Schwoageloufe: Die Fastnacht in Tarrenz


Während in den Orten Imst, Nassereith und Telfs, wo die Fasnachtler dem Druck der Reglementierungen und den Verboten von oben durch Hartnäckigkeit und geschickte Diplomatie widerstehen konnten, die Fastnacht auf einer sehr langen, ungebrochenen Tradition gründet, konnte sie sich in dem im Gurgltal zwischen Imst und Nassereith gelegenen Dorf Tarrenz nicht behaupten und wurde im Jahre 1797 vom Gemeinderat wegen des Verbotes des Innsbrucker Guberniums von 1775 hin "für ewige Zeiten" abgeschafft. Durch den Verzicht auf die Fastnacht erhofften sich die Tarrenzer wie auch die Gemeindeoberen anderer Fastnachtsorte wie z.Bsp. Karrösten und Ötz Jahre davor, daß eine schon länger herrschende Epidemie und die betrüblichen Zeiten enden mögen. Zudem war die Entscheidung des Gemeinderates sehr maßgeblich durch fortdauernd harsche Worte seitens der Kirche gegen das Fastnachtstreiben beeinflußt wurden, nach denen Gott die nach Auffassung des Klerus sündenhafte Ausübung der Fastnacht durch Krieg, Krankheit und andere Katastrophen bestrafen würde.

tarrenz

Nachdem man nach der Abschaffung mehrere Male versucht hatte, die Fastnacht wieder aufleben zu lassen, rekrutierte sich erst im Jahr 1965 eine 15köpfige Gruppe, Arbeiter der Brauerei Starkenberg, die mit Hexenlarven und Hexenmusik "auskehren" gingen. Schon von diesem Neubeginn an waren engagierte Leute in Tarrenz bemüht, die nahe Imster Fastnacht nicht einfach zu kopieren, sondern dem Tarrenzer Fastnachtsgeschehen ein eigenes Gepräge zu verleihen. Erst 1970 war es dann soweit, daß hinter den Fastnachtsvorbereitungen ein eigener Verein zu stehen begann, unter dessen Federführung die Vorbereitungsarbeiten für eine "richtige" Fastnacht aufgenommen werden konnten. 1975 fand der erste "Tauglauf" statt, und seit 1987 wird in der Regel alle drei Jahre die Fastnacht veranstaltet.

Bei dieser nahmen an Fastnachtsfiguren Hexen und Hexenmusik, Ritter, Sackner und Knüppler, Roller und Scheller, Bären und Bärentreiber, Waldmandln, Geigenmaler, Labarasänger, Ochsenmusik, Schmiede und die Musikkapelle teil.

 


Literatur:
Willi PECHTL/Alfred TAMERL, Die Fasnacht in Tarrenz. Die Wiedereinführung eines Brauches, Tarrenz 1998.