Forschung

Forschungsnetzwerk "Gender, Care and Justice"

Die demographische Entwicklung und die anhaltenden Trends zur Individualisierung und zu neuen Formen des Zusammenlebens stellen die Länder der Europäischen Union vor neue Herausforderungen. Im Hinblick auf den zunehmenden Pflegebedarf sind die folgenden Fragen zu lösen: Wer sorgt und wird für Kinder, Kranke, behinderte und ältere Menschen sorgen? Wie werden diese Betreuungsleistungen organisiert und rechtlich institutionalisiert? Wer kommt für ihre Finanzierung auf? Welche Organisationsformen/-modelle so wie Lebensformen verringern, welche verstärken geschlechtstypische Ungleichheit? Wie kann der erhöhte individuelle Betreuungsbedarf in die Bereiche Politik, Bildung und betriebliches Management hineingetragen werden? Welche Maßnahmen ermöglichen es, die unterschiedlichen zeitlichen wie qualitativen Anforderungen von Beruf, Privatleben und Versorgungsarbeit zu gestalten? Diese Fragen sind eng mit grundlegenden sozialen Problemen verbunden: Bildungsarmut, geschlechterungerechter Arbeitsteilung, einem ethnisch segmentierten Arbeitsmarkt, Einkommensungleichheit, Armut und Diskriminierung. Die gesellschaftlichen und politischen Antworten auf diese Probleme hängen von Konzepten der Allgemeinbildung, der sozialen Verpflichtung und der sozialen Rechte und Sicherungssysteme ab.

Das Forschungsnetzwerk "Gender, Care and Justice" befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen den zugrunde liegenden Wertvorstellungen und gesellschaftlichen Präferenzen und Lösungsmodellen in einer vergleichenden Perspektive. Dazu werden unterschiedliche Aspekte dieser umfassenden Problematik durch eine multi- und interdisziplinäre Herangehensweise zusammenführt um zur Überwindung der Kluft zwischen individuellen und gesellschaftlichen Zielen sowie deren Realisierung beizutragen.

Forschungsgruppe "Körpertheorien - Theorizing the body"

Methodische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Thema Körper und Körperlichkeit aus der Perspektive der kritischen Geschlechterforschung, den Disability Studies und Queer Studies.

Forschungsgruppe "Auto/Biographie - De/Rekonstruktion"

Die Forschungsgruppe „Auto/Biographie – De/Rekonstruktionen“ beschäftigt sich aus einer geschlechterkritischen Perspektive mit der Frage der Subjekt- und Identitätskonstruktionen in autobiographischen Texten und Dokumenten sowie in historischen und literarischen Biographien. Dabei sollen sozial-, literatur- und kulturwissenschaftliche Zugänge fruchtbar gemacht werden. Als Quellen sind einerseits Primär- und Sekundärtexte, andererseits lebensgeschichtliche Interviews von Interesse.