Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Ziel 12 Nachhaltige/r Konsum und Produktion
Gewährleistung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster

SDG 12 fordert zu Handlungen an allen Fronten auf: Einführung nachhaltiger Verfahren und einer Nachhaltigkeitsberichterstattung auf Unternehmensseite; Förderung nachhaltiger Beschaffungspraktiken und Rationalisierung ineffizienter Subventionen für fossile Brennstoffe aufseiten der politischen Entscheidungsträger; umweltbewusste Lebensweisen der Verbraucher; Entwicklung neuer Technologien und Produktions- und Konsummuster durch Forscherinnen und Forscher, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und andere.

SDG 12 sieht einen nachhaltigen Konsum sowie eine nachhaltige Produktion vor, bei der Ressourcen effizient eingesetzt, die weltweite Lebensmittelverschwendung und das Aufkommen sonstiger Abfälle reduziert und Giftmüll und Schadstoffe sicher entsorgt werden.

In SDG 12 wird außerdem betont, wie wichtig die Stärkung der wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit in Entwicklungsländern für die Etablierung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster und die Entwicklung von Instrumenten zur Beobachtung der Auswirkungen eines nachhaltigen Tourismus auf die nachhaltige Entwicklung ist.  

Bei der Überwachung von SDG 12 im EU-Kontext liegt der Schwerpunkt auf den Fortschritten, die bei der Entkopplung von Umweltfolgen und Wirtschaftswachstum, der Verringerung des Energieverbrauchs und der Bewältigung der Abfallproduktion und -entsorgung gemacht wurden.

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Anregungen für die Entwicklung spezifischer Nachhaltigkeitskompetenzen aus dem handlungsorientierten, transformativ pädagogischen und lernergebnisorientierten Leitfaden Education for Sustainable Development Goals, UNESCO (2017)

Exemplarische Lernziele

Kognitive Lernziele

  1. Die Lernenden verstehen, wie individuelle Lebensstilentscheidungen die soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung beeinflussen.
  2. Die Lernenden verstehen Produktions- und Verbrauchsmuster und Wertschöpfungsketten sowie die Wechselbeziehung von Produktion und Verbrauch (Angebot und Nachfrage, Giftstoffe, CO2-Emissionen, Abfallerzeugung, Gesundheit, Arbeitsbedingungen, Armut usw.).
  3. Die Lernenden kennen die Rollen, Rechte und Pflichten verschiedener Akteure in Produktion und Konsum (Medien und Werbung, Unternehmen, Kommunen, Gesetzgebung, Verbraucher usw.).
  4. Die Lernenden kennen Strategien und Praktiken einer nachhaltigen Produktion und eines nachhaltigen Verbrauchs.
  5. Die Lernenden verstehen Dilemmata / Kompromisse im Zusammenhang mit und Systemänderungen, die zur Erzielung eines nachhaltigen Verbrauchs und einer nachhaltigen Produktion erforderlich sind.

Sozio-emotionaler Bereich

  1. Die Lernenden können die Notwendigkeit nachhaltiger Praktiken in Produktion und Verbrauch kommunizieren.
  2. Die Lernenden können andere dazu ermutigen, sich auf nachhaltige Praktiken in Bezug auf Verbrauch und Produktion einzulassen.
  3. Die Lernenden können zwischen Bedürfnissen und Wünschen unterscheiden und ihr individuelles Verbraucherverhalten im Lichte der Bedürfnisse der Natur, anderer Menschen, Kulturen und Länder sowie künftiger Generationen reflektieren.
  4. Die Lernenden können sich einen nachhaltigen Lebensstil vorstellen.
  5. Die Lernenden können sich für die ökologischen und sozialen Auswirkungen des individuellen Verhaltens als Produzentin/als Produzent oder Verbraucherin/Verbraucher verantwortlich fühlen.

Verhaltensbezogene Lernziele

  1. Die Lernenden können verbrauchsbezogene Aktivitäten anhand bestehender Nachhaltigkeitskriterien planen, umsetzen und bewerten.
  2. Die Lernenden sind in der Lage, Entscheidungsprozesse über Akquisitionen im öffentlichen Sektor zu bewerten, daran teilzunehmen und zu beeinflussen.
  3. Die Lernenden können nachhaltige Produktionsmuster fördern.
  4. Die Lernenden können ihre Rolle als aktive Stakeholder am Markt kritisch übernehmen.
  5. Die Lernenden können kulturelle und gesellschaftliche Orientierungen in Konsum und Produktion hinterfragen.

Exemplarische Inhalte

Werbung, Gruppenzwang, Zugehörigkeit und Identitätsbildung Produktions- und Konsumgeschichte, Muster und Wertschöpfungsketten sowie Management und Nutzung natürlicher Ressourcen (erneuerbare und nicht erneuerbare Energien)

Umwelt- und soziale Auswirkungen von Produktion und Verbrauch

Energieerzeugung und -verbrauch (Verkehr, gewerblicher und privater Energieverbrauch, erneuerbare Energien) Lebensmittelerzeugung und -verbrauch (Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung, Ernährungsgewohnheiten und -gewohnheiten, Abfallerzeugung, Entwaldung, übermäßiger Verbrauch von Lebensmitteln und Hunger)

Tourismus Abfallerzeugung und -bewirtschaftung (Vermeidung, Reduzierung, Recycling, Wiederverwendung)

Nachhaltige Lebensstile und vielfältige Praktiken einer nachhaltigen Produktion und eines nachhaltigen Verbrauchs

Kennzeichnungssysteme und Zertifikate für nachhaltige Produktion und nachhaltigen Verbrauch Grüne Wirtschaft (Cradle-to-Cradle, Kreislaufwirtschaft, grünes Wachstum, Degrowth)

Exemplarische Lernansätze und Methoden

Berechnen und reflektieren Sie den individuellen ökologischen Fußabdruck

Analysieren Sie verschiedene Produkte (z. B. Mobiltelefone, Computer, Kleidung) mithilfe der Lebenszyklusanalyse.

Führen Sie eine Firma, die nachhaltige Produkte produziert und verkauft

Führen Sie Rollenspiele durch, die sich mit verschiedenen Rollen in einem Handelssystem befassen (Produzent, Werbetreibender, Verbraucher, Abfallmanager usw.). Zeigen Sie Kurzfilme / Dokumentationen, um den Lernenden das Verständnis der Produktions- und Konsummuster zu erleichtern (z. B. Story of Stuff von Annie Leonard).

Entwicklung und Durchführung eines Aktionsprojekts in Bezug auf Produktion und Konsum (z. B. Mode, Technologie usw.) Entwicklung eines forschungsbasierten Projekts: „Geht es bei Nachhaltigkeit darum, Dinge aufzugeben?“

 

Externe Links

Department of Economic and Social Affairs, United Nations (nur in englischer Sprache verfügbar):

Targets and Indicators of Goal 12


 


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