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Vom Wissen zur Mündigkeit – politische Bildung
Vortragsreihe, 4. - 25.11.2021

HS 6, Geiwi/Campus Innrain, Innrain 52e, Universität Innsbruck

 

Politische Bildung zeichnet sich dadurch aus, dass sie Wissen vermitteln möchte, um zu selbstständiger Urteilsfindung und politischer Handlungsfähigkeit zu befähigen. Ihr zentrales Ziel ist die politische Mündigkeit, die sich sowohl in der Beteiligung an Wahlen, aber auch im Engagement in sozialen Bewegungen oder in der Unterstützung von Menschen in Not verdeutlichen kann. Dadurch stößt politische Bildung die Gesellschaft an, bringt sie in Bewegung, möchte aber nicht nur zu Partizipation motivieren, sondern auch zu kritischem Hinterfragen. Betätigungsfelder sind neben dem schulischen Unterricht, die Erwachsenenbildung oder die Jugendarbeit. Zudem sind, wenn von politischer Bildung gesprochen wird, Lern- und Bildungsprozesse zu reflektieren, die aus dem Engagement in Parteien oder der Beteiligung an Protestbewegungen, wie Fridays for Future, resultieren.

Von 4. bis 25.11.2021 veranstaltet der Lehr- und Forschungsbereich „Soziale und außerschulische politische Bildung“ des Instituts für Erziehungswissenschaft eine vierteilige Vortragsreihe mit dem Titel „Vom Wissen zur Mündigkeit – politische Bildung“. Im Rahmen der Reihe werden unterschiedliche Herangehensweisen politischer Bildung diskutiert. Im Mittelpunkt befindet sich die politische Bildung außerhalb der Schule, wobei gleichermaßen, für alle Felder politischer Bildung relevante didaktische Ansätze sowie informelle Lern- und Bildungsprozesse durch freiwilliges Engagement diskutiert werden. 

Ein Zutritt ist nur mit einem Nachweis "Getestet-Genesen-Geimpft" möglich. Es gelten die Hygieneempfehlungen der Universität Innsbruck: weitere Infos  


 

DO 4.11.2021, 19:00 Uhr

Politische Bildung – Bausteine einer emanzipatorischen und subjektorientierten Didaktik
(Univ.-Prof. Dr. Dirk Lange/Universität Wien)

Politische Bildung hat die Aufgabe mündige Bürger*innen in ihrer Urteilskraft zu fördern. Das ist eine Zielbeschreibung, die unter Akteur*innen der politischen Bildung schnell Konsens finden kann. Grundlegende Unterschiede und didaktische Kontroversen werden aber sichtbar, wenn der Blick auf die zu Grunde liegenden Konzepte von Citizenship, Politik und Bildung gerichtet wird. Der Vortrag diskutiert aktuelle Ansätze der Citizenship Education, der Demokratiebildung und der Politikdidaktik mit dem Ziel, eine emanzipatorische und subjektorientierte Didaktik der Politischen Bildung zu konturieren.

Univ.-Prof. Dr. Dirk Lange ist Inhaber des Lehrstuhls „Didaktik der Politischen Bildung“ am Zentrum für Lehrer*innenbildung der Universität Wien.

 

DO 11.11.2021, 19:00 Uhr

Politische Erwachsenenbildung in Österreich: Geschichte, Ziele, Herausforderungen 
(Sonja Luksik, MA /Österreichische Gesellschaft für Politische Bildung)

Hierzulande ist politische Erwachsenenbildung von geringer Institutionalisierung und fehlender Anerkennung geprägt. Nichtsdestoweniger, oder vielleicht gerade deswegen, entwickelte sich im Laufe der letzten Jahrzehnte eine heterogene und lebhafte Landschaft politischer Bildung. Die Themen-, Träger - und Angebotsvielfalt kann zweifelsohne als eine zentrale Stärke österreichischer politischer Erwachsenenbildung gesehen werden, gleichzeitig bieten die Fragmentierung und geringe fachliche Verankerung auch Anlass zur Kritik.
Neben einem historischen Abriss der Genese politischer Bildung steht im Vortrag vor allem eine Frage im Vordergrund: Wie können vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen Ziele, Schwerpunkte und Handlungsmöglichkeiten politischer Erwachsenenbildung eingeschätzt und ausgestaltet werden?

Sonja Luksik, MA ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Trainerin bei der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung (ÖGPB).

 

DO 18.11.2021, 19:00 Uhr

Politische Erwachsenenbildung und das Argumentationstraining gegen Stammtischparolen 
(Dr. Marion Wisinger, Wiener Forum für Demokratie und Menschenrechte) 

„Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“, „Asylanten sind Sozialschmarotzer“, „Wer Arbeit will, der findet auch welche“, „Ausländer sind kriminell“, „Wegen der vielen Flüchtlinge kann sich keine Frau mehr auf die Straße trauen“ „Da sind doch alles nur Wirtschaftsflüchtlinge“ – Stammtischparolen wie diese kommen meistens plötzlich und unerwartet, sie kommen aus der Mitte der Gesellschaft, sie sind populär und populistisch. Man fühlt sich überrumpelt, will reagieren, aber es fällt einem nichts Passendes ein. Was kann man sagen, was tun? Was steckt hinter diesen Parolen? Welches Weltbild wird mit ihnen transportiert? Haben sie eine Nähe zum Rechtsextremismus? Welche Argumente, Fakten und Informationen können den populistischen Parolen und Sprüchen entgegengesetzt werden? Doch werden sie im Zeitalter verbreiteter Fake News überhaupt akzeptiert? Diese Fragen werden interaktiv und mit grundlegendem Bezug zur politischen Erwachsenenbildung sowie auf die Psychologie von Vorurteilen und die Ursachen und Erscheinungsformen von Rassismus, Rechtspopulismus und -extremismus beantwortet.

Dr. Marion Wisinger, Historikerin und Autorin, Trainerin der politischen Bildung. Vorstandsvorsitzende des Wiener Forums für Demokratie und Menschenrechte, Beauftragte des Writes in Prison-Komitees des Österreichischen PEN-Clubs und Chefredakteurin des Liga-Magazins der Österreichischen Liga für Menschenrechte.


DO 25.11.2021, 19:00 Uhr

Politische Bildung durch freiwilliges Engagement: Pädagogische Implikationen von Active und Activist Citizenship 
(Univ.-Prof. Dr. Annette Sprung/Universität Graz)

Freiwilliges Engagement bietet – potenziell – vielfältige Anknüpfungspunkte, um gesellschaftliche und politische Verhältnisse sowie das Eingebundensein in diese kritisch zu reflektieren und gegebenenfalls auch die eigene Agency als „Active/Activist Citizen“ zu erweitern. Individuelle sowie kollektive Lern- und Bildungsprozesse gehen dabei oftmals unbewusst, en passant vor sich. Der Vortrag widmet sich den pädagogischen Implikationen so genannter „Acts of Citizenship“ (Isin & Nielsen, 2008) anhand theoretischer und empirischer Befunde. Letztere werden exemplarisch anhand von qualitativen Studien im Feld Migration und Flucht diskutiert.

Univ.-Prof. Mag. Dr. Annette Sprung ist Leiterin des Arbeitsbereichs „Migration – Diversität – Bildung“ am Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Universität Graz.

 


Veranstaltungskonzeption und -organisation:
Ass.-Prof. Mag. Mag. Dr. Martin Haselwanter
Lehr- und Forschungsbereich „Soziale und außerschulische politische Bildung“ des Instituts für Erziehungswissenschaft, Universität Innsbruck (Kontakt: Martin.Haselwanter@uibk.ac.at)

Die Vortragsreihe wird finanziert von der Fakultät für Bildungswissenschaften der Universität Innsbruck.     

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