Allgemeine Erziehungswissenschaft

Die Allgemeine Erziehungswissenschaft befragt Handlungsfelder pädagogischer Praxis und Bereiche erziehungswissenschaftlicher Theoriebildung in ihrer Beziehung zu den Grundlagen der Disziplin – so z.B. Historische Anthropologie, Ästhetische Bildung, Erziehungs- und Bildungsphilosophie sowie Biographie- und Bildungsforschung. Die Allgemeine Erziehungswissenschaft kontextualisiert mit kulturwissenschaftlichen Zugängen die sie prägenden gesellschaftlichen Bedingungen und tritt dabei in Dialog mit den Teildisziplinen.

Dieses Sprechen dient der Klärung und Weiterentwicklung von Grundbegriffen (z.B. Bildung, Erziehung, Lehren-Lernen, Sozialisation), es thematisiert die pädagogische Ideen- und Theoriegeschichte sowie die Historie ihrer Gegenstände, erörtert die wissenschaftstheoretischen Grundlagen und verschiedenen Richtungen (z.B. Geisteswissenschaftliche Pädagogik, Empirische, Kritische und Reflexive Erziehungswissenschaft), setzt sich mit pädagogisch-anthropologischen Theoremen, methodologischen Entscheidungen und spezifischen Forschungsmethoden (z.B. hermeneutische, ethnographische, diskursanalytische und rekonstruktive Verfahren) auseinander und befasst sich mit Fragen gelingender pädagogischer Praxis in unterschiedlichen Kontexten.

Mit den aus historischer Perspektive gestellten Fragen nach Empirie, Theorie, Idee, Praxis, Poesis und Kontingenz hat die Allgemeine Erziehungswissenschaft bis heute eine die Grundverhältnisse des Erzieherischen strukturierende und befragende Funktion. Vor diesem Hintergrund möchte sie zur Entwicklung und Konturierung des Faches beitragen.


Franz Baur, Anna Bergmann, Bernd Lederer, Ulrich Leitner, Helga Peskoller, Michaela Raler, Petra Reinhartz