Wir leben auf großem Fuß!

Wie können Klimabonus und Co. dabei helfen den individuellen CO2-Fußabdruck zu reduzieren?

Wintersemester 2022/23: Alma Balaj, Julian Clementi, Michael Faistnauer, Maria Kahn und Marco Radl

 

Eine der obersten Prioritäten unserer Zeit ist es unseren Planeten zu schützen. Nicht nur vor kriegerischen Auseinandersetzungen oder vor Pandemien, wie wir es in letzter Zeit mehr als häufig hören. Neben den genannten Punkten, die durchaus von großer Bedeutung sind, ist auch der Klimaschutz ein zentrales Element auf der Prioritätenliste der gesamten Menschheit. Deshalb stellt sich die Frage wie können Klimabonus und Co. dabei helfen den individuellen CO2-Fußabdruck zu reduzieren?

Auch die Europäische Union hat sich dies gefragt und es sich zum Ziel gemacht wirklich etwas zu bewirken. Die EU hat sich den Kilmaschutz auf die Fahne geschrieben, welcher durch unterschiedliche politische Maßnahmen erreicht werden sollte. Die Nettoemissionen von Treibhausgasen, wie es allen voran auch CO2 ist, sollen laut den Plänen der EU bis 2050 auf null reduziert werden. Eine tragende Rolle stellt hierbei das Instrument der CO2-Bepreisung in den verschiedensten Formen dar (Peterson, Wanner, & Felbermayr, 2021). Eine Form hierfür wären die von der EU eingeführten Zertifikatshandels Systeme. Diese limitieren die zulässigen Emissionen und zeigen auch nachweislich Wirkung. Der Emissionsausstoß konnte seit Einführung der Zertifikatshandels Systeme innerhalb der EU gemindert werden (D.E.D., 2014). Eine weitere Form wäre der Klimabonus, welcher seit den vergangenen Monaten in aller Munde ist. Auch hiervon erwartet sich die Politik positive Effekte, was den Ausstoß von Treibhausgasen betrifft. Doch wie realistisch ist der Plan, die Emissionen sukzessive so zu reduzieren, dass im Jahr 2050 keine Nettoemissionen anfallen wirklich? Der Klimabonus ist eine Variante der CO2-Bepreisung. Das entscheidende Merkmal beim Klimabonus, wie er etwa in Österreich Anwendung findet, ist, dass der von Staat ausgezahlte Betrag für jede Empfängerin und für jeden Empfänger gleich ist. Es spielt keine Rolle welches Einkommen die entsprechende Person zur Verfügung hat. Und hier kommt der CO2-Fußabdruck ins Spiel. Die CO2 Steuer wird beim Konsum abgeführt, also dann, wenn wir wirklich CO2 emittieren, wie etwa beim Tanken oder Heizen und dies hat eine unmittelbare Wirkung auf den CO2-Fußabruck eines jeden Individuums. Solche Maßnahmen findet man nicht nur in Österreich, sondern auch in einigen anderen Staaten wieder. Des Weiteren lässt sich auch zeigen, dass der Klimabonus Empfängerinnen und Empfänger in den unteren Einkommensschichten mehr nützt als Empfängerinnen und Empfängern in den oberen Einkommensschichten. Tendenziell werden nämlich Individuen mit einem niedrigeren Einkommen in absoluten Zahlen weniger für Sprit, für weite Flugreißen oder aber auch für Ernährung, welche einen hohen Aufwand an Ressourcen benötigt ausgeben als Individuen mit einem höheren Einkommen. Demnach bleibt für jene mit niedrigerem Einkommen auch mehr vom Klimabonus übrig also für jene mit höherem Einkommen. Es findet also somit in gewisser Weise eine verhaltensimplizierte Umverteilung statt (Horowitz, 2017). Wer also weniger von seinem Klimabonus für solche Zwecke ausgibt, kann sehr wohl seinen CO2-Fußabdruck verkleinern und somit etwas Gutes für sich selbst aber auch für den Planeten tun. Es liegt also in der Verantwortung eines jeden einzelnen seinen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Dies ist mehr denn je erforderlich und gerade in Zeiten, wo eine Krise der nächsten folgt darf der Klimaschutz unter keinen Umständen an Priorität in den Köpfen der Leute verlieren. Was zudem seitens der Politik vermieden werden muss, ist, dass es nur zur regionalen Reduktion von Emissionen kommt. Durch eine örtliche CO2-Bepreisung kann es zum Outsourcing kommen, somit wird das vor Ort eingesparte CO2 an anderen Teilen der Welt emittiert und das globale Problem wird nicht gelöst, sondern lediglich verlagert.

Während beispielsweise in der EU die Emissionen sinken, steigen diese in Ländern wie Indien oder China weiterhin stark an (Peterson, Wanner, & Felbermayr, 2021). Die Schwierigkeit liegt also bei der globalen, länderübergreifenden und raschen Einsparung von Emissionen. Auch hier könnte die Politik ansetzen und eine Art Zoll einführen. Die CO2 Steuer würde dann praktisch beim Import der dementsprechenden Güter an der EU-Außengrenze anfallen, wenn es bei den Wirtschaftspartnern außerhalb dieser Grenze keine solche CO2 Steuer gibt. Umgekehrt wäre es beim Export von jenen Gütern. In diesem Fall würde dann subventioniert werden. Somit gäbe es einen globalen Mechanismus für die CO2-Bepreisung, was zu einer effektiveren Lösung führen würde als Nationale oder auf einen Wirtschaftsraum beschränkte CO2-Bepreisungen. Die Problematik muss als ganzheitliche verstanden werden, welche den ganzen Globus betrifft. Maßnahmen, welche das Individuum treffen kann und auch jene welche von er Politik getroffen werden können, sind bisher weiter oben behandelt worden. Doch inwieweit kann die Wirtschaft einen Teil zum Klimaschutz beitragen? Auch hier muss ein Wandel stattfinden. Die Wirtschaft ist die Triebfeder für den Wandel und somit ein zentraler Akteur, man muss es nur richtig angehen. Der Markt darf nicht im Gegensatz zu einer neuen Umweltpolitik stehen. Eine neue Umweltpolitik muss den Markt nutzen und umgekehrt, um umweltfreundlichen Technologien und ressourcensparenden Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen. Die Marktmechanismen helfen hierbei maßgeblich, um eine neue Richtung einzuschlagen und diese auch deutlich voranzutreiben. Weg von alten Ansätzen oder sogenannten Brückenlösungen hin zu nachhaltigen Strategien. Die Teilnehmer der Wirtschaft, welche diese Entwicklungen erkennen und nutzen, werden als Profiteure für und aus den Klimaschutz hervorgehen (Gabriel, 2007). Dies ist sicherlich ein erheblicher Benefit und weiters ein ganz entscheidender Wettbewerbsvorteil für jeden Akteur der dies erkennt. So beispielsweise auch für die Industrie der EU. Wenn sie früher als andere Akteure wie zum Beispiel China umsteigt wird sie mittel- und langfristig ihren massiven Wettbewerbsvorteil ausnutzen können und somit vergleichsweise an Wirtschaftsmacht zulegen. Dies wäre eine positive Entwicklung, von der vor allem die Industrie der EU profitieren würde.
Dies lässt uns also neben all den Sorgen auch einen positiven Beigeschmack bei dem Thema Klimaschutz. Es liegt in der Verantwortung von Wirtschaft, Politik und zu guter Letzt bei jedem einzelnen, auf kleinerem Fuß zu leben, um nicht nur uns, sondern auch unserem Planeten eine Chance zu geben zu überleben.

 

Literaturverzeichnis

D.E.D. (2014). EMISSIONSHANDEL-Zukaufkanäle deutscher Anlagenbetreiber im EU-Emissionshadel-Auswertung. im Umweltbundesamt.

Gabriel, S. (2007). "New Deal" für Wirtschaft und Umwelt. IP.

Horowitz. (2017). Future global mortality from changes in air pollution attributable to climate change.

Peterson, S., Wanner, J., & Felbermayr, G. (2021). Der Effekt von klimapolitischen Maßnahmen auf CO2-Emissionen und CO2-Fußabdrücke.

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