Projektteil 08: Siedlungsarchäologie und vorgeschichtlicher Bergbau im Montafon, Vorarlberg

 

Zusammenfassung
Siedlungsforschung und Montanarchäologie 2000 bis 2006 
> Feuergruben am Bodaweg - eine zweite bronzezeitliche Siedlung
Tag der offenen Grabung 2008

Bodaweg Grabungsfläche 5 

  Bartholomäberg, Bodaweg 2007. Die Grabungsfläche 5 innerhalb der bronzezeitlichen Siedlung 22-8-2008

Bericht des Jahres 2007: Die Prospektionen und Ausgrabungen der Grabungskampagne 2007 haben am Bartholomäberg wesentliche neue Impulse für das Verständnis des Bergbaus durch bodenkundliche, geophysikalische und der Fortsetzung montanarchäologischer Untersuchungen ergeben. In den Mittelpunkt des Interesses ist ein 130 m langer und bis zu 9 m tiefer Pingenzug gerückt, der möglicherweise eine vorgeschichtliche Bergbautätigkeit darstellt. Nach geoelektrischen Messungen und bodenkundlichen Untersuchungen sollen hier 2008 montanarchäologische Ausgrabungen durchgeführt werden.

Die Ausgrabungen auf dem bronzezeitlichen Siedlungsplatz am Bodaweg wurden mit dem Ziel fortgeführt, die Siedlungsfläche vollständig aufzudecken. Diesen Sommer konnte die Stratigraphie des Siedlungsplatzes geklärt werden. Die Gruben der jüngeren Mittelbronzezeit sind in ein Kolluvium eingetieft, unter dem im anstehenden Moränenlehm ältere Siedlungsbefunde liegen, die nach AMS-Datierungen in die jüngere Frühbronzezeit datieren. Das Kolluvium illustriert sehr gut die morphologischen Veränderungen, die durch die Nutzung des Menschen in dieser Siedlungskammer hervorgerufen wurden. Die vegetationsgeschichtlichen Untersuchungen von Klaus Oeggl (PP11) haben diese Phasen – insbesondere seit dem Ende der Frühbronzezeit in der Mittelbronzezeit, sehr schön belegt.

Wiederum wurden mehrere der sog. Feuergruben der jüngeren Mittelbronzezeit aufgedeckt, so dass nun 14 Gruben dieser Art vorliegen. Nach wie vor gibt die Funktion dieser Gruben bzw. ihrer Inhalte aus verbrannten Steinen und Brandresten Rätsel auf. Zwar konnte weitere datierende Keramik geborgen werden, Artefakte jedoch, die ihre ursprüngliche Funktion erklären könnten, stehen immer noch aus. Erste Messungen an Bodenproben aus diesen Gruben durch Joachim Lutz (PP09) ergaben zumindest teilweise hohe Kupferbelastungen. Im Sommer 2007 wurden zahlreiche Bodenproben außerhalb und innerhalb der Siedlungsfläche sowie aus den Gruben genommen, um die Frage der Schwermetallbelastungen zu klären und um daraus weitere Schlüsse auf die ehemalige Funktion dieser Gruben zu ziehen.

 

Bodaweg 2007

Bartholomäberg, Bodaweg 2007. Schnitt 5. Arbeiten an Siedlungs- und Brandgruben.