Projektteil 05: Sondage am Rothornjoch, Allgäuer Alpen, 2011

 

Leitung:

A.o. Univ.-Prof. Dr. Walter Leitner

Mitarbeiter:

Thomas Bachnetzer Bakk. phil. 
Mag. phil. Beatrix Nutz
Julia Hammerschmied Bakk. phil.

Universität Innsbruck
Institut für Archäologien
Zentrum für Alte Kulturen
Langer Weg 11
A-6020 Innsbruck

Rothornjoch 2011 

   


 

Archäologische Sondage am Rothornjoch, Allgäuer Alpen, 2011

Am Rothornjoch in den Allgäuer Alpen, Tirol, wurden vom 4. – 7. Juli 2011 montanarchäologische Untersuchungen durchgeführt. Ausführende Organe waren einerseits das Institut für Archäologien, Universität Innsbruck und die Österreichische Akademie der Wissenschaften. Es sollte die bereits im Zuge einer Prospektion 2009 festgestellte Situation eines möglichen Hornstein - Abbaues auf 2150m Seehöhe überprüft werden. Einer freiliegenden Felswand, die ausschließlich aus grau – grünem Hornstein besteht, ist eine kleine Terrasse und anschließend daran eine vermutliche Halde vorgelagert. Die Forschungsziele betrafen einerseits die Klärung eines anthropogenen Ursprungs des Hornsteinaufschlusses und andererseits eine mögliche Datierung. Die Grabung wurde auf einer Fläche von 1x4m angelegt. Bereits beim Abtrag des Humus konnten zahlreiche bearbeitete Hornsteine entdeckt werden. Das gesamte Artefaktspektrum, der hohe Anteil (v.a. kanten-) retuschierter Stücke mit zusätzlich vielen kleinen Restkernen, sowie eine Rohform für ein spitznackiges Steinbeil, sprechen für eine prähistorische Nutzung. Eine in der Grabungsfläche freigelegte Hornsteinrippe zeigt deutliche Abbauspuren durch Klopftätigkeit, dazu findet sich im umgebenden Sediment massiv Minidebitage. Der Fund eines Klopfsteinfragments passt ebenfalls zu diesem Befund. Damit kann nicht nur von einer Nutzung, sondern tatsächlich auch von einem kleinräumigen Abbau ausgegangen werden. Das zusätzliche Vorhandensein eines Schlagsteins spricht eindeutig gegen einen neuzeitlichen Flintensteinabbau. Eine vorläufige Datierung kann lediglich mit äußerster Vorsicht angegeben werden, da keine typologisch eindeutig datierbaren Stücke gefunden wurden. So kann bis auf weiteres grob von einer Nutzung zwischen dem 6. und 3. Jahrtausend v. Chr. ausgegangen werden.

M. Brandl, Th. Bachnetzer (örtl. Grabungsleiter)

 


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