Erziehungs- und Bildungsphilosophie

Bewusst wird in diesem Bereich der Allgemeinen Erziehungswissenschaft die Klammer gesucht zwischen philosophisch-theoretischer Rahmung und Methoden empirischer Forschung. Dadurch soll der sachlich unbegründeten Dichotomie  zwischen Erfahrungswissenschaft und Grundlagenreflexion entgegengewirkt werden. Inhaltlich folgt diese Klammer der generell kulturwissenschaftlichen und ideologiekritischen Ausrichtung dieses Forschungs- und Lehrbereichs.

Speziell sind hier für die erziehungswissenschaftliche Forschung erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Fragen wegweisend. Inwieweit lässt sich z. B. eine systemische Verengung allgemeinerziehungswissenschaftlichen Denkens öffnen? In dieser Hinsicht wurde ein strukturpädagogischer Ansatz herausgearbeitet (vgl. Petra Reinhartz: Von der Differenz zur Idemität?, Königshausen & Neumann: Würzburg 1996).

Unter gleichem erkenntnistheoretischem Interesse wird zudem die Notwendigkeit demonstriert, zur Erfassung von Bildungsprozessen ästhetische Denkformen mit einzubeziehen. Die Demonstration geschieht in Bezug auf plurale theoretische Kontexte sowie in der Triangulation empirischer Forschung und ästhetischer Zugangsweisen (vgl. Petra Reinhartz: Vom alten und neuen Zauber der Bildung: Klinkhardt Forschung: Bad Heilbrunn 2001; Petra Reinhartz: Bilder-Räume in ihrer Bedeutung für Bildungsprozesse, in: Bild-Bildung-Argumentation, hrsg. von Karl Helmer, Gaby Herchert und Sascha Löwenstein, Königshausen & Neumann: Würzburg 2009, S. 201-211).

Petra Reinhartz