Bergbau in Defereggen

Stellvertretend für eine Reihe von einstigen Bergbauaktivitäten in Osttirol wird der ehemalige Bergbau in Blindis und Tögisch im hinteren Defereggental genannt, wo im wesentlichen Kupfererze abgebaut wurden.

Im Trojertal nördlich von St. Jakob ging Bergbau "im Blindis" in 2270 m bis 2495 m Seehöhe um. Abgebaut wurde im wesentlichen Kupferkies, der in Glimmerschiefern auftritt. Erste Schurftätigkeiten wurden urkundlich zwischen 1551 und 1545 erwähnt. 1617 wurde in St. Jakob eine Schmelzhütte samt Hammerwerk, Säge, Mühle, Schmiede und einer Holzkohlenerzeugung errichtet. 1715 erlosch der Bergbau "im Blindis".

Blindis1
Das teilrestaurierte Bergknappenhaus in Blindis.


Blindis2
Ursprünglich mit Holz überdachte sogenannten Schneekragen (Schneestollen), die vom Mundloch des Unterbaustollens in 2270 m Seehöhe zum Berghaus mit der Scheidstube führten.

Weniger ertragreich als der Bergbau in Blindis war jener östlich anschließender im Tögisch(er)tal. Dort finden sich verfallene Mundlöcher, Halden und Fundamentreste von Unterkünften. Hier wurden Kupferkies und Bleiglanz abgebaut, die in granatführenden Glimmerschiefern auftreten. Stolleneinbauten reichen bis ca. 2700 m Seehöhe.

Tögisch
Reste einer Knappenunterkunft in Tögisch neben einer Halde.


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