis 2011 schließlich war Ursula Moser eine der vier Herausgeberinnen des International Journal of Canadian Studies.

Über die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Amerikas hinaus hat sich Prof. Moser stets bemüht, Sprache, Kultur und Literatur des frankophonen Amerikas auch in Europa bekannt zu machen. Dies geschah zum einen in ihrer Funktion als Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kanadastudien, zum anderen durch die Schaffung des ersten österreichischen Zentrums für Kanadastudien und des Centre d'étude de la chanson québécoise an der Universität Innsbruck: Beide Einrichtungen sind wichtige Vermittler fremder Denk- und Lebensart und eröffnen den Studierenden den Reiz einer anderen, "neuen" Welt.

Das Französische sei ihre "langue de coeur" (A. Maalouf), so Ursula Moser bei ihrer Ansprache in Québec, sie werde sich auch weiterhin bemühen "à faire rayonner le fait francophone pour que soient reconnus dans le monde sa richesse, sa polyvalence et ses grandes accomplissements culturels".

(Birgit Mertz-Baumgartner)