Uni Innsbruck ehrt verdiente Persönlichkeiten

Beim Dies academicus wurden heute acht Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft ausgezeichnet. Sie alle haben sich wertvolle Verdienste um die Universität Innsbruck erworben oder durch ihre wissenschaftlichen Spitzenleistungen überzeugt. Der Mathematiker Bruno Buchberger und der Literaturwissenschaftler Michael Kenneally erhielten ein Ehrendoktorat.
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Bild: Der Dies academicus bot den Rahmen für zahlreiche Ehrungen.

Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wohnten heute dem Dies academicus der Universität Innsbruck bei, darunter Bundesminister Karlheinz Töchterle, Landtagspräsident Herwig van Staa, Landeshauptmann Günther Platter und Nationalrat Josef Lettenbichler. Rektor Tilmann Märk zog in seiner Begrüßung eine positive Bilanz über die Entwicklung der Universität: Die Zahl der Studierenden ist auf fast 27.000 gestiegen, die Forschungsleistungen und Drittmittel entwickeln sich überaus positiv. "Alle unsere gemeinsamen Anstrengungen haben letztlich dazu geführt, dass wir nach wie vor, wenn es um die Qualität der Forschung geht, in den wichtigsten internationalen Universitätenrankings an erster Stelle in Österreich liegen", betonte Rektor Märk. "Um solche Spitzenergebnisse zu erreichen, braucht es natürlich verschiedene Voraussetzungen, unter anderem eine entsprechende Finanzierung - hier besteht erheblicher Verbesserungsbedarf - und vor allem Köpfe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich mit Begeisterung, Passion und Idealismus für die Universität einsetzen." Die Universität werde aber auch von vielen unterstützt. "Wir werden begleitet von Menschen, denen diese positive Entwicklung der Universität Innsbruck wichtig ist, und von Kolleginnen und Kollegen, die Hervorragendes für die Wissenschaft geleistet haben. Einigen von ihnen bezeugen wir heute mit diesen Ehrungen unseren Dank", sagte Rektor Märk.

Die Geehrten sind:

Ehrendoktorat der Naturwissenschaften

  • o. Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Bruno Buchberger
    Bruno Buchberger (*1942) ist Professor für Computer-Mathematik an der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz und als Gastprofessor an zahlreichen Universitäten in aller Welt tätig. Er gründete das Institut für Symbolisches Rechnen (RISC) der Universität Linz im Schloss Hagenberg und leitet den Softwarepark Hagenberg. Der weit über die Grenzen Österreichs angesehene Wissenschaftler erstellte als IT-Beauftragter der Universität Innsbruck das Konzept für den vor über zehn Jahren gestarteten Informatik-Schwerpunkt der Universität. Noch als Dissertant an der Universität Innsbruck entwickelte Buchberger die Theorie der ‚Gröbnerbasen’, eines grundlegenden Verfahrens der Computer-Mathematik, das inzwischen weltweit in allen modernen mathematischen Softwaresystemen Anwendung findet und ihn international bekannt gemacht hat. Für sein herausragendes wissenschaftliches Lebenswerk und sein Engagement beim Aufbau der Informatik verlieh ihm die Universität Innsbruck ein Ehrendoktorat.

Ehrendoktorat der Philosophie

  • Univ.-Prof. Dr. Michael Kenneally
    Michael Kenneally (*1945) ist Professor an der Concorida University Montreal, Kanada, und gilt international als einer der ausgewiesensten Kenner der irischen Literatur. Selbst als Kind einer armen Familie in Irland geboren, wanderte er nach dem Schulbesuch nach Kanada aus und studierte an den drei bedeutendsten Universitäten. Er wurde aufgrund seiner Leistungen bald Professor und gründete an der Concordia University das heute bedeutendste Institut für kanadisch-irische Studien. Er war langjähriger Präsident der Internationalen Vereinigung für Irische Literatur und genießt eine außergewöhnlich große internationale wissenschaftliche Reputation. Schon seit vielen Jahren arbeitet Michael Kenneally mit dem Institut für Anglistik der Universität Innsbruck zusammen. Er war in dieser Zeit auch mehrfach als Gastprofessor in Innsbruck tätig. Das Ehrendoktorat der Universität Innsbruck wurde ihm aufgrund hervorragender wissenschaftlicher Leistungen verliehen.

Ehrensenatoren

  • Fürst Hans-Adam II von und zu Liechtenstein
    Seit jeher versteht sich die Universität Innsbruck auch als Landesuniversität für das Fürstentum Liechtenstein. Seit seinem Amtsantritt 1989 hat Fürst Hans-Adam (*1945) die vielfältigen Aktivitäten stets als Schutzherr und Förderer mitgetragen und unterstützt. Darüber hinaus ist er eine Persönlichkeit, die durch vorbildlichen Einsatz für Kultur und Bildung das Verhältnis zwischen dem Fürstentum und österreichischen Bildungseinrichtungen nachhaltig beeinflusst.
  • Landeshauptmann Günther Platter
    Günther Platter (*1954) hat nicht erst seit seinem Amtsantritt als Tiroler Landeshauptmann die Förderung der Universität Innsbruck immer befürwortet. Dabei ist ihm keineswegs nur der unmittelbare Technologietransfer ein Anliegen. Vielmehr ist er immer für die Förderung der Universität als Gesamtheit, einschließlich der Grundlagenfächer und ihrer Lehre, eingetreten. Nicht zuletzt auch sein vehementes Eintreten für das Haus der Physik unterstreicht den Stellenwert, den er der Universität Innsbruck zukommen lässt.

Ehrenbürger

  • DI Guido Holzmeister
    Guido Holzmeister (*1914) hat der Universität Innsbruck einen äußerst umfangreichen Nachlass aus dem Privatbestand seines Vaters, des Architekten Clemens Holzmeister, überlassen. Dieser nicht nur architekturhistorisch, sondern auch kulturell sehr bedeutsame Bestand wird im Archiv für Baukunst aufgearbeitet und aufbewahrt.
  • Christoph Oberrauch
    Christoph Oberrauch (*1941) ist Präsident und Inhaber des Südtiroler Unternehmens Technicon. Von 2004 bis 2012 war er Präsident des Unternehmerverbands Südtirol und hat in dieser Zeit ein Kooperationsabkommen mit der Universität unterzeichnet. Als Verwaltungsrat der Stiftung Südtiroler Sparkasse hat er sich stets für die Unterstützung der Universität engagiert.
  • Turi Werkner
    Turi Werkner (*1948) hat sich als bildender Künstler einen Namen gemacht. Aus seinem Schaffen hat er der Universität für das Brenner-Archiv 95 Notizbücher und fünf Hauptbücher von beträchtlichem Wert überlassen und damit seine ganz besondere Verbundenheit mit der Universität bezeugt.

Ehrenzeichen

  • Mag. Claudia Mair-Gredler
    Claudia Mair-Gredler koordinierte von 1987 bis 2011 mit außergewöhnlichem Einsatz die Innsbrucker Hochschulkurse Deutsch. Die in den Sommerferien durchgeführten Sprachkurse sind im Laufe der Jahre zur anerkannten und beliebten Institution geworden.

Auszeichnungen für Studierende

In Rahmen der Ehrungen wurden auch wieder Best Student Paper Awards für hervorragende Leistungen von jungen Nachwuchsforscherinnen und -forschern an der Universität Innsbruck verliehen. Mag. Philipp Strobl, MA, Mag. Martin Bodner, Bakk., Mag. Dr. Birgit Waltenberger und MMag. Martin Trenker erhielten jeweils 1500 Euro, zur Verfügung gestellt vom Unternehmen MED-EL.

Der Dies academicus wurde am Nachmittag mit Festvorträgen der neuen Ehrendoktoren und der Verleihung der Studienförderpreise des Deutschen Freundeskreises der Universitäten in Innsbruck fortgesetzt