Von den Alpen an den Rhein

Die im Sommersemester 2011 ins Leben gerufene internationale Romanistik-Lehrkooperation der beiden Universitäten Innsbruck und Siegen ging heuer erfolgreich in die zweite Runde. Dieses Semester begaben sich dabei die Innsbrucker Studierenden in die Kulturstadt Köln, wo sie auf ihre Siegener KommilitonInnen trafen, um dort gemeinsam fünf interessante Workshop-Tage zu verbringen.
"Gender und Interkulturalität in den zeitgenössischen Filmen der Romania" war das Thema der Fortsetzung des Romanistik-Lehrkooperation der Universitäten Innsbruck und Siegen.
Bild: "Gender und Interkulturalität in den zeitgenössischen Filmen der Romania" war das Thema der Fortsetzung des Romanistik-Lehrkooperation der Universitäten Innsbruck und Siegen.

Vom 30. Mai bis 03. Juni 2012 fand in Köln das Blockseminar „Gender und Interkulturalität in den zeitgenössischen Filmen der Romania“ unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Sabine Schrader (Innsbruck), Dr. Uta Fenske und Prof. Dr. Gregor Schuhen (beide Siegen) statt. Der Block führte die fünf vorbereitenden Sitzungen in den Heimatuniversitäten Innsbruck bzw. Siegen in deutsch-österreichischer Zusammenarbeit inhaltlich fort. Im Rahmen der LV Gender Studies wurde theoretische Literatur von Laura Mulvey bis Judith Butler und Thomas Elsaesser vertieft und die Filmanalyse interpretiert, die dann als Grundlage für die kritische Auseinandersetzung mit ausgewählten, zeitgenössischen Filmen des romanischen Kino dienten. Das Thema der Migration in Europa wurde beispielsweise anhand der vorgestellten Filme Quando sei nato non puoi più nasconderti (2005, Giordana) und La Haine (1995, Kassovitz) analysiert. Darüber hinaus standen in Filmen wie Todo sobre mi madre (1999, Almodovar) und Drôle de Félix (2000, Ducastel/Martineau) die Themen Geschlechteridentität, Transsexualität, Postfeminismus, aber auch Familienmodelle im Fokus, die intensiv diskutiert wurden. In den zahlreichen Gruppendiskussionen kamen die Siegener und Innsbrucker äußerst angeregt ins Gespräch. Jedoch wurden schlussendlich mehr neue Fragen aufgeworfen, die die Teilnehmer/innen immer wieder auch außerhalb des universitären Rahmens beschäftigten. Hierbei wurden Aktualität und Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit diesen so wichtigen und präsenten Themen noch einmal vor Augen geführt. Selten wurde nach den Referaten, in den Gruppenarbeiten und im Plenum so viel diskutiert, wobei immer wieder neue Gesichtspunkte und damit äußerst spannende Meinungsaustausche entstanden.

Diese intensive Arbeitsatmosphäre verdankte sich auch der Tatsache, dass das Seminar außeruniversitär stattgefunden hat, aber auch dem Zusammentreffen der beiden verschiedenen Universitäten. Schon am Eröffnungsabend hatten die Siegener und Innsbrucker Studierenden sehr humorvoll die Innsbrucker und Siegener Universität und ihre Stadt jeweils mit einem selbst gedrehten Film vorgestellt.

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Auch abseits der Blockveranstaltung hörte der Lernprozess für uns Innsbrucker Studierende nicht auf. Trotz anfänglicher Verständigungsprobleme aufgrund von Sprachunterschieden herrschte bei verschiedenen Freizeiaktivitäten eine vergnügliche Gruppendynamik. So spazierten wir gemeinsam den Rhein entlang bis zum Wahrzeichen der Stadt, dem Kölner Dom, und verbrachten zum Ausklang einen unterhaltsamen Abend im Biergarten, wo weder die Diskussionen noch das Kölsch versiegten.

 

Wer also Interesse an ausgelassenen und fairen Diskussionen, interkulturellem Austausch und dem Analysieren von sehenswerten Filmen hat, sollte dieses Seminar auf keinen Fall verpassen. Das besondere Format des Kurses sorgt mit interessanten Themen, motivierten Dozent/innen und dem interkulturellen Austausch einer tollen Gruppe für Abwechslung im Studentenalltag. An dieser Stelle möchten wir uns herzlich bei unserer engagierten Dozentin Univ.-Prof. Dr. Sabine Schrader bedanken, sowie beim Vizerektorat für Lehre der Universität Innsbruck, dem Dekanat der philologisch-kulturwissenschaftlichen Fakultät, der Forschungsplattform CEnT, dem Büro für Internationale Beziehungen und der ÖH, aber auch bei der Universität Siegen, die dieses Projekt erst ermöglichte.

(Hannah Zajic, Carina Thaler, Andrea Lichtfuss)