Neu am Institut: Dr. Franziska Ascher

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Hallo allerseits,

mein Name ist Franziska Ascher, ich bin 33 Jahre und habe hier seit Oktober eine Postdocstelle in der Germanistischen Mediävistik.

Ich komme aus München, von der Ludwig-Maximilians-Universität, wo ich bei Michael Waltenberger zur strukturellen Agonalität von Rollenspielen und mittelhochdeutschen Epen promoviert habe. 2021 war für mich generell ein ereignisreiches Jahr – ich habe nicht nur die Stelle in Innsbruck angetreten, sondern habe auch meine Dissertation veröffentlicht und wurde auch (Mit-)Herausgeberin des eJournals PAIDIA (www.paidia.de), das ich vor zehn Jahren mitbegründet habe und das inzwischen eines der wichtigsten Publikationsorgane der Game Studies im deutschsprachigen Raum ist.

Der Titel meiner Dissertation lautet „Erzählen im Imperativ“ und es geht darin um eine Art des Erzählens, die das Handeln von Figuren höher schätzt als ihr ‚Innenleben‘, und diesen Erzähltypus sehe ich sowohl in der mittelhochdeutschen Artusepik als auch in aktuellen (Computer-)Rollenspielen verwirklicht. Ich gehe daher davon aus, dass dieses handlungsbasierte Erzählen keine überwundere Entwicklungsstufe innerhalb der Literaturgeschichte ist, sondern vor allem beim Erzählen in interaktiven Medien Vorteile bietet und daher auch heute noch darauf zurückgegriffen wird. Der Imperativ ist die Keimzelle dieser Erzählungen; die Aufforderung etwas zu tun, denn Handlung ist in diesen Erzählungen sehr wörtlich zu verstehen – handlungsbasiertes Erzählen ist darauf angewiesen, dass seine Protagonisten etwas tun.

Ich interessiere mich sowohl für Spiele als auch für Literatur häufig auf einer eher abstrakten Ebene und wähle deswegen gerne einen medien(kultur)wissenschaftlichen Ansatz. Ich unterrichte auch schon und zwar den Kurs „Medienmetamorphosen“, in der ich mich mit meinen Studierenden der Medialität von Literatur über den Vergleich mit anderen Medien annähere. Außerdem bin ich aktuell dabei, mir neue Projekte zu suchen, und lerne trotz erschwerter Umstände durch die Pandemie laufend neue interessante Wissenschaftler*innen der Uni Innsbruck kennen.

Ich freue mich sehr hier zu sein und möchte mich an dieser Stelle bei allen für die freundliche Aufnahme bedanken.

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