Projektteil 05: Urgeschichtlicher Silex- und Bergkristallbergbau in den Alpen

 

Leitung

A.o. Univ.-Prof. Dr. Walter Leitner

MitarbeiterInnen

Mag. phil. Thomas Bachnetzer, Bakk. phil. 
Mag.a phil. Beatrix Nutz
Mag.a phil. Julia Hammerschmied, Bakk. phil. 

Universität Innsbruck
Institut für Archäologien
Zentrum für Alte Kulturen
Langer Weg 11
6020 Innsbruck, Austria


 

Zusammenfassung Projektteil 05

Silex (Kieselgesteine) verschiedener Varietät (Feuerstein, Hornstein, Radiolarit, Bergkristall)gehört zu den wichtigsten Rohmaterialien für die Herstellung von Werkzeug und Gerät in der Steinzeit. Davon zeugt die große Hinterlassenschaft von entsprechenden Funden aus den Aufenthaltsorten des vorgeschichtlichen Menschen, die sowohl in den Talniederungen als auch in mittel- und hochalpinen Lagen anzutreffen sind. Das ist für die Gebirgslandschaft Tirol von entscheidender Bedeutung für die Erfassung steinzeitlicher Kulturräume und Kontaktzonen nördlich und südlich des Alpenhauptkammes. Der Weg führt in erster Linie über oben angeführte Rohmaterialien. Sie weisen nicht nur auf einzelne Lagerplätze, sondern auch auf Wanderwege, Jagdreviere, Transitstrecken und letztlich auf die Tausch- und Handelsverbindungen der steinzeitlichen Jäger, Sammler und Hirten hin. Die Evidenz dieser frühen Verbindungsstrecken im Alpenraum wird durch die auffällige Verteilung ortsfremder Silexrohstoffe im Untersuchungsraum deutlich.

Das hat zweifelsohne mit der Güte des Materials zu tun. Hier hat sich gezeigt, dass besonders der südalpine "Export" in Tirol markante Spuren hinterlassen hat. Es wäre jedoch falsch, eine gewisse Autarkie für den steinzeitlichen Siedlungsraum Tirol gänzlich zu verleugnen. Wie jüngste Untersuchungen aufzeigen, sind zunächst im Unterinntal und auch im benachbarten Bundesland Vorarlberg ergiebige Lagerstätten von Radiolarit und Bergkristall entdeckt worden, die bereits auf Abbautätigkeit in der mittleren Steinzeit hinweisen.

Das Kernziel des Projektteils 05 bildet so gesehen die Erschließung der geologischen und archäologischen Silexlandschaft im Untersuchungsraum. Das Programm beinhaltet zum einen umfangreiche Begehungen, Prospektionen, Materialaufsammlungen und Ausgrabungen, zum anderen die geologisch-petrographische und archäometrische Bestimmung des Materials.

Das Ergebnis soll den noch unterbehandelten Forschungsstand der frühen Ansätze im Bereich der Nutzung von Bodenschätzen in Tirol beleuchten. Ein weiterer wichtiger Aspekt frühen Silexhandels ist der Umstand, dass z.B. bei Brixlegg-Mariahilfbergl zusammen mit den frühesten Bergbauaktivitäten das Silexmaterial von verschiedenen Gruppen nördlich und südlich der Alpen geliefert wurde. Augenscheinlich wurden die frühesten Handelsrouten in und über die Alpen von diesen Leuten eröffnet, deren Spuren man mittels des von ihnen verwendeten Silex verfolgen kann. Deshalb wird dieser Teil des Projekts einen wichtigen Beitrag zu den Handelswegen des PP 06 (Metallbergbau und Handel) liefern.

 

Kooperationspartner:

Mag. Michael Brandl (Prähistorische Kommission / Österreichische Akademie der Wissenschaften)

 

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