Forschungsgruppen

Forschungsgruppe "Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften" 

Die Forschungsgruppe befasst sich mit Geschlechterverhältnissen vor dem Hintergrund der globalen Migrationstatsache und verankert auf diese Weise die thematische Ausrichtung des Masterstudiums „Gender, Culture and Social Change“ auf der Ebene der Forschungsgruppen. In den aktuellen internationalen Debatten werden die Differenzkategorien Geschlecht und ethnische/soziale Herkunft als miteinander verwoben gedacht. Hervorgetan haben sich hierbei insbesondere die Intersectionality, die Postcolonial und Refugee Studies. Systematisch werden neueste theoretische Texte diskutiert, verglichen und auf Synergien und Widersprüche befragt. Es gilt, eine theoretische Rahmung auszuloten, die der komplexen Verknüpfung von Geschlechter- und Migrationsforschung gerecht werden kann. Dabei erweisen sich die Heterogenität der Forschungsgruppe und die damit einhergehende Befragung sowohl aus kulturwissenschaftlicher als auch aus sozialwissenschaftlicher Perspektive als besonders erkenntnisreich.

Sprecher_innen: Kerstin Hazibar & María Teresa Herrera Vivar

Stv. Sprecher: Paul Scheibelhofer

weitere Mitglieder der Forschungsgruppe (in alphabetischer Reihenfolge): 

Marcel Amoser, Lena Drummer, Laura Fuchs-Eisner, Sabine Gatt, Elisabeth Grabner-Niel, Adham Hamed, Yesim Kasap-Cetingök, Florian Ohnmacht, Ulrich Pallua, Max Preglau, Michaela Ralser, Verena Sauermann, Gloria Tauber, Andrea Umhauer, Nora Warrach

Eröffungsvortrag der Tagung „Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften“
Prof. Nikita Dhawan „Migration und Gender. Geschlechtergewalt, Verletzlichkeit und Handlungsmacht“: https://www.youtube.com/watch?v=e3e6v0xYHQU

Radio Ö1 "Dimensionen. Die Welt der Wissenschaft" über die Tagung "Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften": http://oe1.orf.at/programm/396051

I-Point Bericht zur Tagung "Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften: Repräsentationen - Kritik - Differenz" der Forschungsgruppe "Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften" und dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies:
http://www.uibk.ac.at/ipoint/blog/1283689.html

VERANSTALTUNG

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EINLADUNG zum VORTRAG: „Here, Man is Nothing!“ Masculinity and the Asylum Context
Dr. Melanie Griffithes, University of Bristol, UK,  Vortrag in englischer Sprache, Montag, 30. Oktober 2017, 19 – 20.20
Ort: Hörsaal 3, Campus Innrain (GeiWi-Turm Erdgeschoss), Innrain 52d, A-6020 Innsbruck
Einladung online unter http://bit.ly/2yaOVEP
Auf der Grundlage qualitativer Forschung in England mit asylsuchenden, inhaftierten und abzuschiebenden männlichen Geflüchteten untersucht dieser Vortrag das Zusammenspiel von Geschlecht, Asylrecht und Politik. Dabei zeigen sich die spezifischen (vergeschlechtlichten, rassialisierten und klassistischen) Hürden, die Männern im Asylkontext begegnen. Dominante Männlichkeitsbilder stehen im Widerspruch zum Konstrukt des „Flüchtlings“ als feminisiertes und infantilisiertes, passives Opfer und führen zu einem strukturellen Misstrauen gegenüber geflüchteten Männern als „Scheinflüchtlinge“ und Gefahr für die Bevölkerung. Die Verfahren und Kategorisierungen im Asylprozess, so zeigt sich, sind in ihrem Aufbau und ihren Auswirkungen vergeschlechtlicht. Im Vortrag wird besprochen, wie Männlichkeit im Asylprozess infrage gestellt wird – durch Inhaftierung, Arbeitsverbote und die Verhinderung von Familienleben. Auf Basis von Interviewdaten wird gezeigt, wie Geflüchtete mit dieser Situation umgehen und welche Strategien jene Männer entwickeln, deren Asylansuchen abgelehnt wurde.
Melanie Griffiths arbeitet an der School of Sociology, Politics and International Studies der Universität Bristol. Sie leitet dort das ESRC Forschungsprojekt Detention, Deportability and the Family: Migrant Men‘s Negotiations of the Right to Respect for Family Life. Sie lehrt, forscht und publiziert zu den Themen Männlichkeit und Flucht; Repräsentation und Kriminalisierung von Geflüchteten; Migrationspolitik und Asylrecht.

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Präsentation des Sonderheftes der ÖZS "Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften" am Montag, 3. April 2017 im Fakultätssitzungssaal, 3. Stock Ost, SOWI, Universitätsstraße 15: Es sprechen die (Mit)Herausgeberinnen: Sabine Gatt und Kerstin Hazibar. Es folgt eine Kurzpräsentation von drei ausgewählten Beiträgen aus dem Band und es sprechen die Autorinnen Nikita Dhawan, Verena Sauermann und Laura Fuchs-Eisner. Im Anschluss an die Präsentation laden wir herzlich zu Wein und Brot
Link: Einladungsfolder

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Kooperationsveranstaltung mit dem Verein Netzwerk Geschlechterforschung am Dienstag, 21. Februar 2017, 19-21 Uhr, Autonomes Frauenlesbenzentrum, Liebeneggstraße 15: WOMEN WELCOME? ANKOMMEN IN ÖSTERREICH AUS DER SICHT VON FRAUEN AUF DER FLUCHT, Kerstin Hazibar & Nuran Ekingen.
Link: https://netzwerkgeschlechterforschung.wordpress.com/

PUBLIKATION

 oezs_2016

        Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften
        Repräsentationen - Kritik - Differenz
        Hrsg.: Gatt, Sabine; Hazibar, Kerstin; Sauermann, Veronika; Preglau, Max; Ralser, Michaela
        ISBN 978-3-658-15886-6
        2016, Springer Verlag
        Detailinfo: LINK & FLYER

 

 

 

 WORKSHOPS

 

KOLLOQUIUM mit Prof.in Dr.in MARIA DO MAR CASTRO VARELA
"Wir leben im Zeitalter der Gouvernementalität": Integration, Gender und Gouvernementalitität
April 2017
Mit dem Konzept der Gouvernementalität hat Michel Foucault ein Instrument zur Untersuchung von Regierungstechniken zur Verfügung gestellt, die sich auf die Bevölkerung beziehen. Unter Gouvernementalität versteht er "die Gesamtheit, gebildet aus den Institutionen, den Verfahren, Analysen und Reflexionen, den Berechnungen und den Taktiken, die es gestatten, diese recht spezifische und doch komplexe Form der Macht auszuüben, die als Hauptzielscheibe die Bevölkerung, als Hauptwissensform die politische Ökonomie und als wesentliches technisches Instrument die Sicherheitsdispositive hat." 
Im Kolloquium wollen wir uns das von Foucault gerahmte Konzept genauer ansehen und sehen, inwieweit es tauglich ist, um nicht nur eine Kritik an aktuellen Integrationsregimes zu formulieren, sondern darüber hinaus auch die Verflechtungslinien von Integrations- und Genderdiskursen sichtbar zu machen.

DISKUSSION ZUM VERHÄLTNIS THEORIE – EMPIRIE mit Prof. Erol Yildiz – Prof. am Institut für Erziehungswissenschaft im Lehr- und Forschungsbereich Migration und Bildung am Montag, 30. Mai 2016, 09:00 – 12:00, im Besprechungsraum des Instituts für Erziehungswissenschaft  LINK

FORSCHUNGSWERKSTATT: TEXT – KOKONSTRUKTION – TEXT mit PAUL MECHERIL – Professor im Arbeitsbereich Migration und Bildung am Institut für Pädagogik der Universität Oldenburg am 19./20. April 2016.
Eine Kooperation mit dem Forschungszentrum Migration & Globalisierung und dem Institut für Erziehungswissenschaft

Die qualitative Untersuchung von Text-, Film und Bildmaterial, das in Forschungsprozessen erzeugt oder gesammelt wird, ist eine interpretative Forschung. Die Logik dieses Forschungstyps bringt es mit sich, dass Kommunikationsprozesse – faktische (z.B. in Interpretationsgruppen) und auch vorgestellte („Was will mir das Material sagen?“) – eine große Bedeutung für das Generieren von Erkenntnissen haben. Vor diesem Hintergrund wird in interpretativen Ansätzen ein besonderes Augenmerk auf kommunikative Räume zur Auseinandersetzung mit dem jeweils untersuchten Material gelegt – auf Räume zur Erprobung von Lesarten, ihrer Modifikation und Sicherung, zur Thematisierung methodologischer und methodischer Fragen. Qualitative Forschung ist auf die Herstellung und institutionelle Sicherung solcher Erprobungs- und Reflexionsräume angewiesen.

Die Forschungswerkstatt Text –Konstruktion-Text stellt einen solchen Zusammenhang dar.

Kennzeichen der Forschungswerkstatt  ist die Vielfalt nicht nur der möglichen, von den Teilnehmer/innen eingebrachten Themen, sondern auch der disziplinären Perspektiven (Erziehungswissenschaft, Soziologie, Geschichte und Politikwissenschaften u.a.) sowie der gewählten Methoden bzw. Materialien (Biographieforschung, Ethnographie, Diskursanalyse; Interviews, Gruppendiskussion, Beobachtungsprotokolle u.a.).

Innerhalb dieses Rahmens wird es darum gehen, einen Forschungsstil vorzustellen und auch zu erproben,  der besondere Aufmerksamkeit für die unterschiedlichen „Hinsichten“ pflegt, mit denen Texte (empirisches Material und Interpretationstexte) bearbeitet werden, der nicht zuletzt durch zwei Aspekte gekennzeichnet ist:

* die systematische Reflexion der eigenen interpretativen Praxis im Hinblick auf ihre Voraussetzungen
   (Interessen, Vorannahmen, theoretische Modelle usw.) und
*
ein Verständnis von Interpretation als Ko-Konstruktion.

Die Idee der Ko-Konstruktion betrifft das Verhältnis zwischen einem „empirischen“ Text und den dazu produzierten interpretativen und theoretischen Texten. Diese sind mit Alfred Schütz als „Konstruktionen zweiten Grades“ zu verstehen. Der Begriff der Ko-Konstruktion reflektiert aber deutlicher als der Schützsche Ansatz die wechselseitige Vermittlung und Dynamik zwischen dem empirischen Material (und den sich darin spiegelnden alltagsweltlichen Konstruktionen) und den im Forschungsprozess produzierten „Konstruktionen zweiten Grades“. Letztere sind keine quasi-naturalistischen oder „linearen“ Rekonstruktionen, sondern unter bestimmten Hinsichten konstruierte Lesarten, die in der kommunikativen Interpretationspraxis herausgearbeitet, bzgl. ihrer Voraussetzungen reflektiert und an bestimmten Kriterien im Hinblick auf Plausibilität und Güte betrachtet  werden.

In diesem Workshop wollen wir – an exemplarischem, von Teilnehmenden eingereichtem Material – das Verhältnis von Text, „Interpretationshinsichten“ und Ko-Konstruktionen praktisch ausloten und methodologisch reflektieren.
(Paul Mecheril)

METHODENWORKSHOP: Darf sich der Forscher im Slum hinsetzen?
Rollenkonflikte in schwierigen Feldsituationen und ihr Nutzen für die ethnographische Forschung.
MIT GILLES RECKINGER – Professor am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie Innsbruck

In seiner Forschung beschäftigt sich Gilles Reckinger mit Ethnographie,  Prozessen der Prekarisierung und europäischen Migrations- und Grenzregimen.  Im Workshop am 20.01.2016 soll es um Fragen einer „Ethnographie von unten“ gehen und um Herausforderungen, die mit einem partizipativen Forschungsansatz verbunden sind.

  

METHODENWORKSHOP: ETHNOGRAPHIE- UND BIOGRAPHIEFORSCHUNG“ MIT LENA INOWLOCKI – Professorin am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Lena Inowlocki ist Professorin im Fachgebiet "Gesellschaft und Persönlichkeit mit dem Schwerpunkt Familien- und Jugendsoziologie und Migrationsbiografien".  Im zweitägigen Workshop (5./6.11.2015) sollen im Kreise der Forschungsgruppe theoretische und methodologische Aspekte von Ethnographie und Biographieforschung sowie die Verknüpfung beider Forschungsansätze besprochen werden. Zu aktuellen Vorhaben der Teilnehmenden werden Fragen des Forschungsdesigns, der Forschungsethik und der (Selbst-)Reflexivität besprechen sowie eine Forschungswerkstatt durchgeführt.


METHODENWORKSHOP „INTERPRETATIVE FORSCHUNGSMETHODEN - Einführung“ MIT DANIELA ROTHE - Guest Professor am Institut für Erziehungswissenschaft

Daniela Rothe ist dieses Semester als Guest Professor am Institut für Erziehungswissenschaft beschäftigt. Sie ist Mitveranstalterin der ein bis zweimal im Jahr stattfindenden Frühjahrs- / Herbstwerkstatt (Interpretative Forschungsmethoden) in Wien und Oldenburg. Im Rahmen der FG Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften wird sie am 23.06.2015 einen Workshop zur Einführung in Interpretative Forschungsmethoden anleiten.


METHODENWORKSHOP „INTERPRETATIVE FORSCHUNGSMETHODEN - Vertiefung“ MIT DANIELA ROTHE - Guest Professor am Institut für Erziehungswissenschaft 

Daniela Rothe ist dieses Semester als Guest Professor am Institut für Erziehungswissenschaft beschäftigt. Sie ist Mitveranstalterin der ein bis zweimal im Jahr stattfindenden Frühjahrs- / Herbstwerkstatt (Interpretative Forschungsmethoden) in Wien und Oldenburg. Im Rahmen der FG Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften wird sie nach ihrem ersten Workshop am 13.07.2015 einen Vertiefungs-Workshop anleiten. Im Kreise der Mitglieder der FG soll anhand mitgebrachter empirischer Materialien der Raum für eine Auseinandersetzung mit methodologischen und methodischen Voraussetzungen und Herausforderungen des interpretativen Paradigmas geschaffen werden.



Tagung
Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften. Re-Präsentationen - Kritik - Differenz

Donnerstag, 11. Dezember 2014 bis Samstag 13.12. 2014 auf der Theologie (Madonnensaal) und der SoWi, Universitätsstraße, 6020 Innsbruck

Innsbrucker Gender Lecture

RVO Geschlecht, Ethnizität und Kultur des Interfakultären Masterstudiums Gender, Culture and Social Change (Gender, Kultur und sozialer Wandel) im WS 2014/15:
RVO und Programm der RVO und der Tagung

Programmfolder: LINK

Einladung zur Internationalen Tagung
GESCHLECHTERVERHÄLTNISSE DER MIGRATIONSGESELLSCHAFTEN: REPRÄSENTATIONEN - KRITIK - DIFFERENZ

Eine Veranstaltung von der Forschungsgruppe "Geschlechterverhältnisse der Migrationsgesellschaften" und dem Büro für Gleichstellung und Gender Studies der Universität Innsbruck.

 

 ARCHIV

Hinweis:

Ausgabe der AEP-Informationen zum Thema "Migrantinnen im Diskurs":
http://www.aep.at/rahmen.htm