Der große Wald

Peter Rosegger

 

In meiner Jugendzeit war dieser Gebirgszug mit einem einzigen, unendlichen Wald überzogen. Kein Märchenwald kann geheimnisvoller sein als dieses dunkle Meer, das, vom hochgelegenen Vaterhause aus gesehen, ewig und unbeweglich vor meiner kleinen, ahnenden Seele dalag. Immer und immer wieder zieht`s mein Erinnern zurück zu diesem Walde. Und während in der Waldheimat so vieles andere klein und unbedeutend geworden ist im Vergleiche mit dem, was die weite Welt geboten: der Fischbacher Alpenwald ist groß geblieben, er trägt groß und bedeutsam die Kindesmär herüber bis an die Schwelle des Greisenalters.

 

(Auszug)
Aus: Bäume, Sinnbilder des Lebens, Edition Ellert & Richter