Mineralogie und PetrologieUniversität Innsbruck


Grundlage einer gezielten Auswahl und erfolgreichen archäologischen Bearbeitung historischer Kupferbergbaugebiete in Tirol und seinen Nachbargebieten ist zunächst eine mineralogisch/petrologisch-geochemische (PP 10) und montanarchäologische Prospektion (PP 06) bereits bekannter sowie neuer Fundstellen bergbaulicher Aktivitäten. Diese Prospektion stellt die Grundlage für die archäometallurgischen Untersuchungen (PP 09) dar. Um die in vorgeschichtlichen und historischen Zeiten genützten Metallsorten regional zuordnen und damit prähistorische Handelswege aufzeigen zu können, ist die Erstellung eines Lagerstättenkataloges unerläßlich. Dieser soll neben einer mineralparagenetischen Kennzeichnung  insbesondere eine genaue geochemische Charakteristik der Erzminerale, der Gangarten, der Nebengesteine, der Metallartefakte und der Bestandteile von Schmelzöfen in den jeweiligen Lagerstätten beinhalten.

Die mineralogisch-petrologische Charakterisierung beinhaltet

  1. die Erfassung der Mineralparagenesen sowie die Texturen in den Proben,
  2. die chemische Analyse (Haupt- und Nebenelemente) der Erzphasen, der Gangartminerale als auch der Gesamtgesteine und der anfallenden Schlacken und
  3. die Quantifikation der P-T-X Bedingungen der Erzgenese an ausgewählten Lagerstätten.

Ein wesentlicher Bestandteil der geochemischen Charakterisierung ist auch die Messung der Spurenelemente und Pb-Isotopenverhältnisse der Erzphasen, Gangartminerale und Schlacken in Zusammenarbeit mit PP 09 damit Aussagen bezüglich der Herkunft von Kupferartefakten getroffen werden können.

 

Fahlerz Brixlegg

Tetraedrit
Ag-hältige Fahlerzvarietät Tetraedrit Cu12Sb4S13 (schwarz) und Baryt BaSO4 (weiss) auf Dolomit CaMg(CO3)2 (grau). Ehemaliger Cu-Erzbergbau Großkogl bei Brixlegg. Probe aus der lagerstättenkundlichen Sammlung des Instituts für Mineralogie und Petrographie der Universität Innsbruck.

Chalkopyrit Kelchalm

Chalkopyrit
Chalkopyrit CuFeS2 (gelb) in Quarzit SiO2 (weiss). Ehemaliger Cu-Erzbergbau Kelchalm bei Jochberg/Tirol. Probe aus der lagerstättenkundlichen Sammlung des Institutes für Mineralogie und Petrographie der Universität Innsbruck.