Qualifizierungsarbeiten

Das Kleinwalsertal
Eine mesolithische Siedlungskammer mit weitreichenden Kontakten (Arbeitstitel)

 

Dissertantin: Caroline Posch

Gefördert von: Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)   Logo ÖAW
                     Forschungsförderung Land Vorarlberg                             Logo Land Vorarlberg
                     Nachwuchsförderung NEU der Universität Innsbruck   Logo Universität Innsbruck
                     Verein Landschaftsschutz Kleinwalsertal                           Logo Landschaftsschutz Kleinwalsertal

 

Das Kleinwalsertal im äußersten Nordwesten des Bundeslandes Vorarlberg ist eine der zahlreichen, kaum bekannten steinzeitlichen Regionen der Nordalpen Österreichs. Innerhalb derselben konnten durch die tatkräftige Arbeit mehrerer Sammler in den letzten 30 Jahren eine Vielzahl archäologischer Fundpunkte kartiert werden. Diese stellen entweder einzelne Verlustfunde oder oberflächliche Artefaktkonzentrationen mit bis zu 170 Steinartefakten dar. Die hauptsächlich mesolithischen Fundstellen befinden sich in den drei Vegetationszonen der montanen, subalpinen und alpinen Stufe zwischen 1000 und 2100 m ü.A. Anhand ihrer Fundgattungen, Ausdehnung und Position in der Landschaft lassen sie sich als Basislager, Jagdlager und kurzfristige Lagerstellen definieren. Zwischen 1998 und 2002 führten die Universität Innsbruck und das FZ HiMAT Ausgrabungen in der Region durch, bei denen drei mesolithische Lagerstellen (Abri Schneiderküren, Freilandlagerstellen Egg-Schwarzwasser und Bäramähder) sowie ein obertägiger neolithischer Radiolaritabbau (Abbausituation „Am Feuerstein“) untersucht wurden.

Das Projekt Das Kleinwalsertal. Eine mesolithische Siedlungskammer mit weitreichenden Kontakten setzt sich zum Ziel die mittelsteinzeitlichen Fundorte und Artefakte des Kleinwalsertales im Rahmen einer ganzheitlichen archäologischen Untersuchung aufzuarbeiten. Hierbei ist es von größter Wichtigkeit, die Fundstellen der Region nicht als einzelne Punkte auf einer Verbreitungskarte zu sehen, sondern auch als Teil der Landschaft, die sie umgibt und mit der sie interagieren.

 

Fundstelle Bärmähder

Abb. 1: Fundstelle Bärmähder (Bearbeitung C. Posch).

Fundstelle Schneiderküren

Abb. 2: Fundstelle Schneiderküren (Bearbeitung C. Posch).

 

So werden zum einen die ausgegrabenen, mittelsteinzeitlichen Fundstellen Schneiderküren, Egg-Schwarzwasser und Bäramähder einer genaueren Begutachtung unterzogen. Hierbei werden räumliche Analysen zur internen Organisation der Lagerstellen sowie typologische und morphotechnologische Untersuchungen zu den dort gefundenen Steinartefakten durchgeführt. 
Zum anderen stehen landschaftsarchäologische Analysen aller bekannten Fundpunkte (ausgegraben und unausgegraben) innerhalb des Kleinwalsertales im Fokus. Durch diese sollen die Beziehungen der Fundstellen zueinander, die Nutzung der lokalen und überregionalen Rohmaterialressourcen, sowie die Einbindung der Lagerstellen in die steinzeitliche Landschaft und die Nutzung ebendieser nachvollzogen werden. Diese Analysen basieren auf topographischen Daten zu den Fundsituationen, sowie den in vorangegangen Publikationen vorgelegten Informationen zu Geomorphologie und der ökologischen Entwicklung der Region.

 

Microlithentypen Egg

Abb. 3: Typen von Mikrolithen, Fundstelle Egg-Schwarzwasser (Zeichnung C. Posch).

Fundstelle In der Flucht

Abb. 4: Fundstelle In der Flucht (Bearbeitung C. Posch).

 

Die Ergebnisse des Projektes sollen als Vergleichsdaten für weitere Forschungen zum Mesolithikum im Alpenraum dienen und unterstreichen, dass dieser weder damals noch heute eine unüberwindliche Barriere darstellte, sondern vielmehr eine wichtige Zone des Austauschs und kulturellen Kontaktes.

Das Projekt Das Kleinwalsertal. Eine mesolithische Siedlungskammer mit weitreichenden Kontakten wird momentan im Rahmen eines Stipendiums der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (DOC) am Institut für Archäologien durchgeführt. Weitere Förderungen erhielt das Projekt dankenswerterweise von der Forschungsförderung des Landes Vorarlberg, des Vizerektorats für Forschung der Universität Innsbruck (Nachwuchsförderung NEU) und dem Verein Landschaftsschutz Kleinwalsertal.

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