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Holzgitterschale am Neusiedlersee

Stefan Jäger, Achitekturstudent an der Universität Innsbruck, entwarf mit Hilfe von Hängemodellen eine Holzgitterschale als Überdachung eines Radlerrastplatzes im Burgenland. Mit der beratenden Unterstützung von Prof. DDI Michael Flach und einem Softwareprogramm, das von DI Andreas Walter im Rahmen einer Diplomarbeit am Holzbaulehrstuhl entwickelt wurde, wurden so genannte geodätische Linien auf der Schalenoberfläche bestimmt, die die Voraussetzung für Brettstapelrippenschalen bilden. DI Astrid Metzler, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl und Dr. DI Christian Stöffler übernahmen die statische Bearbeitung und erstellten die detaillierten Ausschreibungsunterlagen. Zuerst wurden die Randbögen aus einfach gekrümmten BSH-Bögen montiert, anschließend erfolgte das lagenweise Verlegen der Bretterlamellen auf einem Hilfsgerüst. Die kreuzweise gestapelten Bretter wurden in ihrer endgültigen Lage verschraubt, zum Teil auch verleimt. Die Knotenpunkte sind ohne Stahlteile als reine Holz-Holz-Verbindungen ausgeführt.

Als spezielle Besonderheit gilt die Eindeckung mit Schilf. Sie erfolgte in zwei Schichten mit sichtbarer Unterseite und einer Mindestneigung zur Erreichung der Wasserdichtheit. Die Grundfläche von 11 x 11 m und der Krümmungsradius von 3,4 m sind wohl die unterste Grenze für Ausführungen, die maximalen Spannweiten reichen bis zu 60 m. In einer laufenden Diplomarbeit sollen nun die Ansätze für Windkräfte und die Berücksichtigung der Knickgefahr bei großen Spannweiten untersucht werden.

Mehr über den Entwurf der Holzgitterschale (pdf 587kb) von Stefan Jäger: www.locusforma.at

Holschalenkonstruktion

Tragende Gitterschalenkonstruktion aus Holz

Schilfeindeckung

Fertiger Rastplatz mit Schilfeindeckung

Innenraum

Innenansicht mit Ausblick

Pressespiegel Tiroler Tageszeitung: Holzschale am Neusiedlersee (pdf 203kb)