Stereotype Ausdrucksformen in Text und Bild

Über Stereotype ist schon sehr viel geschrieben worden. Was aber noch aussteht ist eine Typologie stereotyper Ausdrucksformen. Sie lassen sich auf allen sprachlichen Ebenen finden. In der Forschungsliteratur jedoch werden immer nur besonders prädestinierte sprachliche Strukturen genannt, z.B. die sein-Prädikation: Wessis sind fleissig, Ossis sind faul. Stereotypisierungen erfolgen aber in unterschiedlichen Formen, vgl. folgende Beispiele:

Ableitungen: beamtenhaft sesshaft (Oberösterreichische Nachrichten, 16.06.2000; Cosmas); jener risikoscheue , beamtenmäßig der Rente entgegensitzende Mensch (Die Zeit, 19.04.85; Cosmas); der biedere, beamtenartige und übervorsichtige Geist (Salzburger Nachrichten, 17.01.1; Cosmas)

Komposita: Beamtenmiene, Beamtenarsch, Beamtenarroganz, Beamtendenken, Beamtentschungel, Beamtenfleiß, Beamtengemüt, Beamtenherz (Cosmas)

Syntaktische Strukturen: Beamte sind faul, Beamte schlafen viel, gut und gern am Arbeitsplatz (Kleine Zeitung, 20.07.1999)

Texte, z.B. in Witzen: "Was ist Beamtenmikado?" – "Nicht bewegen" (Hörbeleg);

Sprach-/Bildetexte:

 

 

 

 

Ziel des Projektes ist es, die Codierungsweisen der Streotypisierung aufzuzeigen. Die stereotypen Ausdrucksformen sollen analysiert, klassifiziert und ausführlich beschrieben werden. Die Untersuchung berücksichtigt neben sprachlichen auch bildliche Codierungsformen.

Welche Merkmale sind es, über die Personen und Personengruppen stereotypisiert werden? Verschiedene Ansätze – aus der Linguistik, der Kognitionsforschung, der Sozialpsychologie, der biologischen Erkenntnistheorie u.a. – werden in Hinblick auf ihren Erklärungswert diskutert.

Maria Pümpel-Mader