Ölschieferbergbau Seefeld

Im oberen Hauptdolomit treten an mehreren Stellen in den Kalkalpen dunkle Lagen auf, die als Seefelder Ölschiefer bekannt sind, da sie beim Anschlagen nach Öl bzw. Bitumen riechen. Sie entstanden in Meeresbereichen, in denen abgestorbenes Plankton aufgrund fehlender Durchlüftung des tieferen Wassers nicht zersetzt werden konnte und so Faulschlamm bildete.  
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Gefaltete Ölschieferlagen
 
Seit Mitte des 14. Jahrhunderts ist urkundlich belegt, dass im Gebiet östlich von Seefeld diese Ölschiefer abgebaut und daraus durch Erhitzen und Destillation das im Volksmund als "Dirschenöl" bekannte Kerogen gewonnen wurde. Die Stollen befinden sich zwischen 1200 und 1875 m Seehöhe
 
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Mundloch des Mitteregg Stollens
 
Seit 1964 ist der Bergbau stillgelegt. In der Maximilianhütte wird nach wie vor Ölschiefer verarbeitet; dieser stammt allerdings aus Frankreich. Das bekannteste Produkt, das aus Ölschiefer hergestellt wird, ist Ichthyol, ein Arzneimittel.
Im Seefelder Ölschiefer wurden immer wieder schöne Fossilfunde von Fischen und Pflanzen getätigt. Vor einigen Jahren wurde eine kleine paläontologische Sensation bekannt: Ein Sammler hatte das fast vollständige Skelett eines kleinen Landreptils gefunden. 
 
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Langobardisaurus pandolfii, ein echsenähnlicher "Mini-Saurier" aus Seefeld. Bildbreite ca. 12 cm

Dieser " Mini-Saurier" war aber nicht der einzige, der in Seefeld gefunden wurde. Früher bereits wurden die Reste von drei verschiedenen Flugsaurierarten entdeckt.

 

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