Ostermontag


Zur Erinnerung an den Gang der beiden Jünger Christi von Jerusalem nach Emmaus unternahmen viele Familien am Ostermontag einen Spaziergang. Man nannte den Brauch das "Emmausgehen". Für Innsbruck verlagerte sich dieser biblische Ort meist nach Hall oder Zirl.

Der Venetianer Benedetto Giovanelli, der 1745 – 1747 an der Innsbrucker Universität studierte, berichtete in seinen Briefen von der Gepflogenheit, nach welcher am Ostermontag auf den Kanzeln anstatt der Predigt erdichtete Erzählungen meist lachhaften Inhalts vorgetragen wurden, die mit einer moralischen Betrachtung ausklangen und bei den Zuhörern lautes Gelächter auslösten, das sog. Ostergelächter. Der Zusammenhang dieser Ostermärlein, wie sie genannt werden, mit den sog. Fastenexempeln ist offensichtlich. Dieser seit dem 14. Jahrhundert nachweisbare Brauch, wurde vor allem im süddeutschen Raum ausgeübt, dann aber im 18. bzw. 19. Jahrhundert wieder verboten.

Als ein fast faschingshafter Abschluß der Osterfeiertage war in Tirol das sog. Ostereifahren üblich: In der Nacht vom Ostermontag auf Dienstag versuchte man die Welt auf den Kopf zu stellen. Da wurden Sensen, Rechen und Dreschflegel verschleppt, auf die Obstbäume gehängt oder aufs Dach geworfen, der Regenschirm des Bauern wurde in den Brunnen gesteckt und der Heuwagen seiner Räder beraubt.