Symposium ‚The Politics of Digital Architecture'

Vier Studierende der Fakultät für Architektur (Thomas Buseck, Johannes Ladinig,Theodor Wender, Moritz Keitel) initiierten und kuratierten aus Anlass des von Univ.-Prof.Dr. Patrik Schumacher (Uni Innsbruck) erschienen Architekturtraktats ‚The Autopoiesis of Architecture’ das Symposium ‚The Politics of Digital Architecture: Complexity, Responsibility and the Production of Space.
Patrik Schumachers Architekturtraktat stand im Zentrum eines von Studierenden veranstalteten Symposiums.
Bild: Patrik Schumachers Architekturtraktat stand im Zentrum eines von Studierenden veranstalteten Symposiums.

Den Keynote Vortrag hielt der international renommierte Architekt und Theoretiker Lars Spuybroek, Professor am Georgia Institute of Technology in Atlanta. Die anschließende Diskussionsrunde wurde von Dr. Jan Willmann, Oberassistent am Department Architektur und Digitale Fabrikation der ETH Zürich, moderiert. Als Vertreter der Universität Innsbruck waren folgende Professoren vertreten: Patrik Schumacher (Institut für Experimentielle Architektur.Hochbau), Marjan Colletti (Institut für Experimentielle Architektur.Hochbau), Peter Trummer (Institut für Städtebau) und Bart Lootsma (Institut für Architekturtheorie und Baugeschichte).

Patrik Schumachers Buch ist wahrscheinlich das anspruchsvollste Architekturtraktat, das in den letzten Jahren erschienen ist. In 1250 Seiten soll es eine Ergänzung zu Niklas Luhmanns Systemtheorie darstellen, so wie er diese in ‚Die Gesellschaft der Gesellschaft’ (1988) beschrieb. Luhmann arbeitete seine Theorie in einer Reihe von Monographien über einzelne Funktionssysteme aus wie zB Wirtschaft, Recht, Politik und Kunst. Schumacher’s ‚The Autopoiesis of Architecture’ beschreibt nun die Architektur als eigenes, selbstständiges Funktionssystem. Darüber hinaus ist es eine Geschichte der Architektur und ihrer Theoretisierung seit der Antike und nicht zuletzt ein Manifest des so genannten ‚Parametizismus’, eine Architekturströmung die weitgehend bestimmt wird durch Parameter, die mit digitalen Mitteln in architektonischen Formen, Gebäuden und Städten umgesetzt werden. Patrik Schumacher ist der wichtigste Partner von Zaha Hadid Architects, ein global operierendes Architekturbüro und einer der führenden Vertreter dieser Stilrichtung. Er realisierte in den letzten Jahren unter anderem wichtige Bauten wie die Oper in Quangzhou, das Aquatics Centre für die Olympischen Spiele in London, sowie die Skischanze am Bergisel und die Hungerburgbahn in Innsbruck. Dafür erhielt Zaha Hadid 2004 den Pritzker Preis, der als der Nobelpreis für Architektur gilt.

Fast gleichzeitig mit ‚The Autopoiesis of Architecture’ erschien Lars Spuybroek’s ‚The Sympathy of Things’, ein höchst originelles und bahnbrechendes Buch, inspiriert von John Ruskin’s Ideen über Schönheit aus dem neunzehnten Jahrhundert, die eine ästhetische Architektur- und Designtheorie für das digitale Zeitalter formuliert. Prof. Spuybroek’s Buch ist aber vor allem auch ein beeindruckendes philosophisches Werk.

Die Mitglieder der Fakultät für Architektur der Universität Innsbruck sind sehr stolz, dass sie mit zwei international so wichtigen Vertretern ihre Ideen diskutieren konnten, aber vor allem, dass dadurch auf Initiative von Studierenden ein Beitrag zum internationalen Diskurs entstand.

Das Symposium war eine Kooperation zwischen den Studierenden und folgenden Institutionen: ÖH – Fachschaft Architektur, Institut für Experimentelle Architektur.Hochbau, Institut für Architekturtheorie und Baugeschichte, Institut für Städtebau und dem Dekanat der Fakultät für Architektur.

(Katharina Weinberger)