Germanistische Reihe

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der starkenbergische rotulus

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Band 51
Karin Kranich-Hofbauer:
Der Starkenbergische Rotulus.

Handschrift - Edition - Interpretation.
1994. 360 Seiten. EUR 28,90
ISBN-10: 3-901064-12-5
ISBN-13: 978-3-901064-12-8


Im Zentrum der vorliegenden Untersuchung steht der Starkenbergische Rotulus, ein im Tiroler Landesarchiv Innsbruck aufbewahrter deutschsprachiger Text des frühen 15. Jahrhunderts. Dabei handelt es sich um eine Streitschrift im Konflikt zwischen dem Tiroler Landesfürsten Friedrich IV. und dem Nordtiroler Geschlecht der Starkenberger, Adressat ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Kaiser Siegmund. Im Falle des Starkenbergischen Rotulus war die Erarbeitung der Überlieferungsgeschichte mit all ihren Implikationen von besonderer Bedeutung. Die Quelle stellt in ihrer quellenkundlich eher kuriosen äußeren Form und ihrer historisch-propositionalen Vielschichtigkeit und gleichzeitigen Hermetik ein besonderes Faszinosum dar. Mit dem Schwerpunkt auf der genauen Beobachtung der Aktionen und Verhaltensweisen der Protagonisten des Konflikts zwischen dem Tiroler Landesfürsten Friedrich IV. und den Brüdern Ulrich und Wilhelm von Starkenberg, der zur Entstehung des Rotulus führte, gelingt es, das durch viele Details aufgebaute, eng verwobene Geflecht des historischen Gesamtgefüges sichtbar zu machen. Es stellt sich klar heraus, wie sehr die Vernichtung der Starkenberger durch den Tiroler Landesfürsten innerhalb der Konfrontation von habsburgischem Herzog und Tiroler Adelsopposition zu sehen ist. Nach der für germanistische Forschungen unzulänglichen Ausgabe von Anton Noggler (1883) bietet die vorliegende Arbeit eine Edition des Textes, die als Grundlage für möglichst alle fachspezifischen Fragestellungen möglichst aller an historischen Texten interessierten wissenschaftlichen Disziplinen dienen soll. Dazu wählt die Autorin die Methode des diplomatischen Abdrucks bis hin zur Wiedergabe von verschiedenen "Zwischenformen" etwa im Bereich der "Groß-/Kleinschreibung", unter Verzicht auf die vielfachen und vielfältigen Normalisierungen der traditionalistischen Editorik. Diese neuartige Form der Edition mittelalterlicher Texte bildet damit den Versuch, Elemente und Prämissen einer (Ortho-)Graphiegeschichte des Deutschen zu liefern.