IN VINO LINGUA: Studierende schreiben Wein-Sprachkurs

Die Studierenden des Instituts für Romanistik sind intensiv im EU-Projekt „VinoLingua“ mit-involviert, das Sprachlehrmaterialien für Winzer und Winzerinnen in ganz Europa erarbeitet. Mitte Juni luden die TeilnehmerInnen des Projektseminars „VinoLingua“ zum Schlussevent in der Aula, bei dem sie das Projekt und ihren Beitrag dazu präsentierten.
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Bild: Prof. Dr. Ursula Moser, Dr. Angelo Pagliardini, Prof. Dr. Eva Lavric, Mag. Markus Gramann von der Hypo Tirol Bank (von links nach rechts).

Rektor Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c.mult. Tilmann Märk hatte es sich nicht nehmen lassen, das Event persönlich zu eröffnen, „nicht nur, weil Wein ganz generell ein sehr attraktives Thema darstellt, sondern vor allem, weil das EU-Projekt ‚VinoLingua’ und die begleitenden Projektseminare die Kreativität und den Praxisbezug unserer Forschenden und Studierenden in beispielhafter Weise illustrieren“, betonte er in seiner Rede.

Das von der Universität Innsbruck geleitete EU-Projekt „VinoLingua“ aus der Lifelong-Learning-Schiene verbindet Wein und Sprachen über die Landesgrenzen hinaus. Ziel des Projekts ist, dass Weinbauern und Weinbäuerinnen in Europa ihren Wein auch über die Sprachgrenzen der eigenen Muttersprache hinaus bekannt machen und verkaufen können. Es wird nicht nur auf Englisch vertraut, sondern mit den Projektsprachen Französisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch wird die Sprachenvielfalt in Europa gewürdigt und gefördert. Die europäische Dimension des Projekts ergibt sich auch aus der Zusammenarbeit der Universität Innsbruck mit 10 Partnern aus vier Ländern. Fünf europäische Weinbauregionen sind einbezogen, nämlich Südtirol, die Wachau, die Toskana, Burgund und Toro. Die Partnerschaft setzt sich aus Universitäten und Weinbauschulen zusammen.

Das Projektseminar VinoLingua im Sommersemester 2012 ist bereits das fünfte einer Reihe von Projektseminaren am Institut für Romanistik, bei denen die Studierenden das EU-Projekt „VinoLingua" über die gesamte Dauer begleiten und unterstützen. Das Besondere an diesem Seminar ist, dass die Studierenden in allen Phasen des Projekts systematisch miteinbezogen werden und somit einerseits einen Einblick in die Funktionsweise eines multinationalen EU-Projekts erhalten und andererseits mit ihrer Arbeit substantiell zur Durchführung des Projekts und zu seiner Öffentlichkeitsarbeit beitragen. Diese Projektseminare werden von verschiedenen Lehrenden des Instituts für Romanistik geleitet, insbesondere von Dr. Angelo Pagliardini, der nun schon das fünfte Mal dabei ist, mit wechselnden PartnerInnen, in diesem Semester ist es Prof. Eva Lavric, im vorigen Semester war Prof. Ursula Moser sehr engagiert dabei.

Das Projektseminar dieses Semesters war ganz auf das Lektionen-Schreiben abgestellt: In acht Sprach-Gruppen (zwei für jede Sprache), einer Graphik-, einer EDV- und einer Schlussevent-Gruppe arbeiteten die Studierenden weitgehend selbstständig. So stärkten sie ihre Fähigkeiten in Teamwork, ihre Fremdsprachenkenntnisse sowie ihre Problemlösungs- und Planungskompetenzen. Von den Projektpartnern und Lehr­veranstaltungsleitern wurden die Ziele und Inhalte der einzelnen Lektionen vorgegeben und die Dialoge gewissermaßen in „Rohform“ zur Verfügung gestellt. Die Studierenden füllten dieses Gerüst mit Substanz aus, schrieben Vokabellisten, Grammatik-Erklärungen, verschiedenartige Übungen und Kultur-Items, und sie kümmerten sich um Bilder und Graphiken. Mit einigem Stolz und viel Humor präsentierten sie beim Schlussevent die Ergebnisse ihrer Arbeit; so mancher im Publikum wird dabei Lust bekommen haben, mit den vorgestellten „VinoLingua“-Materialien seine Fremdsprachen­kenntnisse aufzupolieren.

Die Inititatorin und Koordinatorin des „VinoLingua“-Projekts, Frau Mag. Maria Gnilsen (eine Absolventin der Innsbrucker Romanistik), war auch zum Schlussevent gekommen und dankte den Studierenden für ihr Engagement und ihren großen Beitrag zum Gelingen des Projekts.

Besonders interessant war für die Studierenden die Zusammenarbeit mit außeruniversitären Projektpartnern, nämlich mit Winzern und Winzerinnen. Einer davon war auch beim Schlussevent dabei: Leonhard Czipin, Winzer und Lehrer an der Weinbauschule in Krems, lobte das Projekt aus der Perspektive der Zielgruppe und lud zu einer Weinverkostung mit Buffet, bei der das zahlreich erschienene Publikum sich überzeugen konnte, wie in vorbildlicher Weise Lehre und Forschung mit der Praxis, nämlich dem Wirtschaftsleben und der Kultur, verbunden werden können.

Die Projektleiterin von „VinoLingua“, Prof. Eva Lavric, betonte: „Es zeigt sich in unserem Projekt und den dazugehörigen Projektseminaren, dass die Zusammenarbeit von ForscherInnen und PraktikerInnen eine große Kreativität freisetzt. Es ergibt sich eine Win-win-Situation, in der sich Theorie und Praxis gegenseitig befruchten, aber auch Universität und Gesellschaft, Lehre und Forschung, Tirol und seine europäischen Nachbarn und Partner.“

Gesponsert wurde das Schlussevent von der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät, dem Institut für Romanistik, dem Frankreich-Schwerpunkt, der Österreichischen Hochschülerschaft, der Hypo Tirol Bank sowie den Firmen enrisol und AlgeElastic. Für die Musik sorgte Mario Soto-Delgado vom Institut für Romanistik mit seiner Gitarre.

(Eva Lavric)