Donnerstag, 2. Oktober 2008, 20.00, Literaturhaus am Inn

Hotel Jugoslavija
Die literarische und mediale Wahrnehmung der Balkankonflikte

Buchpräsentaton. Lesung und Gespräch mit den Autoren Martin Sexl und Arno Gisinger sowie mit Almir Zundja.
Moderation: Antonia Rahofer
Hotel Jugoslavija

Kaum ein Ereignis hat das europäische Bewusstsein in den letzten Jahren so verstört wie die Kriege und Verbrechen der 1990er Jahre im ehemaligen Jugoslawien. Nun scheint zwar der Alltag wieder eingekehrt zu sein in den Nachfolgestaaten, dennoch bleiben die Kriegsjahre gegenwärtig. Sie haben in den betroffenen Regionen nicht nur offene Wunden und Narben hinterlassen, sondern auch Spuren in vielen Texten und Bildern. Diese haben das Denken und die Wahrnehmung auch jener Menschen stark geprägt, die die Ereignisse nicht unmittelbar selbst erlebt und erfahren haben.´

Martin Sexl und Arno Gisinger sind nicht so sehr dem Geschehenen, sondern dem Erinnerten in Form von Texten, Fotografien und Erzählungen von Betroffenen auf der Spur. Dabei haben sie unter anderem im Sommer 2006 Belgrad und Srebrenica besucht. Das vorliegende Buch ist in Text und Bild ihre Erzählung dieser Reise und bietet gleichzeitig eine Analyse der Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn man den Blick auf Ereignisse richtet, die fast ausschließlich über mediale Vermittlung wahrgenommen werden.

Martin Sexl, Literaturwissenschaftler und Kulturhistoriker, Dozent für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Innsbruck.

Arno Gisinger, Fotograf und Historiker, lebt und arbeitet in Paris. www.arnogisinger.com

Antonia Rahofer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Innsbruck.
Almir Zundja, geboren in Foca (Bosnien und Herzegowina), kam als Besucher 1991 nach Österreich, wo er bedingt durch den Ausbruch des Jugoslawien-Krieges blieb und bis heute lebt. Berufsbedingt ist er oft in Sarajevo, Banja Luka und Mostar.