Projektteil 05: Ausgrabung Krahnsattel 2009 (Thomas Bachnetzer)

 

Leitung:

A.o. Univ.-Prof. Dr. Walter Leitner

Mitarbeiter:

Thomas Bachnetzer Bakk. phil. 
Mag. phil. Beatrix Nutz
Julia Hammerschmied Bakk. phil.

Universität Innsbruck
Institut für Archäologien
Zentrum für Alte Kulturen
Langer Weg 11
A-6020 Innsbruck

Krahnsattel2009 

   


 Bei den ersten Prospektionen im Rofangebirge im Sommer 2007 konnte direkt auf dem Krahnsattel, einem 2002 m hochgelegenen Übergang innerhalb des südlichen Rofans, ein kleinräumiges Felssturzgebiet entdeckt werden. Unter den herabgestürzten Felsen befindet sich ein an zwei Seiten überhängender Felsblock der den einzigen größeren natürlichen Unterschlupf im gesamten Bereich bietet (siehe Bild).

Im Sommer 2009 wurde erstmals am Krahnsattel gegraben.

Die überhängenden Wände des Felsblocks finden sich auf der West- und Südseite. Während der westliche Bereich nur ein leichtes Dach bildet, ragt der südliche an der weitesten Stelle 4,5 Meter hervor und ist so hoch dass mehrere Personen aufrecht darunter stehen können. Östlich sowie westlich wird diese Zone durch neuzeitliche Trockenmauern umfasst und südlich durch einen natürlichen Felsabhang eingegrenzt. Diese Fläche wurde laut Zeitzeugenberichten bis in die 1950er Jahre von Hirten als Melkplatz genutzt.

An der Süd- bzw. Westseite des Felsblocks wurde jeweils ein Schnitt angelegt. Während im westlichen, leicht abschüssigen Bereich nur einzelne Knochen und wenig Holzkohle gefunden wurde, konnten an der südlichen Seite in einem 6x1 Meter großen Suchschnitt mehrere Kulturschichten entdeckt werden. Unter der obersten eindeutig neuzeitlichen Schicht kamen neben einer Feuerstelle auch eisenzeitliche Keramikfragmente und Großteils unverbrannte Tierknochen zum Vorschein. Dies lässt an eisenzeitliche Almwirtschaft denken. In der untersten Schicht, direkt über dem schräg nach unten fallenden, anstehenden Fels konnte schließlich eine steinzeitliche Kulturschicht mit Trümmerstücken und teils retuschierten Abschlägen aus rotem Radiolarit und grauweißem Hornstein entdeckt werden.

Wegen der Nähe zu der an der Grubalacke angrenzenden Radiolaritlagerstätte kann davon ausgegangen werden, dass die steinzeitlichen Jäger und Sammler zumindest den roten Radiolarit aus diesen Bereich mitnahmen und unter dem schützenden Dach des Felsüberhangs weiter verarbeiteten und für ihre Zwecke nutzten.


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