H. Mostler & Z. Balogh
Spätsedimentäre bis frühdiagenetische Veränderungen an Mikroskleren criccomorpher Demospongien aus dem Oberjura

GPM 19, p. 155-163

Zusammenfassung:
Mikroskleren criccomorpher Demospongien (MOSTLER & BALOGH, 1994) sind sowohl in der oberjurassischen Beckenfazies der Nördlichen Kalkalpen als auch in den malmischen Schwammriffen der Schwäbischen und Fränkischen Alb sehr häufig. Zwei Typen solcher Mikroskleren, es handelt sich um Mikrocriccorhabde, haben durch Lösungskorrosion so starke Veränderungen erfahren, daß man in diesen Skleren sogar eine neue Form von Sklerenarchitektur vermutete. Es konnten alle Stadien der spätsedimentären bis frühdiagenetischen Umwandlung studiert und gleichzeitig erstmals der Internbau dieser Skleren erkannt werden. Die vielen kleinen Pusteln bis sehr kleinen Dornen an der Sklerenoberfläche stehen mit den verzweigten Kanälen des achsialen Kanals, der das organische Filament umhüllte, in Verbindung. Jeder der selbst kleinsten Dornen bildet den Abschluß eines Zweigkanals, wodurch nachgewiesen werden kann, daß die Ringstrukturbildung der criccalen Mikroskleren direkt über das verzweigte achsiale Filament gesteuert wird und nicht durch die Silicalemma.

Abstract:
Microscleres of criccalic Demospongiae are very common in the Late Jurassic basin faciès of the Northern Limestone Alps as well as in the Malmian sponge reefs of the Swabian and Frankian Alb (Germany).Two types of these microscleres, which belong to the Microcriccorhabds, have been altered so strongly by diagenetic solution processes that in these scleres a new type of sclere architecture has been presumed.
All stages of sedimentary to early diagenetic alteration could be studied and for the first time the internal architecture of these scleres has been recognized.
The many small pustules to very small spines on the surface of the scleres are in connexion with the branching channels of the axial channel, which envelopes the organic filament.
Each of the spines, even the smallest, forms the end of the branching channels, indicating that the formation of the ring structure of the criccalic microscleres was directly controlled by the branching axial filament and not by the Silicalemma.


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