Projektteil 05: Untersuchungen zum Prähistorischen Bergbau in den Tuxer Alpen 2009

 

Leitung:

A.o. Univ.-Prof. Dr. Walter Leitner

Mitarbeiter:

Thomas Bachnetzer Bakk. phil. 
Mag. phil. Beatrix Nutz
Julia Hammerschmied Bakk. phil.

Universität Innsbruck
Institut für Archäologien
Zentrum für Alte Kulturen
Langer Weg 11
A-6020 Innsbruck

Bergkristallgeräte 

   


 

Die Ende August 2009 durchgeführten archäologischen Sondagen in einer großen Quarzkluft am Riepenkar (Gem. Finkenberg, Tirol) südlich des Olperer erbrachten neue Funde. Die auf ca. 2.800 m Höhe gelegene Fundstelle liegt offensichtlich an einem prähistorischen Höhenweg, der von den Jägern der mittleren und jüngeren Steinzeit im Abschnitt des hinteren Zillertales, des Pfitschertales (Südtirol) und des Valsertales (Südtirol) begangen wurde.

 

Das rund 10 bis 15 m lange Kluftsystem gehört laut Aussagen der Mineraliensammler zu den größten bekannten Quarzadern des Tauernfensters und ist offensichtlich bereits vor ca. 9.000 Jahren von den Menschen zwecks Abbau von Bergkristall aufgesucht worden. Massive Störungen des Fundaufschlusses durch rezente Extraktion des begehrten Gesteins gestalten die Suche nach den  prähistorischen Abbauspuren äußerst schwierig. Bruchstücke von ortsfremdem Gestein belegen zunächst, dass solches bewusst hinaufgetragen wurde. Es könnte sich dabei um die Bruchstücke von Hammersteinen handeln, mit denen man die Quarze herausgeschlagen hat. Die meisten Kristalle hat man sicherlich in die nahegelegenen Lager zwecks weiterer Nutzung gebracht. In vielen Fällen wurde das Material jedoch auch an Ort und Stelle verarbeitet. Davon zeugen eine Reihe von entsprechenden Abschlägen und Geräten mit retuschierten Flächen und Kanten die, vom Typus her, eindeutig der Steinzeit zugewiesen werden können.

 

Methodisch gesehen gilt es den modernen Kristallabfall vom steinzeitlich zu trennen. Dazu wird eine grobe Trockensiebung des entnommenen Materials vorgenommen, wobei eindeutig erkennbare Fundstücke ausgelesen werden. Der Rest des Quarzschutts wird in Säcke abgefüllt und zentnerweise zu Tal getragen. Das verschmutzte Material wird in der Werkstätte gewaschen und sodann genau auf Bearbeitungsspuren untersucht.  Wie ein erster Überblick zeigt, hat man neben schmalen Klingenformen auch breite Abschläge mit Schneidekanten produziert, die sich ideal zum Aufbrechen des erlegten Wildes eignen.

 


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