Forschungsprojekt: Deutschsprachige SchriftstellerInnen österreichischer Herkunft in Palästina/Israel

Leitung: Univ.-Prof. Dr. Klaus Müller-Salget

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. MMag. Bernadette Riede 

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Das Projekt wurde für die Dauer von 2 Jahren vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) unterstützt. Die Projektlaufzeit endete am 31. August 2005.

Dargestellt und untersucht wurde das deutschsprachige (v. a.: 'belletristische') Schrifttum im ehemals englischen Mandatsgebiet Palästina und dem späteren Israel, soweit es von AutorInnen stammt, die aus Österreich und ehemals österreichischen Gebieten eingewandert sind, bzw. eine nicht unwesentliche Zeit ihres Lebens dort verbracht haben. Die deutschsprachige Literatur aus Palästina/Israel ist als Gesamtphänomen lange Zeit nicht wahrgenommen worden. Abgesehen von Arbeiten über bekannte Autoren wie Martin Buber, Else Lasker-Schüler, Arnold Zweig u.a., ist eine Betrachtung dieser Literatur erst seit 1980 (Dov Amirs Bio-Bibliographie, das Palästina-Kapitel in der DDR-Darstellung "Kunst und Literatur im antifaschistischen Exil") zögerlich in Gang gekommen. Eine Gesamtdarstellung der deutschsprachigen Literatur in Palästina/Israel von den Anfängen bis zur Gegenwart liegt noch nicht vor. Wenigstens einen wesentlichen Teil dieser Literatur, soweit sie nämlich von aus 'Österreich' stammenden AutorInnen geschrieben worden ist, wurde durch das Projekt erschlossen, und zwar sowohl bio-bibliographisch als auch inhaltlich und formal. Dabei standen die folgenden fünf Aspekte im Zentrum:

  • Herkunft / Exil / Heimat
  • Das Sprachen-Problem
  • Verbreitung und Rezeption
  • Selbstverständnis der AutorInnen
  • Literarische Wertung

Mitzubedenken waren die jeweils persönlichen Voraussetzungen und Intentionen der AutorInnen, die Entstehungsbedingungen, das Problem der Veröffentlichung und die Unterscheidung zwischen der ästhetischen Qualität eines Werks und seiner Bedeutung als "document humain".
Dass diese Darstellung, über die Interessen der Literaturwissenschaft hinaus, einen Beitrag zum deutsch-jüdischen bzw. österreichisch-israelischen Dialog leisten möchte, versteht sich von selbst.
Wir stellen dem interessierten Publikum auf einer eigenen Homepage eine Datenbank mit biographischen und bibliographischen Informationen zur Verfügung. Diese Datenbank wird nach wie vor gewartet und erweitert.

 

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