Forschungsbereiche

Sozioökonomische und politische Transformationen

In den letzten 25 Jahren hat sich die sozioökonomische und politische Stellung von Frauen stark verändert. Neben Familienpolitik wurde Gleichstellungspolitik als wichtiges Politikfeld etabliert. Diese Transformation ist jedoch keineswegs abgeschlossen: Das Erwerbsverhalten von Frauen und Männern steht im Spannungsfeld der demografischen, konjunkturellen und strukturellen Entwicklung eines Landes und wird von den institutionellen Rahmenbedingungen, organisationalen Management- und Personalstrategien sowie den kulturellen und gesellschaftlichen Werte- und Verhaltensmustern beeinflusst. Die empirische Evidenz zeigt in allen europäischen Ländern erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich Berufsorientierung, Beschäftigung und Arbeitslosigkeit, Einkokmmenschancen und Armutsrisiken.

Genderforschung analysiert wie Gender, d.h. das soziale Geschlecht durch Erwerbsarbeit, Familienarbeit, gesellschaftliche Arbeitsteilung, Arbeitsmarktstrukturen, Wohlfahrtsstaat, usw. (re)produziert wird.

Untersuchungsrelevante Fragestellungen ergeben sich beispielsweise in folgenden Bereichen:

  • angebots- und nachfrageseitige Bestimmungsfaktoren von Erwerbsverhalten, Berufsorientierung, Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit, regionale Berufs- und Arbeitsmarktstrukturen und deren Einfluss auf Ausbildungs- und Erwerbsentscheidungen sowie Erwerbsverläufe
  • horizontale und vertikale Segmentierung des Arbeitsmarktes nach Wirtschaftszweigen und Berufsgruppen
  • berufliche Mobilität - kritische Übergänge in den Erwerbsbiografien
  • Risiken der Betroffenheit, Intensität und Dauer von Armut
  • Intra- und intergenerationale Lohn- und Einkommensungleichheit, Einkommensmobilität und Armut

Ziel der ökonomischen, historischen und politikwissenschaftlichen Analysen ist es, die Entwicklung der Arbeitsmarkt- und Einkommenssituation von Frauen im europäischen Vergleich zu beschreiben, die geschlechtsspezifischen Komponenten in den Bestimmungsfaktoren von Erwerbsverhalten, Einkommensdisparitäten, Einkommensmobilität und Armutsrisiken zu quantifizieren und aus den Ergebnissen wirtschafts-, sozial- und gleichstellungspolitische Maßnahmen und Handlungsanweisungen abzuleiten.