Studierendenprojekt: Ausstellung wissenschaftlicher Poster zum Thema „Vielfalt der Kindheit und Pädagogik der Vielfalt. Bilderbücher für Kinder“ im Österreichischen Buchklub der Jugend in Wien

 

Kinder erschließen über Bilderbücher intellektuell und sensitiv soziale Welten. Sie blättern in Bilderbüchern, hören die Texte der Bücher, die vorgelesen werden, und/oder betrachten die Bilder.
Bilderbücher tragen zur sprachlichen und ästhetischen Bildung bei und gestalten dadurch die frühkindliche Lesesozialisation mit. Sie fördern die kulturelle Alphabetisierung, indem sie Vorschläge für die Orientierung in sozialen Räumen anbieten. Sie geben Kindern differenziert Auskunft über soziale Themen und Probleme wie zum Beispiel Familienkonstellationen, generative Rollen, Identitäten, Angst, Konflikte, Gewalt, und sie stärken Kinder dadurch in ihrer sozialen Sprachmächtigkeit.

Masterstudierende der Erziehungswissenschaft der Universität Innsbruck erforschten im Rahmen des Seminars Vielfalt der Kindheit und Pädagogik der Vielfalt[1] Repräsentationen des Sozialen in Bilderbüchern und gingen deren Bedeutung im Erziehungskontext in Geschichte und Gegenwart nach. Die leitenden Forschungsfragen waren: Welche Antworten geben Bilderbücher auf soziale Fragen? In welcher Weise tun sie das? Wie sind diese Antworten aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive einzuschätzen? Welche Bilder von Kindheit, welche Vorstellungen davon, was Kindern wie zu vermitteln sei, lassen sich als implizite Grundlagen der Bilderbücher ablesen? Und letztlich: wie wirken diese Informationen in heterogenen kindlichen Lebenswelten?

Forschungsergebnisse
Bilderbücher bilden soziale Welten ab. Dabei geben sie bestimmten Lebenswirklichkeiten den Vorzug und stärken vielfach normative Sichtweisen. Mitunter brechen sie sie aber auch auf und entwerfen neue, alternative Szenarien, die vor allem aus unkonventionellen Überlagerungen von Bild- und Textinformationen entstehen und Kindern Raum für kreative Deutungen anbieten – den sie nutzen.

(Andrea Bramberger)

 

Die Forschungsergebnisse werden in Form wissenschaftlicher Poster im Juni und September 2013 – Montag bis Donnerstag von 12 bis 15 Uhr 30 – in der BücherBühne im KinderLiteraturHaus, Österreichischer Buchklub der Jugend, Mayerhofgasse 6, 1040 Wien ausgestellt. 

 

AutorInnen und Themen

Egger, Jasmin/Huber, Johanna/Urban, Mirjam.
Der Tod im Bilderbuch. 2012

Dalsant, Mirjam/Kogler, Eva-Maria/Valentin, Judith.
Tod in Kinderbilderbüchern. Welche Intention steckt hinter Bilderbüchern mit dem Thema Tod? Bieten diese normierende Lösungen und Vorschläge zum Umgang mit der Thematik an? 2012

Isenberg, Antonia/Mian, Stephanie/Scham, Tanja.
Eine Bilderbuchfamilie… 2012

Gabriel, Isabell/Kölldorfer, Sarah/Muller, Tanja.
Bilder und ihre Wirkungsmacht.
Die manipulative bzw. sozialisierende Funktion von Bilderbüchern aus der NS-Zeit. 2012

Haniger, Roman/Klingler, Daniela/Niederegger, Manuela.
Besitzt Sprache Macht? 2012

Appelt, Angelika/Ellemunt, Sonia/Unterrader, Margot.
Blöde Ziege, dumme Gans. Konfliktlösungsstrategien in Bilderbüchern. 2012

Breitenberger Astrid/Klausz, Tamara/Oberbichler, Lisa-Maria.
Montessoribuch „Hilfe für Mario“.
Analyse unter Berücksichtigung montessoripädagogischer Prinzipien. 2012

Bacher, Stefanie/Heidegger, Miriam/Staffler, Franziska.
„Das Fremde“ in Bilderbüchern. 2012

Bleicher, Anja/Gallhuber, Bernadette/Jäger, Miriam/Schirnhofer, Simone.
Die Darstellung der homosexuellen Partnerschaft mit Kind in Kinderbüchern. Welche Unterschiede ergeben sich in den Büchern Papas Freund (1994) und Zwei Papas für Tango (2006)? 2013

Grüner, Verena/Kusstatscher, Evi/Obermaier, Marion/Paulmichl, Maria Rosa.
„Gehört das so??!“[2]

Familienkonstellationen in den Gewinnerbüchern des Deutschen Literaturpreises. 2013

Berchtel, Sandra/Hauser, Claudia/Juen, Sabine.
Vaterrollen in Bilderbüchern. Vom Klischee des abwesenden, arbeitenden und/oder autoritären Vaters bis hin zum modernen Papa. 2013

Eidlinger, Christina/Heinl, Livia/Hutegger, Johanna/Pernstich-Wundsam, Christine.
Die Darstellung von Arbeitslosigkeit in Bilderbüchern. 2013

Dalla Torre, Elisa/Gmeiner, Karin/Mitterer, Debora/Moosbrugger, Corinna.
Bild(er-Bücher) der Angst. 2013

Gross, Sabine/Leitner, Claudia/Sedelmaier, Julia/Sparmann, Carina/Schwaiger, Claudia.
Wie wird die traditionelle weibliche Rolle in aktuellen Bilderbüchern gebrochen? 2013

Egger, Astrid/Hierzegger, Eva Katharina/Rieder, Stephanie.
Der Vater als Vorbild und Held! 2013

Baumgartner, Katrin/Mair, Andrea Gertrud.
„Und wenn sie nicht gestorben sind ...“: Aschenputtels zweites Leben als Cinderella.
Modernisierung oder Inszenierung? Eine Untersuchung am Beispiel Aschenputtel versus Cinderella: Über die (gesellschaftliche und) pädagogische Relevanz vom medialen Märchen im 21. Jahrhundert. 2013

Gapp, Jasmine/Höllwarth, Veronika/Nuderscher, Ricardo.
Gewaltdarstellung in Kinderbüchern. 2013



[1] Institut für Erziehungswissenschaft, SE im Masterstudium „Vielfalt der Kindheit und Pädagogik der Vielfalt“, SS 2012 und SS 2013. Kursleitung Univ.-Doz. Mag. Dr. Andrea Bramberger

[2] Buchtitel, Schössow, Peter (2005): Gehört das so??! Die Geschichte von Elvis. Carl Hanser Verlag. München.