Projektteil 02: Bergbau und Siedlung in Schwaz - Die Entwicklung eines besonderen Umfeldes während des 15. und 16. Jahrhunderts

 

 

Leitung:

Univ.-Prof. Dr. Franz Mathis 
Univ.-Prof. Dr. Klaus Brandstätter 

Mitarbeiter:

Marina Hilber 
Gerd Hofmann 
Wolfgang Tschan 
Alois Unterkircher 
Georg Neuhauser 
Miriam Trojer

Friedrich Stepanek
Verena Schumacher 


Universität Innsbruck
Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie
Innrain 52
A-6020 Innsbruck

   

Ergebnisse PP02 (Publikationen, Poster, Vorträge, ...) 

Poster: "Alkohol-Genuss im Bergbauzentrum Schwaz"  
Poster: "Mortalität im Bergbauzentrum Schwaz" 

Jahresberichte PP02

Jahresbericht 2007 
Jahresbericht 2008 
Jahresbericht 2009 

Bildmaterial PP02 

 

Zusatzprojekt: Salzbergbau in Hall 

 

 

ZUSAMENFASSUNG

Zusammenfassung: Im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert zählte der Silber- und Kupferbergbau in Schwaz zu den bedeutendsten Bergbaugebieten Europas. Obwohl er schon relativ früh die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Forschung auf sich gezogen hat, fehlt bis heute eine zufriedenstellende, umfassende Beschreibung und Analyse des Schwazer Bergbaus. Insbesondere die gegenseitigen, facettenreichen Beziehungen zwischen der Bergbautätigkeit auf der einen und den Siedlungen in und um Schwaz auf der anderen Seite sind bislang noch ungenügend erforscht worden. Diese Lücke zu schließen, ist ein Hauptziel des Projektteiles 02. Ein weiteres Ziel besteht darin, ein Modell für den  Aufstieg und den Niedergang eines herausragenden Bergbaugebietes zu erstellen, das als Basis für ein besseres Verständnis der sozioökonomischen und ökologischen Auswirkungen auch der prähistorischen Bergbaue dienen kann, die in anderen Projekteilen des Sonderforschungsbereiches beobachtet werden können.

Relevante historische Schriftquellen sind vor allem im Tiroler Landesarchiv aufbewahrt worden, wo sie für die Erforschung des Schwazer Bergbaues eingesehen und aufgearbeitet werden können. Zusätzliche Quellen werden in den zentralen Archiven in Wien und München sowie in privaten Archiven in und um Schwaz herangezogen. Die bereits vorhandene, einschlägige Fachliteratur ist in der Universitätsbibliothek der Universität Innsbruck in ausreichendem Maße vorhanden.

Die Projektleiter des Projektteiles 02, Franz Mathis, bringt aufgrund seiner bisherigen Forschungen alle Voraussetzungen mit, um die Projektforschung erfolgreich zu koordinieren. Dank zahlreicher Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Tirols und zu Fragen der sozioökonomischen Entwicklung ganz allgemein ist Franz Mathis in der Lage, die Analyse der Wechselbeziehungen zwischen Bergbau und Siedlung in Schwaz in ihrer ganzen Breite zu leiten und die Forschungsergebnisse in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Die Projektmitarbeiterin Marina Hilber bearbeitet die Matrikelbücher der Nachbargemeinde St. Margarethen – für Schwaz selbst sind sie leider nicht überliefert –, um die Auswirkungen des Bergbaus auf die Gesellschaftsstruktur der Region zu untersuchen. Sie verfügt über reichhaltige Erfahrungen im Umgang mit demographischen Basisdaten und wird von Alois Unterkircher, Friedrich Stepanek und Angela Fodor unterstützt, die neben der Familienrekonstitution auch Fragen der Migration und der Versorgung im Großraum Schwaz nachgehen. Der Edition bergbaurelevanter Akten und rechtsgeschichtlichen Fragen widmen sich Wolfgang Tschan und Gerd Hofmann, einen Vergleich mit dem Bergbau im Sterzing-Gossensasser Revier strebt Verena Schumacher mit Hilfe eines Stipendiums der Südtiroler Landesregierung an

Durch die Einbettung des Projektteiles 02 in den größeren Rahmen des Sonderforschungsbereiches ergeben sich vielfältige Beziehungen zu anderen Projektteilen, die zusätzliches Licht auf Bergbau und Siedlung in Schwaz werfen werden. Außerdem besteht eine enge Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern im Inland wie im Ausland, insbesondere mit dem Deutschen Bergbaumuseum in Bochum, das erst vor kurzem eine neue, dreibändige Ausgabe des „Schwazer Bergbuches“ von 1556 herausgebracht hat.

 

 

ARBEITSBEREICHE

 

A) BESIEDLUNG UND BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG im Montanzentrum Schwaz

Zur Beantwortung dieser Fragen dient eine historisch-demographische Mikrostudie, bei der sämtliche Familien der Pfarre St. Margarethen (umfasst die beiden Dörfer Buch) zu „Kernfamilien“ zusammengefügt werden. Obwohl die Disziplin der Historischen Demographie auf eine lange Tradition zurückblicken kann, wurden deren quantifizierenden Methoden nur selten für die Erforschung der langfristigen Entwicklungen der Bevölkerung in einer Montanregion angewandt. Die Stärken einer Mikrostudie liegen in der systematischen Erfassung der lebensgeschichtlichen „Basisdaten“ (Geburt, Hochzeit, Tod) möglichst aller BewohnerInnen eines Siedlungsraumes. Durch eine Verknüpfung dieser Daten mit weiteren Quellen – etwa der obrigkeitlichen Verwaltung oder der Bergbauverwaltung – können einzelne Biographien nicht nur konkretisiert und kontextualisiert, sondern auch über die individuelle Ebene hinaus in eine allgemeine Bevölkerungs- und Besiedlungsgeschichte der untersuchten Montanregion gestellt werden.

Hauptquellen sind die Kirchenbücher der Pfarre St. Margarethen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, überlieferte Kataster der beiden Gemeinden Buch und Gallzein sowie die Akten der regionalen und kommunalen Verwaltung

  

FERTILITÄT und NUPTIALITÄT im Montanzentrum Schwaz

Bearbeiterin: Mag. Marina Hilber

Projektbeschreibung: Basierend auf den Kirchenbüchern der Pfarre St. Margarethen bei Schwaz werden in dieser mikrohistorischen Fallstudie zwei Themenbereiche fokussiert. Zum einen wird das Heiratsverhalten (Nuptialität) der Bevölkerung der beiden Gemeinden Buch und Gallzein hinsichtlich des Heiratsalters bei Erstehen, der geographischen Heiratskreise, der sozialen Herkunft und der allgemeinen Heiratshäufigkeit untersucht. Ziel dabei ist es, etwaige Unterschiede zwischen den beiden dominierenden Gruppen der Bergleute/Bergverwandten und der landwirtschaftlichen Bevölkerung zu analysieren. Zum anderen wird mithilfe der Methode der Familienrekonstitution versucht die eheliche/uneheliche bzw. voreheliche Fruchtbarkeit (Fertilität) im Untersuchungsgebiet zu rekonstruieren, proto- und intergenetische Intervalle zu errechnen, das Alter der Mütter bei der letzten Geburt zu bestimmen sowie diverse Aspekte von Witwenschaft und Wiederverehelichung (Dauer der Witwen/Witwerschaft, etc.) zu analysieren. Auch hier geht es in erster Linie darum einen Vergleich zwischen der montanwirtschaftlich strukturierten Bevölkerung und der landwirtschaftlich geprägten Bevölkerung im Untersuchungsgebiet anzustellen. Daraus sollen repräsentative sozio-ökonomische Strukturmerkmale der „mining community“ in Schwaz abgeleitet und mit anderen Regionen verglichen werden.

Mag. Marina Lucy Hilber, geboren 1981 in Innsbruck; Studium Geschichte, Englisch (Lehramt) und Europäische Ethnologie an der Universität Innsbruck, seit 2005 Doktoratsstudium am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie an der Universität Innsbruck (Arbeitstitel: Das Innsbrucker Gebär- und Findelhaus 1816-1924), seit 2008 Projektmitarbeiterin im SFB HiMAT (PP02); Forschungsschwerpunkte: Sozialgeschichte der Medizin, Geschichte der Gebäranstalten, Historische Demographie, Geschichte des Bergbaus (17.-19. Jahrhundert). 
Email: marina.hilber@uibk.ac.at 

 

MORTALITÄT im Montanzentrum Schwaz

Bearbeiter: Alois Unterkircher

Projektbeschreibung: Die Fallstudie soll einerseits die langfristigen Entwicklungen im Sterblichkeitsgeschehen der Bevölkerung in der Schwazer Bergbauregion für den Zeitraum vom 17. bis ins 19. Jahrhundert nachzeichnen. In einem zweiten Teil werden mögliche schichtspezifische Unterschiede in der Sterblichkeit der Bewohner dieser beiden Dörfer in den Blick genommen. Die zentralen Fragestellungen lauten hierbei:

  • Spiegelt sich im demographischen Zahlenmaterial (u.a. Mortalitätsraten, Lebenserwartung, Todesursachenspektrum) die spezifische Bevölkerungsstruktur von Bergbauregionen (das Nebeneinander von landwirtschaftlich und handwerklich geprägter Bevölkerung und Bergarbeiterfamilien)?
  • Wenn ja, korreliert dieses mit den Auf- und Abschwungphasen im Schwazer Erzabbau?

Unterkircher, Alois, Mag., geb. 1971 in Österreich; Studium der Europäischen Ethnologie/Volkskunde, Germanistik und Geschichte an der Universität Innsbruck, seit 2007 Mitarbeiter im Projekt HiMAT (PP02); Forschungsschwerpunkte: Sozialgeschichte der Medizin, Geschichte der Männlichkeiten, Bergbauzentren der frühen Neuzeit als geographische, territoriale und soziale Räume.
Email: alois.unterkircher@uibk.ac.at

 

MIGRATION aus dem Montanzentrum Schwaz

Bearbeiter: Mag. Friedrich Stepanek

Projektbeschreibung: Forschungsziel ist die Erfassung der Abwanderung von Bergknappen aus Tirol im 17. und 18. Jahrhundert, insbesondere die Rekonstruktion größerer Migrationsströme, die mit dem Niedergang des Schwazer Bergbaus ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts einsetzten und zu einem starken Bevölkerungsrückgang in der Region geführt haben. Speziell für die Zeit zwischen 1710 und 1740, in der die Bevölkerung in den westlich an Schwaz angrenzenden Dörfern Buch und Gallzein drastisch gesunken ist, sollen mittels intensiven Quellenstudiums die Hauptströme und Zielorte der Abwanderungsbewegungen erforscht werden. Die Frage, inwieweit das „Verlaufen“ der Bergleute von individueller „Reiselust“ oder von obrigkeitlich gelenkter Koordination geprägt war, ist dabei von zentraler Bedeutung. Als Zielorte kommen in erster Linie die „ungarischen“, heute slowakischen Bergbauzentren (Schemnitz, Kremnitz, Neusohl), die im Zuge der Binnenkolonisierung eine erhöhte montanistische Tätigkeit erfuhren (Gründung der Bergschule in Schemnitz 1735), in Frage. Daneben sind aber Auswanderungen in entfernter gelegene Gebiete (Russland, Spanien, Großbritannien, Übersee?) genauso wahrscheinlich. Als Quellen werden hierbei die Kammerkopialbücher sowie Akten aus dem Bestand der Montanistika im Tiroler Landesarchiv dienen. Desweiteren ist angedacht, Archivalien im Staatlichen Zentralbergbauarchiv in Banská Štiavnica in der Slowakei und, für das 17. Jahrhundert, Einzelakten aus dem Fuggerarchiv in Dillingen bei Augsburg durchzusehen.

Mag. phil. Friedrich Stepanek, geboren am 15. August 1980 in Innsbruck, 1999 AHS-Matura, 2003-2009 Studium der Geschichte (Diplom) an der Universität Innsbruck und der Universidade da Coruña/Spanien, seit Jänner 2010 Mitarbeiter im Projekt HiMAT (PP02); Forschungsschwerpunkte: Politische und erzwungene Migration im 20. Jahrhundert, montanwirtschaftliche Migrationsströme 16.-19. Jahrhundert.
Email: friedrich.stepanek@uibk.ac.at 

 

B) HOLZWIRTSCHAFT im MONTANZENTRUM SCHWAZ

Bearbeiterin: Mag. Angela Fodor

Projektbeschreibung: Analyse diverser relevanter Quellenbestände des Tiroler Landesarchivs und diverser privater Archive der Region im Hinblick auf die Wechselbeziehung bezüglich der Holzwirtschaft zwischen dem Schwazer Bergbau und seiner unmittelbaren Umgebung. Beispielhaft soll die Region „Kogelmoos“ näher untersucht und mögliche landschaftliche Entwicklungen aufgezeigt werden. Hierfür liegen auch datierte Holzproben aus dem intakten Stollensystem der „Sagzeche“ vor. Aufgrund der Thematik wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Projektteil 13 ermöglicht, in deren Rahmen auch eine Masterarbeit von Mag. Fodor mit dendrochronologischen Untersuchungen an Hölzern, die im Tiroler Unterinntal, im Bergbaugebiet zwischen Schwaz und Brixlegg aus bisher nur mäßig erforschten Stollen geborgen wurden, entsteht. Ziel der Arbeit soll die Erstellung einer regionalen Jahrringchronologie sein, um die Fundstücke datieren zu können. Die Datierung soll desweiteren die Möglichkeit bieten, Rückschlüsse auf die zeitliche Erschließung und den Vortrieb der besagten Stollensysteme zu ziehen. Darüber hinaus bieten die Fundstücke Gelegenheit, aufgrund ihrer Form und ihrer Lage, die Zimmerei in den verschiedenen Stollen näher zu erläutern.

Mag. Angela Fodor, geboren in Rum b. Innsbruck (Tirol) 1983, Lehramtsstudium Geographie und Wirtschaftskunde, Geschichte und Sozialkunde in Innsbruck; Mag. rer. nat. 2007. Erweiterungsstudium Master Geographie – Globaler Wandel, Regionale Nachhaltigkeit mit Vertiefungsrichtung Naturgefahren- und Risikoforschung in Innsbruck, seit 2008 Mitarbeiterin in PP13 des SFB HIMAT; Masterarbeit zum Thema „Dendrochronologische Untersuchungen an Holzfunden aus Bergbaustollen, Analysen und Datierungen im Raum Brixlegg bis Schwaz“. Dissertantin seit 2008 mit dem Thema „Schule mit Tradition – Schule im Wandel, vom Mädchenlyzeum der Frauen Ursulinen zum WRG Ursulinen, Schulentwicklung im 20. Jahrhundert, Analyse der Innsbrucker Jahresberichte 1906 – 2006“, seit 2010 Mitarbeiterin in PP02 des SFB HIMAT (Bergbau und Siedlung in Schwaz), Forschungsschwerpunkte: Regionalgeschichte (Tirol), mittelalterlicher Bergbau und seine Auswirkungen auf die Region, Historische Bildungsforschung, Frauen im Bildungswesen, GIS-Anwendungen im historischen Kontext, Regionalgeographie (Tirol), Dendrochronologische Analysen.
Email: angela.fodor@uibk.ac.at 

 

C) RECHTSGESCHICHTE im MONTANZENTRUM SCHWAZ

Bearbeiter: Mag. Dr. Wolfgang Tschan, Dr. Gerd Hofmann

Projektbeschreibung: Untersuchung der einzelnen Rechtsbereiche des Bergrechts, u.a. der Schwazer Bergordnungen, Dabei soll u.a. ein Vergleich dieser einzelnen Rechtsgebiete zu den heutigen entsprechenden Bestimmungen angestellt werden. Sichtung der im Tiroler Landesarchiv verwahrten Quellenbestände „Kammerkopialbücher“, ältere und jüngere Reihe (Zeitraum 15./16. Jahrhundert) und Transkribierung der rechts-, wirtschafts- und sozialgeschichtlich relevanten Einträge.

Mag. Dr. Wolfgang Tschan, geboren in Innsbruck 1964, Studium der Geschichte und Philosophie an der Universität Innsbruck, 1999 Promotion zum Dr. phil., 1994-1998 Forschungsassistent im FWF Forschungsprojekt „Salinengeschichte Hall in Tirol“, 1999 Mitarbeit im Forschungsprojekt „Österreichische Strafrechtsgeschichte 1938-45“, 2002-2006 Leitung des FWF Forschungsprojektes „Geschichte des Silber- und Kupferbergbaues in Schwaz in Tirol“, seit 2007 Mitarbeit im FWF SFB HiMAT (PP02), seit 2008 geringfügig beschäftigt, Forschungsschwerpunkte: Bergrecht des 15. und 16. Jahrhunderts.
Email: wolfgang.tschan@chello.at 

Mag. phil. Dr. iur. Gerd Hofmann, geboren am 24.08.1968 in Breitenwang/Reutte, 2002-2006 geringfügig beschäftigt beim FWF Forschungsprojekt "Geschichte des Silber- und Kupferbergbaues in Schwaz in Tirol"
Email: gerd.hofmann@uibk.ac.at 

 

D) BERGWERKSGESCHICHTE des MONTAFONS/Vorarlberg (16. Jahrhundert)

Bearbeiter: MMag. Georg Neuhauser

Projektbeschreibung: Die Bergbaureviere des Montafon im heutigen Vorarlberg konnten in ihrer montanwirtschaftlichen Bedeutung nie an die herausragende Stellung der Abbaue oberhalb der Silberstadt Schwaz heranreichen. Nichts desto trotz ist die Geschichte des Tales unwiderruflich mit dem Bergbau verbunden, und dem aufmerksamen Beobachter erschließt sich bei einem lokalen Augenschein ein stark von Bergbau geprägtes Landschaftsbild.

Ziel meiner Dissertation ist es an Hand von Urkunden, Berichten, Beschwerdebriefen, Bewerbungen und Bergordnungen, speziell aus dem 16. Jahrhundert, einen Überblick über die Bergbaugeschichte im Montafon zu erstellen. Dabei soll jedoch nicht nur die Chronologie als solches im Vordergrund stehen, sondern verstärkt auf die sozialen Gegebenheiten der verschiedenen Epochen innerhalb der Montafoner Geschichte eingegangen werden. Forschungsfragen über das Leben der Bergknappen, den rechtlichen Konflikten zwischen dem Berg- und Landgericht bis hin zu den weiterverarbeitenden Prozessen in den Schmelzhütten müssen beleuchtet werden, um bestehende Forschungslücken zu verkleinern. Weiters sollen auch die Verknüpfung zwischen archäologischen Befunden und historischen Daten in den Vordergrund rücken, um der zu forcierenden Tendenz zum fächerübergreifenden und vernetzten Arbeiten gerecht zu werden. Finanziert wird das Projekt durch das Land Vorarlberg und vom Institut für Geschichte und Ethnologie, unter der Leitung von Herrn Univ. Prof. Franz Mathis.

Mag.phil, Mag.rer.nat Georg Neuhauser, geboren am 22.02.1982, 2000 AHS-Matura, 2001-2006 Studium Geschichte/Geographie für Lehramt und Geschichte Diplom, seit Jänner 2009 Drittmittelstelle des Landes Vorarlberg im Ausmaß von 15 Wochenstunden am Institut für Geschichte und Ethnologie um eine Dissertation zum Thema „Bergbaugeschichte des Montafons in Vorarlberg“ zu erarbeiten, Forschungsschwerpunkte: Bergbaugeschichte des Montanfons (16. Jahrhundert).
Email: georg.neuhauser@uibk.ac.at 

 

E) SOZIO-ÖKONOMISCHE STUDIE im BERGBAUREVIER GOSSENSASS-STERZING

Bearbeiterin: MMag. Verena Schumacher

Projektbeschreibung: Dem Projektteil PP 02 des SFB HiMAT zugeordnet, ist ein Forschungsprojekt von MMag. Verena Schumacher, das im Rahmen eines von der Provinz Bozen-Südtirol finanzierten Stipendiums durchgeführt wird. Im Zentrum der Arbeit stehen die sozioökonomischen Verhältnisse im Berggericht Gossensass-Sterzing in der frühen Neuzeit. Über Mikrostudien in den einzelnen Gemeinden werden die demographischen und gesellschaftlichen Strukturen des montanistisch geprägten Gebietes analysiert. Als Quellengrundlage dienen in erster Linie Verfach- und Matrikelbücher, die sich im Landesarchiv Bozen befinden. Da diese Bücher allmählich ab dem Ende des 16. Jahrhunderts einsetzen, können die Forschungen erst ab diesem Zeitraum angesetzt werden. Ziel des Projektes ist es in Ansätzen die Bevölkerungsstrukturen des Berggerichtes historisch zu erfassen und ein Vergleichsobjekt für die laufenden Forschungen im Raum Schwaz zu bieten. Außerdem soll der Weg für weitere Forschungen in Gossensaß-Sterzing im Rahmen des SFB HiMAT geebnet werden.

MMag. Verena Schumacher, geboren 1982, 2000-2008 Studium der Geschichte und Klassischen Archäologie an der Universität Innsbruck, seit 2010 Südtirol-Stipendiatin im Rahmen des SFB HiMAT (PP02).
Email: verena.schumacher@student.uibk.ac.at 

 

 

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