1. April


Der Ulk, der Schabernack, das Nasführen genießt zu diesem Datum große Beliebtheit. So mancher harmlose Mitbürger wird am ersten April mit Erfolg "in den April geschickt", wie man das Anführen höflich umschreibt. Es soll auch Folgen haben, wenn man einem solchen Scherz aufsitzt. "Aprilnarr, bleibt ein Esel das ganze Jahr!", lautet ein alter Spruch.

Bei uns sind Aprilscherze seit 1631 bezeugt. Der erste April ist auch Unglückstag, weil an ihm Judas geboren (gestorben) oder Luzifer aus dem Himmel gestürzt worden sei. Mögliche Quellen für den noch nicht geklärten Ursprung des Brauches bzw. Termins sind u.a.: Termin des römischen Narrenfestes, alter Neujahrsbeginn, Aprilschicken als Erinnerung an das Herumschicken Christi von "Pontius zu Pilatus". In manchen Gegenden erscheinen die gleichen Bräuche auch am 1. Mai, 31. Mai und 1. März. So ist z. B. im Montafon neben dem Ruf "Abrillakalb" auch "Märzafülli" bekannte Verspottung.

 


Literatur:
Küster, Jürgen: Wörterbuch der Feste und Bräuche in Jahreslauf, Freiburg/Basel/Wien 1985
Beitl, Richard: Wörterbuch der deutschen Volkskunde, Stuttgart 1974