Forschung

Forschungsbereiche

Körper - Gesundheit - Normierung

Subjektivität - Macht - Narrativität

Sozioökonomische und politische Transformationen

Körper – Gesundheit – Normierung

Dieser Forschungsbereich konzentriert geschichts-, kultur-, politik-, religions- und literaturwissenschaftliche Zugänge zu historischen und aktuellen Körper- und Gesundheitskonzepten von und für Männer(n) und Frauen.  

Körpergeschichte wird als diskursiver, reziproker und historischer Prozess aufgefasst, in welchem Körper und Körperlichkeit an der "Konstruktion" und "Kreation" von Körperbildern beteiligt war und ist, gleichzeitig Körper durch gesellschaftliche Körperkonzepte geformt und normiert wurden/werden. Körper- und Gesundheitskonzepte wirkten und wirken in ihrer Deutungsmacht über Symbolisierungen, Normierungen, Instrumentalisierungen und Politisierungen unmittelbar auf Männer und Frauen ein, erzeugten "soziale Ungleichheit" (Spree), definierten Geschlecht, Status und Lebenschancen.

Die Arbeiten zur umrissenen Thematik bewegen sich auf den Ebenen Grundlagenforschung (Recherche, Quellenerschließung, Quellenkritik) und Methoden-, Theorieentwicklung und -reflexion.

Subjektivität – Macht – Narrativität

Dieser Forschungsbereich begreift Subjektivität als gesellschaftlich-historisch vermittelt und versucht, jene Prozesse zu beschreiben, durch die objektive, historische und soziale Verhältnisse zu subjektiven Wirklichkeiten werden.  

Methoden der Analyse subjektiver Erfahrungswelten und -texte sind in den letzten Jahren vermehrt zu einem anerkannten Instrument der historisch-sozialwissenschaftlichen, der vergleichenden Gesellschaftsanalyse und der Kultur- und Literaturwissenschaften geworden. Dieses Forschungsfeld begreift Subjektivität als gesellschaftlich-historisch vermittelt und versucht, jene Prozesse zu beschreiben,  durch die objektive, historische und soziale Verhältnisse zu subjektiven Wirklichkeiten werden. [Auto-] Biografien manifestieren die Komplexität sozialer Praxis und alltäglicher Lebenskonstruktion im sozialen Raum. Sie integrieren und verhandeln gesellschaftliche, historisch-politische, kulturelle, juristische und ethische Diskurse und transformieren diese in Handlungsentwürfe, Erzählungen und subjektive Sinngebungen über das Leben.

Ziel dieser Forschungsstrategie ist es, vor dem Hintergrund des sex-gender-Systems, die soziale und kulturelle Konstruktion von Geschlecht aus den durch moderne Machttechniken geprägten Subjektivierungsprozessen heraus zu arbeiten.

Sozioökonomische und politische Transformationen

In den letzten 25 Jahren hat sich die sozioökonomische und politische Stellung von Frauen stark verändert. Neben Familienpolitik wurde Gleichstellungspolitik als wichtiges Politikfeld etabliert. Diese Transformation ist jedoch keineswegs abgeschlossen: Das Erwerbsverhalten von Frauen und Männern steht im Spannungsfeld der demografischen, konjunkturellen und strukturellen Entwicklung eines Landes und wird von den institutionellen Rahmenbedingungen, organisationalen Management- und Personalstrategien sowie den kulturellen und gesellschaftlichen Werte- und Verhaltensmustern beeinflusst. Die empirische Evidenz zeigt in allen europäischen Ländern erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich Berufsorientierung, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, Einkokmmenschancen und Armutsrisiken.

Genderforschung analysiert wie Gender, d.h. das soziale Geschlecht durch Erwerbsarbeit, Familienarbeit, gesellschaftliche Arbeitsteilung, Arbeitsmarktstrukturen, Wohlfahrtsstaat, usw. (re)produziert wird.

Untersuchungsrelevante Fragestellungen ergeben sich beispielsweise in folgenden Bereichen:

  • angebots- und nachfrageseitige Bestimmungsfaktoren von Erwerbsverhalten, Berufsorientierung, Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit, regionale Berufs- und Arbeitsmarktstrukturen und deren Einfluss auf Ausbildungs- und Erwerbsentscheidungen sowie Erwerbsverläufe
  • horizontale und vertikale Segmentierung des Arbeitsmarktes nach Wirtschaftszweigen und Berufsgruppen
  • berufliche Mobilität - kritische Übergänge in den Erwerbsbiografien
  • Risiken der Betroffenheit, Intensität und Dauer von Armut
  • Intra- und intergenerationale Lohn- und Einkommensungleichheit, Einkommensmobilität und Armut

Ziel der ökonomischen, historischen und politikwissenschaftlichen Analysen ist es, die Entwicklung der Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation von Frauen im europäischen Vergleich zu beschreiben, die geschlechtsspezifischen Komponenten in den Bestimmungsfaktoren von Erwerbsverhalten, Einkommensdisparitäten, Einkommensmobilität und Armutsrisiken zu quantifizieren und aus den Ergebnissen wirtschafts-, sozial- und gleichstellungspolitische Maßnahmen und Handlungsanweisungen abzuleiten.

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