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Johannes Marks: Große Szene für Bariton, Chöre und Orchester nach Ingeborg Bachmanns Gedicht Unter dem Weinstock

Musik und Literarisches Lernen
Interdisziplinäre Tagung

Wer davon spricht, die engen wechselseitigen Beziehungen zwischen Musik und Literatur für den Deutschunterricht fruchtbar machen zu wollen, kann sich eines wohlwollenden Beifalls einigermaßen sicher sein. Interdisziplinarität ist gefragt, Inter- und Crossmedialität erst recht, und dass das klanglich-musikalische Moment im kompetenzorientierten Deutschunterricht notorisch zu kurz komme, ist fast ein Gemeinplatz.

Vor diesem Hintergrund muss der Befund überraschen, dass die wechselseitigen Beziehungen zwischen Sprache, Literatur und Musik bisher nur recht sporadisch zum Gegenstand deutschdidaktischer Theoriebildung geworden sind. Neben Helmut Holoubeks Monographie Musik im Deutschunterricht, immerhin schon 1998 vorgelegt, ist hier vor allem Wolfgang Wangerins breitgefächerter Sammelband zu nennen, ferner ein in jüngerer Zeit publiziertes Themenheft der Zeitschrift ide (Musik, 2/2013). Dort überall finden sich wertvolle Beiträge zur Theorie der Intermedialität, zur wechselseitigen Erhellung der Künste (Walzel) auch im schulischen Fokus sowie methodische Anregungen zur Einbeziehung von Musik, Performanz und Stimme in einen fachübergreifend angelegten, Kreativität befördernden Deutschunterricht.

Fraglos bleiben aber zum jetzigen Zeitpunkt Forschungsdesiderate offen; und hier setzt die interdisziplinäre Tagung an. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen der Komparatistik, Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik, Musikpädagogik und Musikwissenschaft beleuchten in ihren Vorträgen Themen- und Fragestellungen aus den folgenden Bereichen:

  • Theorie der intermedialen Beziehung zwischen Literatur (Sprache) und Musik
  • Literaturdidaktische Profilierung intermedialer, die Musik einbeziehender Zugänge
  • (Neueste) Rock- und Popmusik im Literaturunterricht – nicht nur als Texte betrachtet
  • Performanz und Stimme als Zugänge zum literarischen Lernen
  • Sprechen über Musik – Sprechen durch die Musik: sprachdidaktische Implikationen

Datum

  • 23.3.2018 (10:00-18:30)
  • 24.3.2018 (09:00-16:00)

Ort

Programm (Download)


Freitag, 23.03.2018

9.30

Anmeldung

10.00

Grußwort des Vizerektors für Lehre und Studierende, Univ.-Prof. Dr. Bernhard Fügenschuh
Grußwort des Dekans der School of Education, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Stadler

10.10–11.00

Univ.-Prof. Dr. Johannes
Odendahl (Innsbruck)

Musik und Literarisches Lernen. Intermediale Grundlagen und didaktische Perspektiven

11.00–11.15

Kaffeepause

11.15–12.15

Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt (Heidelberg)

»Keinerlei Mystik; Mathematik genügt mir.« – Über Armut und Fülle des Redens über Musik

12.15–13.15

Ao. Univ. Prof. Dr. Michaela
Schwarzbauer (Salzburg)

Sprechen in Musik – sprechen über Musik. Überlegungen, angestachelt durch die Gestalt Robert Schumanns

13.15–14.30

Mittagspause

14.30–15.30

Dr. Carlo Brune (Hannover)

Melancholischer Torso Apollos. PeterLichts popmusikalische Rilke-Rezeption und seine Vorstellung vom „neuen Menschen“ im Kontext didaktischer Überlegungen

15.30–16.30

Dr. Heidi Lexe (Wien)

Me and the Devil. Zur Erzähl-Funktion jugendliterarischer Soundtracks

16.00–16.30

Kaffeepause

16.30–17.30

Univ.-Prof. Dr. Werner Wolf (Graz)

Formen intermedialer Bezüge zwischen Musik und Literatur – und welche Erkenntnisse sie für Literatur und Literaturunterricht ermöglichen

 17.30–18.30

 Dr. Wolfgang Wangerin (Göttingen)

Klassische Vertonungen im Literaturunterricht? Oder: "Man überlässt es dem Zuhörer, die Situation auszufinden" (Beethoven)

ab 19.00

Möglichkeit zum gemeinsamen Abendessen



Samstag, 24.03.2018

9.00–9.45

Mag. Caroline Bader (Innsbruck)

Die Revolution oder Berlin Tag & Nacht. Aktuelle deutsche Rockmusik im interdisziplinären Deutschunterricht

9.45–10.45

Prof. Dr. Manfred Koch (Basel)

Bachmann und Celan – die Wirkung der Stimmen

10.45–11.00

Kaffeepause

11.00–12.00

Dr. Johannes Marks (Dortmund)

Musikalische Syntax und musikalisches Erzählen

12.00–12.45

Mag. Lukas Hacksteiner (Innsbruck)

Musizieren zwischen Therapie und Zwang. Formen und Funktionen der Intermedialität in Schlafes Bruder (Robert Schneider), Die Klavierspielerin (Elfriede Jelinek) und Maries Gespenster (Simona Ryser)

12.45–14.00

Mittagspause

14.00–15.00

PD Dr. Torsten Voß (Innsbruck)

Schwarze Romantik und Gothic Elements in Songs und Auftritten der Gruppe Rammstein. Literalität und Musikalität im Deutschunterricht

15.00–16.00

Prof. Dr. Christine Lubkoll (Nürnberg)

Sprache – Klang – Gesang. Das Musikalische als Thema und Instrument der Lyrik (Ludwig Tieck, Rainer Maria Rilke, Ernst Jandl. Mit einem Ausblick auf Popsongs)

16.00

Resümierender Ausklang durch die Leiterin des Instituts für Fachdidaktik, Univ.-Prof. Dr. Barbara Hinger


Veranstalter

Institut für Fachdidaktik
Didaktik des Unterrichtsfachs Deutsch (DUD)
Universität Innsbruck
Innrain 52
A-6020 Innsbruck

Teilnahmekosten

  • 50 € regulär
  • 25 € Studierende

Anmeldung

Die Anmeldung erfolgt online mithilfe des untenstehenden Formulars. Die Teilnehmerzahl ist auf 50 Personen begrenzt. Darüber hinausgehende Anmeldungen werden auf einer Warteliste vermerkt.






Ich nehme teil an:

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