H. Ortner
Cementation and tectonics in the Inneralpine Molasse of the Lower Inn Valley

GPM 26, p. 71-89

Zusammenfassung:
Ausfällung von großen Mengen an Zement in den den Ablagerungen der inneralpinen Molasse im Unterinntal und in älteren Gesteinen darunter ist an tektonische Ereignisse gebunden: (1) Scherung während der Beckensubsidenz erzeugte Porosität in den das Becken unterlagernden Gesteinen. An den Störungen stiegen Kohlenwasserstoffe und diagenetische Lösungen auf, und es kam zur Ausfällung von großen Mengen an Kalzit während der maximalen Aufheizung des Beckens im Oligozän. (2) Jüngere, miozäne tektonische Bewegungen führten zur Entwässerung des Beckeninhaltes und zur Ausfällung von Sattelkalzit an Störungen. Das Alter der Zemente wurde durch die Störungen, an die sie gebunden sind, bestimmt. Die kinematische Geschichte des westlichen Kalkalpen bietet den Zeitrahmen, in den die Zementation eingehängt werden kann.
Es wurde versucht, mit Hilfe der Spurenelementzusammensetzung von Kalziten die Herkunft der Lösungen zu bestimmen, aus denen die Kalzite ausgefällt wurden. Die Zusammensetzung der diagenetischen Lösungen im Beckenuntergrund veränderte sich mit der Zeit von marin zu meteorisch, wie es auch in anderen Becken beobachtet wurde. Die Umstellung beansprucht sehr geringe Zeit, da alle Zemente an dieselben tektonischen Strukturen gebunden sind.

Abstract:
Precipitation of large amounts of cement in and below Inneralpine Molasse in the Lower Inn Valley is tied to distinct tectonic events: (1) faulting during rapid subsidence created porosity in the basement of the basin. Important fluid flow, hydrocarbon migration and precipitation took place in these fault systems during the thermal climax of the basin. Compressive movements terminated subsidence in the Lower Miocene. (2) Younger shearing in the basin produced porosity again and led to precipitation of saddle calcites in the basin fill.
The age of cement generations can be determined with the technique of brittle microtectonics, as most cement filled veins are connected to faults. The kinematic development of an area provides a time frame for cementation.
It was tried, to discriminate between marine and meteoric sources of diagenetic fluids by comparing the trace element composition of calcite cements precipitated from the fluids with Oligocene marine and meteoric carbonates. The chemistry of fluids circulating in the basins subsurface changed from predominantly marine to meteoric through time, as observed also in other basins. The change took in pore water chemistry took place in short time, because all cements in the basin subsurface are found along faults of the same generation.


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