Internationale Tagung zu Mediation in Innsbruck

Anfang Juni veranstaltete das Institut für Italienisches Recht der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck im Claudia-Saal in der Herzog-Friedrich-Straße 3 in Innsbruck eine Tagung mit dem Titel „Mediation. Neue Rechtslage und internationale Erfahrungen/Mediazione. Novità giuridiche ed esperienze nel contesto internazionale“.
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Bild: Gruppenfoto der ReferentInnen und OrganisatorInnen mit Institutsleiter Dekan Eccher. Von links nach rechts: Prof. Dr. Marino Marinelli, RA Dr. Andrea Pallaver, Richter Dr. Klaus Meßner, Prof. Dr. Ena-Marlis Bajons, Dekan Prof. Dr. Bernhard Eccher, Dr. Silvana Dalla Bontà, RA Dr. Maurizio di Rocco, MMag. Klaus Rier, Mag. Johanna Viktoria Brugger

Die Tagung am 1. Juni setzte sich aus zwei Schwerpunkten zusammen: Am Vormittag stand die Rechtslage in Italien im Vordergrund. Da Italien das in der EG-Richtlinie 2008/52/ EG für alle Mitgliedstaaten vorgeschriebene Mediationsverfahren erst mit gesetzesvertretendem Dekret vom 4. März 2010 Nr. 28 umgesetzt hat, bot das Thema Stoff für viele Diskussions- und Kritikpunkte sowohl aus der Perspektive des Theoretikers als auch des Anwenders der neuen Regelungen. Am Nachmittag wurde hingegen ein Blick über die Grenzen Italiens gewagt, einerseits die praktische Anwendung der Mediation in Österreich geschildert, andererseits die Umsetzung der Richtlinie in anderen EU-Ländern dargelegt.

Das erste Panel des italienischen Blocks wurde von Prof. Marino Marinelli, ordentlicher Professor für Zivilprozessrecht an der Universität Trient und Lehrbeauftragter am Institut für Italienisches Recht, mit einem interessanten, allgemeinen Einblick in das italienische Mediationsverfahren eingeleitet. Darauf folgte eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Materie von Seiten seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Silvana Dalla Bontà.

RA Dr. Maurizio Di Rocco, Exponent des Mediationsorganismus Resolutia, und RA Dr. Andrea Pallaver, Präsident der Rechtsanwaltskammer Bozen sowie des dortigen Mediationsorganismus, stellten im zweiten Panel die praktische Anwendung der Mediation in Italien vor: RA Di Rocco schilderte in eindrucksvoller Form die Funktionsweise eines der größten Mediationsorgansimen in Italien sowie die praktischen Anforderungen an die MediatorInnen. RA Pallaver präsentierte in seinem Referat den erst vor kurzem gegründeten Mediationsorganismus bei der Rechtsanwaltskammer Bozen.

Nach einer kleinen kulinarischen Stärkung im Thüring-Saal fuhr Frau Prof. Ena-Marlis Bajons, ordentliche Professorin für Zivilprozessrecht an den Universitäten Wien und Trient, zu Beginn des dritten Panels mit einem rechtsvergleichenden Referat zur Umsetzung der Richtlinie in verschiedenen Mitgliedstaaten der EU fort.

Als letzter Referent bot schließlich Richter Dr. Klaus Meßner in einem sehr persönlichen Vortrag Einblick in die Arbeit des Mediators und Richters in Österreich.

Zum Abschluss folgte als vierter Teil eine angeregte Podiumsdiskussion, in der sich nicht nur die Referenten insbesondere über den unterschiedlichen Stellenwert der Mediation in Italien und Österreich austauschten, sondern sich vor allem auch das Publikum mit Einwänden und Fragen stark einbrachte.

Die Organisatoren Mag. Johanna Viktoria Brugger und MMag. Klaus Rier freuten sich besonders über das große Interesse des Publikums. Der rege Gedankenaustausch zwischen Referenten und Teilnehmern sowie die positive Aufnahme der Tagungsidee durch die Rechtsanwaltskammer Bozen bestätigen den Erfolg der Tagung.

(Johanna Brugger)