Steinölgewinnung im Bächental

Die Gewinnung von Steinöl im Achenseeraum ist mit dem Namen Martin Albrecht sen. ursächlich verbunden. Geboren in Zirl unweit der bekannten Ölschiefervorkommen bei Seefeld, war Albrecht an Geologie interessiert, insbesondere an Ölschiefer und dem daraus zu gewinnenden Steinöl. Er machte sich im Karwendel auf die Suche nach bislang unbekannten Lagerstätten und wurde 1902 am westlichen Ufer des Achensees fündig. Nördlich von Pertisau baute er im Mariastollen Ölschiefer ab. In kleinen Tiegelöfen erhitzte er den Ölschiefer mit Holzfeuer vor Ort; das Öl nannte er Tiroler Steinöl.

Diese Lagerstätte im Hauptdolomit war klein und im Zuge seiner weiteren Prospektion wurde er nordwestlich davon im hinteren Bächental fündig. Dort tritt ein Ölschiefer in Gesteinen der Allgäu Formation (Unterer Jura) auf. 1908 begann er mit dem Bau der Brennerei. Über 15 Jahre musste das gebrannte Tiroler Steinöl mit Kraxen über ein 300 m höher gelegenes Joch zum Achensee getragen werden. Später wurde eine Materialseilbahn gebaut. Zwei Mal brannte die Steinölbrennerei bis auf die Grundmauern ab.

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Auch heute noch wird im Bächental auf rund 1500 m Seehöhe Ölschiefer im Tagebau gewonnen - übrigens der einzige aktive Ölschieferbergbau in Österreich; im Winter ruht der Betrieb. Aus 2,4 Tonnen Ölschiefer werden täglich 70 bis 80 Liter Steinöl erzeugt, das ergibt ca. 5000 bis 6000 Liter Tiroler Steinöl pro Saison von Juni bis November.

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2003 wurde das Steinöl-Besucherzentrum Vitalberg in Pertisau eröffnet, in dem Informationen über die Geschichte des Ölschieferbergbaus, die Gewinnung und Verwendung von Tiroler Steinöl bereitgestellt werden.

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