Forschungsnetzwerk Gender, Care and Justice

Profil

Dem interdisziplinären Forschungsnetzwerk Gender, Care und Justice liegt ein breites Verständnis von Sorge und Sorgeverhältnisse bzw. Sorgearbeit zugrunde. Die unter­schiedlichen Perspektiven der beteiligten Disziplinen darauf, was ein Sorgeverhältnis ausmacht oder wie Sorgearbeit gestaltet und finanziert wurde und wird, treffen sich in der Frage danach, welche Macht- und Ungleichheitsverhältnisse durch konkrete Sorgeregime hergestellt und legitimiert werden. Zentral dabei ist eine geschlechterkritische Perspektive. Wie wirken sich Geschlechterverhältnisse auf Vorstellungen und Praktiken von Sorgearbeit aus? Welchem historischen Wandel ist das Verständnis von Sorgetätigkeiten unterworfen? Welche Subjektvorstellungen werden in unterschiedlichen gesellschaftlichen Sorgebeziehungen hervorgebracht und inwiefern werden private und staatliche Sorgeangebote als angemessen, ausreichend oder gerecht empfunden?

An der interdisziplinären Care Forschung beteiligen sich GeschlechterforscherInnen aus der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, den Erziehungs- und Bildungswissenschaften, den Geschichtswissenschaften, der Soziologie und Politikwissenschaft, der Rechtswissenschaft, der Theologie, der Ethik und der Soziale Arbeit. Erforscht und theoretisiert werden Geschlechterverhältnisse in Verbindung mit Differenzkategorien - z. B. age, class, disability, race.

Das interdisziplinär angelegt Forschungsnetzwerk ermöglicht es PromotionsstudentInnen unterschiedlichster wissenschaftlicher Disziplinen ihre Fragestellungen in einer geschlechtersensiblen Perspektive unter der Leitung eines internationalen Teams zu erforschen.

Einblick in die Aktivitäten des Forschungsnetzwerkes geben beispielsweise die bislang durchgeführten interdisziplinären Forschungskonferenzen „Ambivalenzen der Selbstsorge. Feministische Perspektiven“ [2016], „Pflege, Betreuung und Begleitung alter Menschen in der informellen Pflege in Österreich. Intersektionelle Perspektiven“ [2013], „Cultures of Care: Fremdbetreuung von Kindern. Geschlechterkritische Beiträge“ [2010], „Who Cares? Betreuung und Pflege in Österreich. Eine geschlechterkritische Perspektive“ [2009] oder die Forschungsprojekte „Historische Regime der Fürsorge“, „Psychiatrisierte Kindheiten“ und „Psychiatrische Landschaften. Die Psychiatrie und ihre Patientinnen und Patienten im historischen Raum Tirol-Südtirol von 1830 bis zur Gegenwart“ oder „Älter werden in Mieming. Partizipative Sozialplanung“.