Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Maria A. WolfMaria A. Wolf

Leopold-Franzens-Universität Innsbruck
Institut für Erziehungswissenschaft
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ElternWissen - gemeinsam stark (2012-14); gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und das Österreichische Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF)

 

PerspektivenBildung Österreich (2012-14) gefördert durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) und das Österreichische Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF)

 

Kulturen der Fremdbetreuung von Kindern (2010-12); untersucht werden historisch-gesellschaftlich organisierte Modelle, Praktiken und Praxen der Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern, die temporär oder nachhaltig nicht von den Eltern geleistet wird; ein Fokus liegt auf den darin relevanten Differenz- und Ungleichheitsverhältnissen.


Who Cares? Betreuung und Pflege in Österreich – eine geschlechterkritische Perspek­tive (2008-10). Gefragt wurde nach den Ursachen und Folgen der Ungleichverteilung von unbezahlter wie bezahlter Sorgearbeiten zwischen Frauen und Männern so wie der Konservierung dieser Arbeitsteilung (privater Patriarchalismus) durch die Arbeitsteilung zwischen Sozialstaat und Frauen (öffentlicher Patriarchalismus), der Institutionalisierung der tradierten Geschlechterdifferenz in Care-Institutionen, der nachhaltigen Vergeschlechtlichung von Erziehung & Bildung und von Care-Kulturen im Öffentlichen wie Privaten, der historischen Kontinuitäten von Politiken und Care-Kulturen sowie der  notwendigen Konzeptualisierung einer Care-Ökonomie, welche Care als gesellschaftlich notwendige Arbeit berechnet.

 

Alltagspraktiken subjektiver Absicherung (2008-10); untersucht werden Alltagspraktiken subjektiver Ab- und Entsicherung ) - Link zum Abstract

 

Lebendigkeit und Erziehung. Zum Verhältnis von Pädagogik und Eugenik (2000 - 2005); gefördert durch ein APART Stipendium (Austrian Programm for advanced research and technology) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften von 01. 09. 2000 - 01. 09. 2003. Pädagogik und Eugenik wurden als zwei in einem Traditionszusammenhang stehende Disziplinierungsversuche des menschlich Lebendigen in der Geschichte der Moderne analysiert. Den Erziehungs- wie den Biotechniken ist die Idee der "Verbesserung des Menschen" inhärent und beide setzen eine Entmystifizierung des menschlich Lebendigen als dem auch Vorgegebenen und Unverfügbaren voraus, die von einem hohen medizinischen Manipulations- und pädagogischen Kontrollaufwand abhängig ist. Im Zentrum für solche Verbesserungskonzepte steht die Mutterschaft als Dreh- und Angelpunkt der Entstehung von Leben und dessen "Aufzucht". Das Forschungsprojekt hat daher sowohl zu einer Geschichte der Mutterschaft in ihrer Beziehung zu pädagogischer und medizinischer Sozialisation, als auch zur Geschichte der Kindheit beigetragen.

 

Kultur- und sozialwissenschaftliche Zugänge zum Lebendigen (1999-2000);Im Projekt werden Probleme erforscht, die aus der Revolutionierung des gesellschaftlichen Verhältnisses zum Menschen selbst als Teil von Natur resultieren. Gefragt wird nach den Auswirkungen des wissenschaftlich-technischen Fortschrittes auf "den" Menschen und nach den möglichen Folgen des gesellschaftlichen Umgangs mit dem menschlich Lebendigen in der Gegenwart für dessen Zukunft. Gefragt wird aber auch danach, was angesichts dieser Entwicklung die Sozial- und Kulturwissenschaften gegenwärtig in ihrer Forschung und Theorieentwicklung zu verantworten haben. Ist es möglich und vielleicht auch notwendig, gegen eine "Naturwissenschaft vom Gesellschaftskörper" und gegen eine möglicherweise endgültige Instrumentalisierung des Menschen zum Humankapital eines flexiblen Kapitalismus, eine "Kultur- und Sozialwissenschaft des menschlich Lebendigen" zu erhalten, in der sich Kultur nicht gegen ihre materielle und lebendige Bedingtheit verselbständigt?

 

Kultur- und sozialwissenschaftliche Zugänge zum Schmerz (1997-98);Schmerz ist etwas, das wir zu verhindern suchen. Ihn zu vermeiden, erfordert den Erwerb einer großen Anzahl von Kulturtechniken, die wir mehr anwenden, als dass wir sie wüssten. Der Schmerz hat eine Geschichte, die verzahnt ist mit Religion, Wissenschaft und Kultur. Er ist mit Gewalt und Herrschaft, mit Erziehung und Ermächtigung verbunden. Schmerz ist ein Zeichen, das auf eine "Ursache" verweist, die wiederum von der Medizin und der Psychologie/Psychoanalyse verwaltet und behandelt wird. Und Schmerz ist - als chronischer - "Ursache", die auf nichts als auf sich selbst verweist. Schmerz ist auch lustanbindbar, wenn Freiwilligkeit und Kommunizierbarkeit gewährleistet sind, und Schmerz und die Angst davor helfen, uns zu schützen, während der selbst zugefügte Schmerz es ermöglicht, sich existentiell zu versichern. Ziel des Projekts ist die Erarbeitung unterschiedlicher Sichtweisen von Schmerz. Was und wie ist das: das Erleiden und ausdrücken von Schmerzen, das Zähmen, das Behandeln und Heilen und das Zufügen von Schmerzen?

 

Nachmoderne Geschlechterbeziehung (1991-95)Der "Fall" der Geschlechter-Grenzen evoziert den Verlust einer verbindenden und verbindlichen Geschlechter-Ordnung und hinterlässt uns in den Beziehungen mit der fehlenden Organisation des "Anderen". Es stellt sich also die Frage, was passiert, wenn "Weiblichkeit" und "Männlichkeit" keine projektive Entlastung mehr ermöglichen, wenn alle Positionen, die den "Anderen" in der Geschlechter-Beziehung organisieren, zusammenbrechen. Focus der Untersuchung ist die Identitätsarbeit der Frauen in Form der "leibhaftigen Selbstherstellung" als "weibliche Andere" in der nachmodernen Geschlechter-Beziehung. Dazu wird zum ersten das individuelle Gedächtnis der Gegenwart als historisch hervorgebrachter "Ort" erforscht, der unbewusst geworden ist. Zum zweiten wird die an diesem "Ort" wirksame Weiblichkeitskonstruktion als diskursiv erzeugte Identität herausgearbeitet, die zugleich auf ihr komplementäres "Anderes" verweist. Zum dritten wird die Geschichte dieser Identitätsdiskurse unter dem Aspekt aufgegriffen, dass sie den "Geschlechterrollen" von Frauen und Männern noch immer ihren Text vorschreibt, während sie im individuellen Sprechen von Frauen und Männern heute zum Nachhall eines Diskurses geworden ist, deren Imperative nicht mehr bindend sind. Gleichwohl bestehen die Symbolisierungen der modernen Geschlechter-Ordnung selbst dann noch, wenn ihnen auf der Ebene des Realen fast nichts mehr entspricht.