Forschungsprojekt: Die Radiosendung "Du holde Kunst".
Zur medialen Lyrikrezeption und zum Image der Lyrik in Österreich nach 1945


Projektbeschreibungbalken-dunkelblau

Die alte Fachbibliothek

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Die Radiosendung Du holde Kunst ist die am längsten regelmäßig gesendete Radioproduktion des Österreichischen Rundfunks. Sie ist bis heute von einem impliziten Konzept geprägt, das letztlich auf die Anfänge im Herbst 1945 zurückgeht: anspruchsvolle, dem traditionellen Lyrikparadigma verpflichtete Gedichte in Verbindung mit klassischen Musikstücken zu senden, um dem Publikum am Sonntagmorgen eine "weltliche Morgenandacht" (Ernst Schönwiese, erster Gestalter der Sendung) zu bieten. Die beinahe ausschließliche Beschränkung auf die Gattung Lyrik verweist dabei nicht nur auf den besonderen Stellenwert der Gattung, sondern kann wegen der Kontinuität und der nur geringfügigen Änderungen des Konzeptes das Spannungsfeld verdeutlichen, in dem sich die österreichische Lyrik seit 1945 vom traditionellen und traditionalistischen bis zum avantgardistisch-experimentellen Paradigma entwickelt hat.

Ziel des Projektes ist die mediengeschichtliche Darstellung der Sendung Du holde Kunst als Baustein zur Literatur- und Mediengeschichte der Zweiten Republik und als Baustein der Geschichte der Sparte Literatur im Hörfunk. Neben der kritischen Beschreibung des Konzeptes im literaturhistorischen Kontext werden hier auch die politischen und historischen Rahmenbedingungen erörtert und dargelegt. Ein wichtiger Abschnitt wird den verantwortlichen Personen der Sendung gewidmet, die als bedeutendes Element des literarischen Voraussetzungssystems in Österreich von 1945 bis in die Gegenwart verstanden wird. Durch die Vernetzung der Sendung und besonders der Sendungsverantwortlichen im österreichischen Literaturbetrieb lässt sich die Rolle des Rundfunks als literaturvermittelnde Institution exemplarisch verdeutlichen.

Nachdem Du holde Kunst seit 1945 regelmäßig sonn- und feiertags auf Ö1 ausgestrahlt wird, scheint es unerlässlich, die Fülle der vorhandenen Sendungsinformationen in einer Datenbank zu erfassen, um sie für eine fundierte wissenschaftliche Analyse nutzbar zu machen. Diese Datenbank wird in Kooperation mit dem Institut für Informatik an der Universität Innsbruck erstellt und enthält - soweit diese Daten über Programmzeitschriften, Sendungsmanuskripte oder über das Archiv des ORF verfügbar sind - neben allgemeinen Informationen wie Ausstrahlungsdatum, Aufzeichnungsort, Sendungsmotto oder den Namen des Gestalters sowie der SprecherInnen auch sämtliche Musiktitel, vor allem aber alle Gedichttitel und AutorInnennamen, die in der jeweiligen Sendung zu hören sind.

Mithilfe dieser Datenbank sollten eine genaue Analyse und die kritische Beschreibung der Sendung Du holde Kunst im literaturhistorischen Kontext möglich sein. Darüber hinaus liefert das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Bestimmung der Position der Literatur im Mediendiskurs (Lyrikrezeption und Medien), vor allem zur Bestimmung ihrer Rolle im (österreichischen) Hörfunk, und erarbeitet so eine empirische Grundlage für den Beitrag des Hörfunks zur Imagebildung der Lyrik als Gattung.

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Leiter des Projektsbalken-dunkelblau

Ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Hackl

Wissenschaftliche MitarbeiterInnenbalken-dunkelblau

Mag. Friederike Gösweiner
Mag. Gabriele Wild
Boris Wechselberger (Datenbank)

Finanzierungbalken-dunkelblau

Das Projekt wird vom österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) finanziert.

Kontaktbalken-dunkelblau

Für nähere Auskünfte erreichen Sie uns per Mail, Telefon oder über den Postweg:

E-Mail:
wolfgang.f.hackl@uibk.ac.at

Tel.:
++43/512/507/4129

Postanschrift:
Projekt „Du holde Kunst – Mediale Lyrikrezeption nach 1945“
Universität Innsbruck
Institut für Germanistik
Innrain 52
6020 Innsbruck

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