Projektteil 05: Rohmaterialdatenbank für SiO2-Gesteine

 

Leitung:

A.o. Univ.-Prof. Dr. Walter Leitner

Mitarbeiter:

Thomas Bachnetzer Bakk. phil. 
Mag. phil. Beatrix Nutz
Julia Hammerschmied Bakk. phil.

Universität Innsbruck
Institut für Archäologien
Zentrum für Alte Kulturen
Langer Weg 11
A-6020 Innsbruck

SiO2-Datenbankblatt 

   

Rohmaterialforschung stellt eine eher junge Forschungsrichtung innerhalb der Archäologie dar. In diesem Forschungsbereich werden mineralogische, mikropaläontologische and archäologische Bestimmungsmethoden kombiniert. Um eine korrekte Bestimmung von SiO2 – Gesteinen durchführen zu können, können einerseits einfache chemisch – mechanische und andererseits geochemische Tests durchgeführt werden.

Bei den einfachen Methoden handelt es sich um die H2O – Befeuchtung, den HCl – Test und den Ritztest mittels Stahlnadel. Die H2O – Befeuchtung ermöglicht einen Blick auf die Struktur unter die Gesteinsoberfläche, vor allem, wenn es sich dabei um ein SiO2 – Gestein handelt. Diese Methode eignet sich zur Feststellung von Fossileinschlüssen und spezifischer Gesteinselemente. Beim HC – Test zeigt der Grad des Aufschäumens den Karbonatgehalt eines SiO2 – Gesteines an. Der Ritztest dient zur Feststellung der Härte eines Objektes. Eine Stahlnadel besitzt die Härte 6 nach Mohs, weshalb es nicht möglich ist, härteres SiO2 anzuritzen, sehr wohl aber weichere Gesteinsarten. Die Untersuchung unter dem Mikroskop, kombiniert mit den erwähnten Analysemethoden, bietet eine solide Grundlage für eine klare mineralogische und mikropaläontologische Beschreibung der Rohmaterialien.

Zusätzlich zu diesen Methoden existieren vier geochemische Analyseverfahren, die nach ersten Versuchsreihen vielversprechend aussehen. Es handelt sich dabei um das REM – EDX (Rasterelektronenmikroskop), die Raman – Spektroskopie, die Röntgendiffraktometrie und schließlich die LA – ICP – MS (Laser Ablation Massenspektroskopie). Sämtliche dieser Methoden werden zur Spurenelementsanalyse eingesetzt. In Kombination ermöglichen sie eine Breitbanduntersuchung relevanter Spurenelemente mit unterschiedlicher Auflösung innerhalb einer Rohmaterialprobe.

Sind einige Rohmaterialvarietäten bestimmt, müssen die Ergebnisse systematisiert werden. Die zielführendste Vorgangsweise stellt eine Rohmaterialdatenbank dar, wie sie in der modernen Rohmaterialforschung verwendet wird und in welcher sowohl eine mineralogische Beschreibung als auch Mikrofotos für die Mikropaläontologie enthalten sind. Die Lokalisierung und Aufnahme der wichtigsten Rohmaterialquellen in solch einer Datenbank bilden die Basis für weiterführende Forschungen in diesem Bereich.

Im Zuge der Prospektions- und Grabungstätigkeit durch die Mitarbeiter des Projekteiles 05 des SFB HiMAT wurde nun eine solche Datenbank zunächst für den westösterreichischen Raum und die angrenzenden Gebiete erstellt, die laufend erweitert wird.

 

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