Bergbau Tux


Magnesit, Magnesiumkarbonat, ist ein Mineral bzw. Gestein, das zur Herstellung von Dämmstoffen (z.B. Heraklith) und feuerfesten Materialen verwendet wird, u.a. in der Stahlindustrie. Österreich weist eine Reihe von hochwertigen Magnesit-Lagerstätten auf, zwei davon in Tirol.

 

magnesit-tux-handstueck_web
Magnesit aus dem Zillertal

Das Vorkommen von Tux im Zillertal wurde 1910 vom Innsbrucker Geologen und Mineralogen Univ.-Prof. Bruno Sander entdeckt. Es dauerte aber bis 1927 bis mit dem Abbau nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten – unter anderem einer 9 km langen Materialseilbahn bis nach Mayrhofen – begonnen werden konnte. Anfänglich wurde Magnesit nur im Tagbau gewonnen. 1948 begann der unterirdische Abbau und das Magnesitbergwerk Tux war damals das höchstgelegene seiner Art in Europa (die höchsten Abbaue langen in 2100 m Seehöhe); zudem wurde neben Magnesit auch Scheelit abgebaut. Dieses Calciumwolframat ist ein wichtiger Rohstoff des Elementes Wolfram (und wird heute noch in einer großen Lagerstätte südlich von Mittersill im Pinzgau unterirdisch gewonnen).

 

magnesitwerk-1800a
Das ehemalige Betriebsareal des Magnesitwerks

Wolfram wird aufgrund seiner großen Widerstandsfähigkeit und seines extrem hohen Schmelzpunktes (3422 Grad Celsius), dem höchsten aller chemischen Elemente, u.a. in der Raumfahrt eingesetzt. Für die Apollo-Missionen der NASA (1961-1972) fertigte ein Tiroler Unternehmen, die Plansee Group, Teile der Raumfahrzeuge und verwendete dazu Wolfram, höchstwahrscheinlich aus Tux. 

magnesitwerk-ex-sagen
Ehemalige Halden und die Fabrik des Magnesitwerkes

1972 wurde die Schließung des Magnesitbergwerkes beschlossen und im Dezember 1976 endete der Betrieb. Das Werk wurde abgetragen und die Landschaft seither renaturiert und rekultiviert.

 

Nach oben scrollen