Schulbesuch_Schwaz

BORG Schwaz zu Gast am Institut für Informatik

Um ein paar praktische Eindrücke vor den Sommerferien zu sammeln, besuchte die 5b des BORG Schwaz - mit Schwerpunkt Informatik! - in der letzten Schulwoche u.a. das Institut für Informatik. Ein Vortrag sowie drei Workshops zeigten, wie breit das Feld Informatik in der Praxis sein kann.

Seit einigen Jahren bietet das Institut für Informatik die Möglichkeit so genannter "Campustage" - Schulen besuchen das Institut für Informatik für eine Schulstunde, einen Vor/Nachmittag oder einen ganzen Tag, um in Vorträgen und/oder Workshops einen Einblick in das Forschungsgebiet Informatik zu erhalten. Manche Schulen nutzen dieses kostenlose Angebot regelmäßig, das BORG Schwaz war am 03.07. zum ersten Mal zu Gast am Institut. 

Die 25 Schülerinnen und Schüler der 5b mit Schwerpunkt Informatik wurden zuerst in einer kurzen Präsentation von Stephanie Autherith (Forschungsgruppe SEC) mit den Begriffen Security und Privacy, also Sicherheit und Datenschutz, vertraut gemacht. Dabei sprach sie unter anderem darüber, warum Sicherheit, verantwortliches Handeln und Schutz im Internet heute wichtiger sind denn je. Einerseits zeigte sie Möglichkeiten, wie ein Angreifer in ein System eindringen kann, andererseits wie man sich als Mensch (oder seinen Computer) davor schützen kann. Vor allem die Tatsache, dass in vielen Apps und auf Social Media Seiten die eigene Sicherheit und Sichtbarkeit nicht nur von den persönlichen Einstellungen, sondern auch von deinen seiner Freunde abhängt, ließ die anwesenden Schülerinnen und Schüler über ihr Medienverhalten nachdenken.

Nach dem Vortrag ging es in Kleingruppen weiter zu den drei Workshops dieses Tages:

Unreal Engine 4

Peter Thoman (Forschungsgruppe DPS) vermittelte in seinem Workshop ein Grundverständnis essenzieller Konzepte der Informatik anhand der Unreal Engine 4. Diese Spiele-Engine zur Entwicklung von Konsolen- und Computerspielen ermöglicht die Implementierung einfacher programmatorischer Abläufe, deren Effekte unmittelbar beobachtet und nachvollzogen werden können.

Konkret beschäftigten sich die Gruppen mit einem Würfel im dreidimensionalen Raum, an dem sie einfache Prinzipien der Physik darstellen konnten. Durch Programmierung brachten sie ihn u.a. dazu den Gesetzen der Schwerkraft zu trotzen, durch den Raum zu hüpfen oder sich endlos zu vervielfältigen. Gerade die letzte Programmierung, die unweigerlich zum Absturz der Anwendung führte, zeigte dabei deutlich die fatalen Auswirkungen exponentiellen Wachstums und führte zu einer regen Diskussion der Jugendlichen.

Computeraufbau, Netzwerktechnik und Digitale Selbstverteidigung

Matthias Weiler (Forschungsgruppe DBIS) widmete sich in seinem Workshop erst einmal den Grundlagen: Der Aufbau bzw. die einzelnen Teile eines Computers wurden dabei ebenso besprochen wie das Feld Netzwerktechnik. Dass das Wissen um diese Grundlagen oft fehlt, bestätigten die Jugendlichen: "Das war unser erstes Jahr Informatik. Wir haben hauptsächlich Textverarbeitung und Excel gemacht und ein bisschen HTML und Delphi programmiert. Computerbau und Netzwerktechnik kommen irgendwann später."

Der zweite Teil des Workshops führte schließlich ins Internet und beschäftigte sich damit, wie Informationen dort von A nach B  kommen und wie sicher sie dabei unterwegs sind. Verschlüsselung war dabei ein großes Thema, besonders die Mythen in Hinblick auf (die Sicherheit von) HTTPS, VPN Server, Tor und das berüchtigte Dark Net wurden intensiv diskutiert. Zudem wurde auch noch die Verwendung des Smartphones thematisiert und gemeinsam mit Matthias Weiler prüfte jede/r Einzelne die eigenen Sicherheitseinstellungen und vergebenen Berechtigungen auf Herz und Nieren.

Wie nehmen Roboter wahr?

Simon Haller (Forschungsgruppe IIS) beschäftigte sich in seinem Workshop mit der Frage, wie Roboter lernen, die Welt zu verstehen. Mit den Jugendlichen erarbeitete er dabei zuerst die Unterschiede zwischen menschlicher Wahrnehmung und der Wahrnehmung von Robotern. Dass sich die Fähigkeit zu sehen heute nicht mehr auf Kameras beschränkt, sondern Roboter über Sensoren auch Temperatur, Lichtintensität oder Feuchtigkeit wahrnehmen können, war für viele neu. Auch dass viele Roboter nicht anders lernen als Kinder, indem sie beispielsweise selbst mit Objekten interagieren, überraschte viele.

Anschließend beschäftigte sich der Workshop mit der Programmbibliothek OpenCV, die Algorithmen für die Bildverarbeitung und maschinelles Sehen frei zur Verfügung stellt. Mit Hilfe dieser und anderer Bibliotheken arbeiten Forscherinnen und Forscher daran, Robotern, Autos oder Drohen Sehvermögen in der Form beizubringen, dass sie auch verstehen, was sie in einem Bild oder Video sehen (= Computer Vision). Die Jugendlichen durften das Programm selbst ausprobieren und von ihnen ausgewählte Bilder durch Programmierung nach Lust und Laune manipulieren.

 

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa war der erste Campustag des BORG Schwaz auch schon wieder zu Ende. Das Institut für Informatik hofft, dass die Schülerinnen und Schülern einen spannenden Tag in der Welt der Informatik verbracht haben und würde sich freuen, manche von ihnen in drei Jahren als Studierende wieder begrüßen zu dürfen!