Ausstellung: Ver-Wandlung.
Metamorphosen von Skulpturen im Wandel der Zeit

Plakat

Das Augustinermuseum Rattenberg und die Universität Innsbruck sind Partner in einem Aus­stellungsprojekt, welches die künstlerische und historische Entwicklung der Holzskulptur zum Gegenstand hat. Das Material Holz soll dabei in seinem ganzen Facettenreichtum, sei­nen Wandlungs- und Verwandlungsmöglichkeiten sowie seinen vielfältigen Erscheinungsbil­dern gezeigt werden. Durch die Miteinbeziehung der permanenten Sammlung in die Sonderausstellung soll ein neuer Blick auf die vorhandenen Bestände des Museums geworfen werden. Anhand von Kunstwerken aus dem museumseigenen Bestand, die durch einige externe Werke und Foto­grafien ergänzt werden, wird die Verwandlung von mittelalterlichen Skulpturen im Laufe der Jahrhunderte veranschaulicht. Neben der Aufarbeitung der Verwandlung von Holz­skulpturen im Laufe der Zeit wird auch ein zeitgenössisches Element im Sinne der Darstel­lung zeitgenössischer Skulpturen eingearbeitet. Damit wird gezeigt, dass die Kunst eines Holzbildhauers und Holz als künstlerisches Material nichts an seiner Faszination eingebüßt hat.

Der thematische Schwerpunkt der Ausstellung liegt in der Illustration der Verwandlung von sakralen Holzskulpturen aufgearbeitet nach den Gesichtspunkten der Darstellung des Ent­stehungsprozesses einer gefassten Skulptur, der Metamorphose durch Geschmackswan­del, Metamorphose durch Restaurierung, Metamorphose durch Bekleidung und das Ende der Metamorphose am Beispiel eines zeitgenössischen Kunstwerks als nicht-verwandelba­res Kunstobjekt.

Die Aufteilung der gesamten Ausstellung erfolgt thematisch sowie räumlich angepasst an die gotischen und barocken Räumlichkeiten des Museums. Somit führt durch das gesamte Museum ein thematisch roter Faden, welcher dem Besucher die unterschiedlichen Ge­sichtspunkte der Ver-Wandlungen näherbringen soll. Auf Grund der thematischen Struktur und der Einbeziehung der räumlichen Konzepte kann vom Besucher die Besichtigung der Ausstellung in jedem Raum begonnen werden. Die mittelalterliche Skulptur wird zu Beginn des Ausstellungskonzeptes als ein „multifunktionales“ Werk in unterschiedlichen Metamor­phosen dargestellt, das immer wieder an zeitgemäße Ausstattungen (z.B. Kirchenaltar) & Kontexte (z.B. Museum) angepasst wurde. Mittels einer Rekonstruktion soll auch der hand­werkliche Aspekt dieser Figuren in den Vordergrund gerückt werden. Am Ende der Aus­stellung (in der Kirche) sollen einige Werke eines zeitgenössischen Holzbildhauers stehen, der sich in der Tradition dieses Handwerks versteht.

Die Ausstellung soll in einfacher Weise aufzeigen, dass Verwandlungen von Holzskulpturen aufgrund von ästhetischen (Anpassung an einen Zeitstil) und ethischen Aspekten (Erhaltung und Konservierung durch die Denkmalpflege, Restaurierung und Musealisierung) durchge­führt wurden. Mit der bewussten Hereinnahme eines zeitgenössischen Kunstwerks soll auch zur Diskussion über das divergierende Verständnis von Kunst einst und jetzt angeregt wer­den. So wird aufgezeigt, dass das zeitgenössische Verständnis von Kunst und Werk selbst durch einen Prozess der Metamorphose ging.

In diesem Sinne soll als Repräsentant für eine zeitgenössische Holzbildhaue­rei das Werk von Aron Demetz stehen. 1972 in Sterzing geboren, wuchs Demetz im Grödental auf, wo das Holz­bildhauer-Handwerk allgegenwärtig ist. Früh schon entwickelte sich bei De­metz eine Präfe­renz für das Material Holz. So besuchte er die Kunstschule in Wolkenstein und pflegte da­mals schon Kontakte zu bekannten Bildhauern. Ab 1997 besuchte er die Akademie der Bil­denden Künste in Nürnberg, wo er bei Professor Christian Höpfner laut eigenen Anga­ben viel über die menschliche Figur lernte. Die Aus­einandersetzung mit dem Menschen und seiner sich wandelnden Gestalt ist es auch, die Demetz an der Kunst reizt.

Das Material Holz als zentraler Teil seiner künstlerischen Arbeit wird häufig durch andere Materialien wie Silber- oder Aluminium­folien, oder Naturharz ergänzt, um besondere Ober­flächen zu erschaffen. Die Skulpturen erhalten so eine Art neue Haut, von der eine beson­dere Wirkung ausgeht. Die Arbeiten von Aron Demetz bilden einen gelungenen Abschluss der Ausstellung.

 

Ausstellungsteam

Augustinermuseum Rattenberg: http://www.augustinermuseum.at/


Aron Demetz: http://www.arondemetz.it/


Artikel in der Weltkunst: http://www.weltkunst.de/nachrichten/kunstundwirtschaft.html

 

 

 

Grafik_Ausstellung

 

 

 

 

 

Logos