Im Takt? Wissen, Praktiken und Politiken von “Volkstanz” in Tirol 

 

Laufzeit

September 2020 bis August 2022

Fördergeber
Land Tirol, Abteilung Kultur, Förderschwerpunkt Erinnerungskultur

Projektpartner
- Universität Innsbruck, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie, Fach Europäische Ethnologie
- Arbeitsgemeinschaft Volkstanz, Obfrau Helga Hetzenauer

Projektleitung
Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Konrad Kuhn

Projektmitarbeiterinnen
Anna Larl, MA
Manuela Rathmayer, MA

 

Projektbeschreibung

Ausgangspunkt des Forschungsprojekts ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Arbeitsgemeinschaft Volkstanz, welche in unmittelbarer Verbindung mit dem Ehepaar Karl (1908-1992) und Grete Horak (1908-1996) und deren Engagement im Bereich Volkstanz und Volkslied steht. Im Fokus steht dabei allerdings nicht nur die Arbeitsgemeinschaft Volkstanz, sondern generell Praktiken und Wissensbestände des “Volkstanzes”, welche über wissenschaftliche wie über laienhafte Netzwerke gesammelt, festgeschrieben und vermittelt sowie damals wie heute meist mit “Volkskultur” in Verbindung gebracht werden. Volkstanz kann aus dieser Perspektive als eine durch volkskundliches Wissen konstruierte kulturelle Praktik verstanden werden, welche wesentlich durch die akademische Disziplin Volkskunde (die heutige “Europäische Ethnologie”) geprägt wurde. Gefragt wird im Forschungsprojekt darum zentral nach den verschiedenen Milieus, in denen Wissen über Volkstanz zirkulierte und bis heute zirkuliert, nach den Praktiken und Formaten, mit denen Volkstanz erforscht, gesammelt, “bewahrt” und verbreitet wurde und wird sowie nach den dieses Feld prägenden Verbindungen von Akteur*innen und Institutionen. Damit kommen personelle und institutionelle Kontinuitäten im Feld von Volkstanz und Volkslied ebenso in den Blick, wie auch die Indienstnahme und -stellung organisierter volkskultureller Praktiken sichtbar wird. Das wissensanthropologisch und ethnographisch ausgerichtete Forschungsprojekt verbindet mit Archivstudien, qualitativen Interviews, Diskursanalysen und teilnehmender Beobachtung unterschiedliche, sich ergänzende methodische Zugänge und knüpft dabei explizit an die in der ersten Förderperiode des Schwerpunkts «Erinnerungskultur» ausgearbeiteten Themen und deren Resultate an, so etwa im Bereich von nationalsozialistischer Kulturpolitik, des Blasmusikwesens oder der Trachtenbewegung.

Die Erkenntnisse des Forschungsprojekts sind von essentieller Bedeutung für die Regionalgeschichte Tirols, die Wissensgeschichte volkskulturell-volkskundlicher Bestände, für eine ideologiekritische Vereins- und Verbandsgeschichte sowie für eine kulturwissenschaftliche Beschäftigung mit Identitätskonstruktionen. Ziel des Forschungsprojekts zu Volkstanz und Volkslied in Tirol sind Beiträge für die nationale wie internationale Wissenschaftsgemeinschaft sowie populärwissenschaftliche Veröffentlichungen in verschiedensten Publikationsmedien, geplant sind zudem Vorträge für ein breites, auch lokales Publikum.

 

 

 

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