Institutsgeschichte: Germanistik in Innsbruck

Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Daten zur Geschichte unseres Instituts. Im Rahmen eines Projektseminars haben Studierende diese Informationen zusammengetragen und aufbereitet. In die Chronologie eingebunden sind PDF-Versionen der Ausstellungsplakate (Layout: Julia Zangerl), die anlässlich der 150-Jahr-Feier 2009 in Innsbruck und Bozen gezeigt wurden. Die Plakate enthalten weitere Abbildungen und vertiefende Informationen. Wir bedanken uns bei allen beteiligten Studierenden für ihr Engagement! Mehr über das Jubiläumsjahr
Die Institutsgeschichte wurde in einer eigenen Publikation zur 150-Jahr-Feier 2009 ausführlich und reich illustriert dargestellt.
ISBN: 978-3-902719-04-1 Mehr dazu

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Die Anfänge der Germanistik in Innsbruckbalken-hellgruen

 

Ignaz Vinzenz Zingerle

Ignaz Vinzenz Zingerle

 

Vor 1859: Vereinzelte Vorlesungen über literarische Themen durch den Philosophen Alois Flir und Deutschkurse für Studierende aus dem italienischsprachigen Teil Tirols; Bemühungen um die Schaffung einer germanistischen Lehrkanzel; doch noch nach der Ernennung Zingerles hält die Festrede zu Schillers 100. Geburtstag bei der von der k. k. Universität veranstalteten Feier in der Aula am 10.11.1859 der Philosoph Tobias Wildauer.

 

18.4.1859: Berufung Ignaz Vinenz Zingerles als ordentlicher Professor der deutschen Sprache und Literatur an der philosophischen Fakultät der Universität Innsbruck. Mehr dazu

PDF IconAusstellungsplakat: "Die Anfänge der Germanistik in Innsbruck"

 

 


Franz Kranewitter

Franz Kranewitter

 


 

1859 beginnt somit die offizielle Geschichte der Germanistik in Innsbruck. Das Institut hat im Laufe seiner Geschichte eine Reihe bekannter Absolventen hervorgebracht: unter anderem SchriftstellerInnen (z.B. Franz Kranewitter), JournalistInnen, WissenschaftlerInnen. Nur einige werden auf dem folgenden Plakat porträtiert.

PDF IconAusstellungsplakat: Bekannte Absolventen

 

Anmerkung: Zum Vergrößern bitte auf die Fotos klicken!

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Von der Gründung des Seminars bis zur Berufung von Joseph Eduard Wackernellbalken-hellgruen

1873: Einführung einer neuen Rigorosenordnung, die nach deutschem Muster den Abschluss des Studiums durch eine Dissertation vorsieht

1875: Gründung des "Seminars für Germanistik" (nach mehreren Namensänderungen heute: "Institut für Germanistik"). Der Sitz des Seminars war bis zum Bezug des Hauptgebäudes der Neuen Universität in der Museum-Straße 16/II. Seit der Gründung des Seminars gibt es eine regelmäßige Dotation zum Ankauf von Fachliteratur.


Joseph Eduard Wackernell

Joseph Eduard Wackernell

 

1875: Gründung eines zumindest bis etwa 1914 sehr aktiven Germanistenvereins

 

1877: Erste Promotion aufgrund einer Dissertation: Joseph Eduard Wackernell: Walther von der Vogelweide in Österreich, 1877 gedruckt

1882: Erste Habilitation: Joseph Eduard Wackernell

PDF IconAusstellungsplakat: Joseph Wackernell und Moriz Enzinger

1888: Berufung Wackernells auf eine zweite Lehrkanzel, damit Trennung der Lehre in "Ältere deutsche Sprache und Literatur" und "Neuere deutsche Sprache und Literatur"

1890: Emeritierung Zingerles

 

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Berufungen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegsbalken-hellgruen


Konrad Zwierzina

Konrad Zwierzina

 

1890: Berufung von Josef Seemüller aus Wien auf die Lehrkanzel für Ältere deutsche Sprache und Literatur

 

1895: Die Dissertation von Josef Schatz (bei Seemüller) ist die erste mundartkundliche Dissertation am damaligen Germanistischen Seminar. Mehr dazu

1897: Zweite Habilitation: Josef Schatz (bei Seemüller); Schatz wird 1905 an die polnischsprachige Universität Lemberg im Kronland Galizien (heute Lviv, Ukraine) berufen.

1906: Berufung von Konrad Zwierzina aus Fribourg als Nachfolger des nach Wien berufenen Seemüller auf die Lehrkanzel für (ältere) Deutsche Sprache und Literatur

PDF IconAusstellungsplakat: Joseph Seemüller und Konrad Zwierzina

1915: Erste Promotion einer Frau: Elisabeth Schallgruber

 


Namenkundliche Notizen von Kurt Finsterwalder

Namenkundliche Notizen von Kurt Finsterwalder

 

1922: Berufung von Moritz Enzinger, der bei August Sauer in Prag promoviert hatte, als Nachfolger des verstorbenen Wackernell; im Gespräch war auch der bereits prominente, in Fribourg lehrende Josef Nadler, ebenfalls Sauer-Schüler.

 

1924: Übersiedlung des Instituts in das neue Hauptgebäude am Innrain

1926: Habilitation des später nach Graz berufenen Universitätsbibliothekars Leo Jutz (bei Schatz) für das 'ältere Fach'

1930: Promotion von Karl Finsterwalder, der von 1942 bis 1973 Lehrbeauftragter für Deutsche Namenkunde ist. Mehr dazu

 

PDF IconAusstellungsplakat: Karl Finsterwalder


Josef Schatz

Josef Schatz

 

 

 

1938: Das Institut erhält zum ersten Mal eine Assistentenstelle; die (in den 20er und 30er Jahren extrem niedrige) Bücherdotation wird nennenswert erhöht.

1939: Schatz wird aus Altersgründen entpflichtet; aus politischen Gründen wird als sein Nachfolger Kurt Herbert Halbach aus dem 'Altreich' (aus Tübingen) berufen, der als Literaturwissenschaftler fachlich ganz anders orientiert ist als der über diese Berufung enttäuschte Sprachhistoriker und Mundartforscher Schatz. Aufgrund der Gesetzeslage verliert Halbach 1945 seine Professur, die er wegen seines Militärdienstes kaum ausgeübt hat.

PDF IconAusstellungsplakat: Josef Schatz und Kurt Herbert Halbach

1944: Habilitation des Gymnasiallehrers Herbert Seidler (bei Enzinger), die 1945 annuliert wird. Seidler hält seinen Habilitationsvortrag zur (damals genehmen) Gegenwartsliteratur: "Die deutsche Gegenwartsdichtung als Forschungsgegenstand der Literaturwissenschaft" und eine Vorlesung "Deutsche Literatur der Gegenwart".

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Schrittweise Erweiterung des Institutsbalken-hellgruen


Eugen Thurnher

Eugen Thurnher

1945: Eugen Thurnher übernimmt die Assistentenstelle am Institut für Germanistik.

 

 

PDF IconAusstellungsplakat: Eugen Thurnher

 

1946: Habilitation Eugen Thurnhers

 

1952: Karl Kurt Klein, der seit 1946 die Professur für Ältere deutsche Sprache und Literatur vertreten hatte, wird auf die lang vakante Lehrkanzel berufen. Mehr dazu

 

PDF IconAusstellungsplakat: Karl Kurt Klein


Ingo Reiffenstein

 

 

 

1954: Enzinger wird nach Wien berufen, Eugen Thurnher wird sein Nachfolger.

1958: Habilitation Ingo Reiffensteins (später in Salzburg) für Ältere deutsche Sprache und Literatur (bei Klein). Schaffung einer zweiten Assistentenstelle. (Die nun zahlreicher werdenden Neuschaffungen von Stellen und die weiteren Habilitationen werden im Folgenden nicht mehr ausdrücklich genannt.) Seit Mitte der 50er Jahre wird auch die Bibliothek wieder finanziell zureichend ausgestattet.

PDF IconAusstellungsplakat: An andere Universitäten berufene Dozenten (bis 1965)

 

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Umwälzungen und Umstrukturierungen in den 1960er und 1970er Jahrenbalken-hellgruen


Johannes Erben

Johannes Erben

 

1965: Johannes Erben aus Berlin (DDR) wird Nachfolger von Karl Kurt Klein. Mehr dazu

 

PDF IconAusstellungsplakat: Johannes Erben

1969: Auf Drängen der Studierenden und gegen professoralen Widerstand eine erste (von Walter Methlagl und Gerald Stieg unbezahlt gehaltene) Lehrveranstaltung zur Gegenwartsliteratur

1970: Achim Masser aus Köln wird auf die neu geschaffene Professur für Ältere deutsche Sprache und Literatur (mit Schwerpunkt Literatur) berufen.

1971: Berufung von Zoran Konstantinovic aus Belgrad auf die neu geschaffene Professur für Vergleichende Sprachwissenschaft

PDF IconAusstellungsplakat: Zoran Konstantinovic

1971: Berufung von Alfred Doppler aus Graz auf die neu geschaffene Professur für Österreichische Literaturgeschichte und Allgemeine Literaturwissenschaft


Zoran Konstantinovic und Alfred Doppler

Zoran Konstantinovic und Alfred Doppler

 

1974: Gründung der Germanistischen Reihe. Mehr dazu

 

1974: Die Vergleichende Literaturwissenschaft wird ein eigenes Institut.

1975: In Folge des Universitätsorganisationsgesetzes (UOG) 1975 wird die Philosophische Fakultät geteilt; das Institut für Germanistik gehört jetzt zur Geisteswissenschaftlichen Fakultät.

Ab 1975: Umstrukturierung des Instituts im Sinne einer stärkeren Mitbestimmung von 'Mittelbau' und Studierenden aufgrund des UOG 1975

1979: Berufung von Johannes Erben nach Bonn

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Personelle, infrastrukturelle, politische Veränderungen bis zur Jahrtausendwendebalken-hellgruen


Poetik-Vorlesungen: Publikation von Renate Welsh

Poetik-Vorlesungen: Publikation von Renate Welsh

 

1981: Berufung des in Innsbruck (bei Erben) habilitierten Hans Moser auf die nun umbenannte Professur "Deutsche Sprachwissenschaft und Ältere deutsche Literatur"

 

1982: Übersiedlung des Instituts in den neu errichteten Geisteswissenschaftlerturm am Innrain

1984: Inkrafttreten der neuen Studienpläne, die die uralte Rigorosenordnung und die ebenfalls überholte Lehramtsordnung ersetzen

1984: Die Innsbrucker Poetik-Vorlesungen werden von Alfred Doppler ins Leben gerufen. Erster Gast ist Ernst Schöwiese. Mehr dazu

PDF IconAusstellungsplakat: Innsbrucker Poetik-Vorlesungen

1991: Berufung des in Innsbruck habilitierten Sigurd Paul Scheichl als Nachfolger Alfred Dopplers

1992: Berufung von Klaus Müller-Salget aus Bonn als Nachfolger Eugen Thurnhers

1993: Erste Habilitation einer Frau am Institut für Germanistik: Lorelies Ortner für Germanistische Sprachwissenschaft


Notburga Wolf

Notburga Wolf

 

1997: Notburga Wolf, langjährige wissenschaftliche Beamtin, Mitarbeiterin an Kleins Oswald-Ausgabe, 'Seele des Instituts' und de facto Leiterin der Bibliothek, geht in Pension

 

2002: Das Universitätsgesetz 2002 (UG 2002) führt zur Rücknahme vieler demokratischer Elemente der Universitätsverfassung; das Institut für Germanistik gehört jetzt zur neu gebildeten Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät. Das Institut beteiligt sich an Forschungsschwerpunkten der neuen Fakultät (Literaturvermittlung in den Medien, Kulturen in Kontakt).

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Geschichte des Brenner-Archivsbalken-hellgruen


Walter Methlagl mit Studierenden

Walter Methlagl mit Studierenden

 

Das Brenner-Archiv ist ein Forschungsinstitut der Universität Innsbruck und zugleich das Tiroler Literaturarchiv. Es dient der Bewahrung und Kritik des kulturellen Gedächtnisses. Die Anfänge des heute selbstständigen Instituts sind eng mit der Geschichte der Germanistik verknüpft.

 

1964: Ankauf des Nachlasses von Ludwig v. Ficker für die Universität Innsbruck, Gründung des Brenner-Archivs, das unter der Verantwortung Eugen Thurnhers von Walter Methlagl aufgebaut und verwaltet wird

1979: Das Brenner-Archiv wird zu einem von der Universität und zum Teil vom Land Tirol getragenen eigenen Forschungsinstitut unter der Leitung von Walter Methlagl.


Johann Holzner

Johann Holzner

 

2000: Übertritt Walter Methlagls in den Ruhestand; Johann Holzner vom Institut für Germanistik übernimmt die Leitung des Forschungsinstituts Brenner-Archiv.

 

2014: Ulrike Tanzer wird auf die Professur für Österreichische Literatur
berufen (Nachfolge Scheichl) und übernimmt die Leitung des Forschungsinstituts
Brenner-Archiv (Nachfolge Holzner).

 

PDF IconAusstellungsplakat: Das Brenner-Archiv

 

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Das Innsbrucker Zeitungsarchiv (IZA)balken-hellgruen


Ein Teil des IZA

Ein Teil des IZA

 

Im IZA werden seit gut 40 Jahren Artikel aus einem breiten Spektrum deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften, welche die deutsch- und fremdsprachige Literatur und den Literaturbetrieb betreffen, z.B. Rezensionen, Interviews, Berichte über Symposien und Kongresse, gesammelt.

 

1966: Ein erster Teil der Zeitungsausschnittssammlung von Michael Klein kommt nach Innsbruck.

1973: Anstellung von Michael Klein als Vertragsassistent, damit Einbindung seiner Zeitungsausschnittsammlung in Lehre und Forschung des Instituts


Raoul Schrott und Michael Klein

Raoul Schrott und Michael Klein

 

1989: Ankauf des Innsbrucker Zeitungsarchivs

 

Ab 2000: Die Artikel werden digitalisiert.

2004: Stefan Neuhaus übernimmt die Leitung des IZA von Michael Klein.

2014: Michael Pilz übernimmt die Leitung des IZA.

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Berufungen der jüngeren Vergangenheit und Neuausrichtung des Institutsbalken-hellgruen


Waltraud Fritsch-Rößler

Waltraud Fritsch-Rößler

 

2004: Waltraud Fritsch-Rößler aus Mannheim, erste Professorin am Institut, wird als Nachfolgerin von Achim Masser berufen.

 

 

2004: Stefan Neuhaus aus Bamberg bzw. Oldenburg wird auf die neu geschaffene Professur für Literaturkritik und Angewandte Literaturwissenschaft berufen.

 

2007: Thomas Schröder aus Tübingen wird auf die neu geschaffene Professur für Linguistische Medien- und Kommunikationswissenschaft berufen.


v.r.n.l: Stefan Neuhaus, Uwe Timm, Martin Hielscher

v.r.n.l: Stefan Neuhaus, Uwe Timm, Martin Hielscher

 

2008: Bestellung von Waltraud Fritsch-Rößler als Dekanin der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät

2011: Thomas Wegmann wird auf die Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft berufen.

2014: Monika Dannerer wird auf die Professur für Germanistische Sprachwissenschaft berufen.

 

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Das Institut heutebalken-hellgruen


Lehre aktuell: Sigurd Paul Scheichl

Sigurd Paul Scheichl

 

2009: Die neue Universitäts- und Landesbibliothek wird eröffnet. Die Fachbibliothek im 9. Stock des Geiwi-Turms wird aufgelassen und in neue Büroräume umgebaut. Auf dem Ausstellungsplakat sind die alten Räumlichkeiten der FBG dokumentiert.

 

PDF IconAusstellungsplakat: Das Institut heute

 

2009: Das Institut feiert das Jubiläum "150 Jahre Germanistik in Innsbruck". Mehr dazu

 

Die MitarbeiterInnen 2009

Die MitarbeiterInnen 2009

 

Die Lehre in der Gegenwart: Das Angebot in der Lehre ist im Laufe der letzten 150 Jahre nicht nur quantitativ kontinuierlich angewachsen, sondern auch inhaltlich vielseitiger geworden. Exkursionen, praxisorientierte Lehrveranstaltungen, Ringvorlesungen und das Engagement der Lehrpersonen werden von den Studierenden gut angenommen.

 

PDF IconAusstellungsplakat: Derzeitige Lehre

 

Altes Vorlesungsverzeichnis

Altes Vorlesungsverzeichnis

 


 

Ein Vergleich alter und neuer Vorlesungsverzeichnisse verdeutlicht den inhaltlichen und äußerlichen Wandel.

 

PDF IconAusstellungsplakat: Die Vorlesungsverzeichnisse

 

Germanistik und Öffentlichkeit: Der Geiwi-Turm ist kein Elfenbeinturm. Von Anfang an bemühten sich Innsbrucker Germanistinnen und Germanisten um Sichtbarkeit und

Exkursion nach Rauris

Exkursion nach Rauris

 

Außenwirkung. Das äußert sich beispielsweise in anwendungsbezogener Forschung (besonders in den neuen Fachbereichen Angewandte Literaturwissenschaft und Linguistische Medien- und Kommunikationswissenschaft, aber auch im Bereich ‚Deutsch als Fremdsprache’), im Engagement von Institutsmitgliedern für berufsbezogene Universitätslehrgänge und in der Mitgestaltung literarischer Veranstaltungen.

 

PDF IconAusstellungsplakat: Germanistik und Öffentlichkeit

 

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